Tag der sowjetischen Besatzung in Georgien
Am 25. Februar ist der Tag der sowjetischen Besatzung in Georgien. Ein Gedenktag für die Freiheit. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Februar statt.
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Stellen Sie sich vor, eine Nation atmet nach Jahrhunderten der Fremdherrschaft endlich auf – nur um genau 1.028 Tage später wieder besetzt zu werden. Genau das ist das nationale Trauma, an das Georgien jeden 25. Februar erinnert.
An diesem Datum im Jahr 1921 wehte die rote Fahne der Bolschewiki über Tiflis (Tbilissi). Es markierte das Ende eines kurzen, aber leuchtenden demokratischen Experiments und den Beginn von 70 Jahren Sowjetherrschaft. Heute ist dieser Tag kein klassischer Feiertag, sondern ein Moment der nationalen Besinnung, den Sie verstehen müssen, um die georgische Seele wirklich zu begreifen.
Das historische Drama: Der 25. Februar 1921
Warum ist dieses Datum so schmerzhaft? Um das zu verstehen, müssen wir drei Jahre zurückblicken. 1918 rief Georgien seine Unabhängigkeit aus. Die „Demokratische Republik Georgien“ war für damalige Verhältnisse extrem fortschrittlich: Sie hatte eine Verfassung, ein Mehrparteiensystem und garantierte Minderheitenrechte.
Doch die geopolitische Realität war gnadenlos.
15. Februar 1921: Die Rote Armee (speziell die 11. Armee) greift ohne Kriegserklärung an.
Widerstand: Die georgischen Truppen und Freiwilligen kämpfen verbissen, sind aber zahlenmäßig hoffnungslos unterlegen.
25. Februar 1921: Die Regierung muss Tiflis verlassen. Die Bolschewiki marschieren ein.
Der Traum der Freiheit war vorerst ausgeträumt. Was folgte, waren politische Säuberungen, die Zerstörung der Aristokratie und die Eingliederung in die UdSSR.
Wie Georgien heute gedenkt
Wenn Sie am 25. Februar durch Tiflis spazieren, werden Sie eine seltsame Stille bemerken. Seit einem Parlamentsbeschluss im Jahr 2010 ist dies offiziell der „Tag der sowjetischen Besatzung“.
Das öffentliche Leben sendet klare Signale:
Flaggen auf Halbmast: An allen Regierungsgebäuden weht die georgische Fünf-Kreuz-Flagge gesenkt.
Schweigeminuten: Oft wird im öffentlichen Raum und in Schulen der Opfer gedacht.
Verzicht auf Unterhaltung: Viele TV-Sender passen ihr Programm an und zeigen Dokumentationen statt Shows.
Es ist ein Tag, der die Kluft zwischen den Generationen überbrückt. Die Älteren erinnern sich an die Repressionen, die Jüngeren nutzen den Tag, um ihre europäische Identität und den Willen zur Unabhängigkeit zu demonstrieren.
Ein Ort gegen das Vergessen: Das Okkupationsmuseum
Ein besonderer Tipp für kulturbewusste Reisende ist das Museum der sowjetischen Besatzung in Tiflis (Teil des Nationalmuseums).
Es wurde 2006 eröffnet und ist mehr als eine Ausstellung – es ist ein Beweisstück. In einem abgedunkelten, fast sakralen Raum sehen Sie persönliche Gegenstände von Erschossenen, Verhörprotokolle und den Waggon, in dem georgische Aufständische 1924 hingerichtet wurden. Wer diesen Ort verlässt, versteht, warum die Georgier ihre heutige Freiheit so leidenschaftlich verteidigen.
Häufige Fragen zum Gedenktag (FAQ)
Ist der 25. Februar ein arbeitsfreier Feiertag in Georgien?
Nein, es ist ein Gedenktag, kein klassischer Feiertag. Geschäfte, Restaurants und Museen sind in der Regel geöffnet, allerdings finden offizielle Zeremonien statt.
Wie lange dauerte die sowjetische Besatzung?
Sie dauerte 70 Jahre, von 1921 bis zur Wiedererlangung der Unabhängigkeit im Jahr 1991.
Warum wurde der Gedenktag erst 2010 eingeführt?
Nach der Rosenrevolution 2003 begann Georgien, seine Geschichte neu aufzuarbeiten und sich politisch stärker gen Westen zu orientieren. Der Gedenktag war ein politischer Schritt, um die historische Distanz zu Russland zu markieren.
Zwischen Trauma und Zukunft
Während der 25. Februar schmerzhaft daran erinnert, wie schnell Freiheit durch militärische Übermacht erstickt werden kann und dass geopolitische Wunden oft über Generationen hinweg bluten, zeigt die lebendige Gedenkkultur Georgiens heute eindrucksvoll, dass nationale Identität nicht ausgelöscht werden kann.
Genau das unterstreicht die Kraft der Erinnerung als Fundament für eine selbstbestimmte Zukunft.
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Tag der sowjetischen Besatzung in Georgien im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Georgia, Jahrestage.
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