Aschermittwoch
Am 18. Februar ist der Aschermittwoch. Vom Karneval in die Stille – Bedeutung und Bräuche. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats Februar statt.
Rechner für Tage

„Am Aschermittwoch ist alles vorbei“ – diesen Satz kennen wohl die meisten Faschingsnarren. Doch wenn die Musik verstummt und die bunten Kostüme im Schrank verschwinden, beginnt nicht einfach nur der Alltag. Es startet eine der wichtigsten Phasen im christlichen Jahreskreis. Der Aschermittwoch markiert den harten Schnitt zwischen ausgelassenem Feiern und innerer Einkehr. Aber was hat es mit der Asche wirklich auf sich, und warum essen wir an diesem Tag traditionell Fisch?
Wir nehmen Sie mit auf eine Reise durch Geschichte, Rituale und die moderne Bedeutung dieses stillen Tages.
Wann ist Aschermittwoch? (Datum & Berechnung)
Der Aschermittwoch ist ein beweglicher Feiertag. Er richtet sich immer nach dem Osterfest und liegt genau 46 Tage vor dem Ostersonntag.
Warum 46 Tage? Die eigentliche Fastenzeit dauert 40 Tage (in Anlehnung an die Zeit Jesu in der Wüste). Da die sechs Sonntage in dieser Periode jedoch als kleine „Auferstehungsfeste“ vom Fasten ausgenommen sind, wird der Starttermin entsprechend vorverlegt.
Der Zeitraum: Das Datum variiert jedes Jahr, fällt aber frühestens auf den 4. Februar und spätestens auf den 10. März.
Das Aschenkreuz: Ein starkes Symbol der Vergänglichkeit
Das zentrale Ritual in katholischen Gottesdiensten ist die Aschenauflegung. Dabei zeichnet der Priester den Gläubigen ein Kreuz aus Asche auf die Stirn. Dieses Zeichen ist weit mehr als nur Tradition – es ist eine kraftvolle Erinnerung an die menschliche Endlichkeit.
Dazu wird oft die Formel aus der Schöpfungsgeschichte (Genesis 3,19) gesprochen:
„Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehren wirst.“ (Memento homo, quia pulvis es...)
Woher kommt die Asche?
Sie wird nicht willkürlich gewählt. Die Asche stammt von den verbrannten Palmzweigen des Palmsonntags aus dem vergangenen Jahr. Das schließt symbolisch einen Kreis: Der Jubel beim Einzug Jesu in Jerusalem (Palmen) wandelt sich durch das Feuer zur Asche der Buße. Es ist ein Zeichen der Reinigung und des Neuanfangs.
Fastenzeit heute: Mehr als nur Verzicht
Früher bedeutete Fasten strengen Verzicht auf Fleisch, Eier und Milchprodukte. Heute interpretieren viele Menschen – religiös oder säkular – diese 40 Tage neu. Es geht um Bewusstwerdung und das Durchbrechen von Gewohnheiten.
Beliebte Formen des modernen Fastens sind:
Digital Detox: Bewusster Verzicht auf Social Media und ständige Erreichbarkeit.
Genussmittel-Verzicht: Kein Alkohol, keine Süßigkeiten oder kein Nikotin.
Klimafasten: Fokus auf nachhaltigen Konsum und Plastikvermeidung.
Aktion „7 Wochen Ohne“: Eine bekannte Fastenaktion der evangelischen Kirche, die jedes Jahr unter einem neuen Motto steht und zum Perspektivwechsel einlädt.
Regionale Bräuche im DACH-Raum
Im deutschsprachigen Raum haben sich rund um den Aschermittwoch faszinierende Traditionen entwickelt, die oft eine Mischung aus Glaube und Volkskultur sind.
1. Der Heringsschmaus und das Fischessen
Da der Aschermittwoch im katholischen Kirchenrecht als strenger Fast- und Abstinenztag gilt (neben Karfreitag der einzige im Jahr), ist Fleisch tabu. Daraus entwickelte sich eine reiche kulinarische Tradition:
In Österreich ist der „Heringsschmaus“ ein fester Bestandteil der Gastronomie. Ursprünglich ein Arme-Leute-Essen, werden heute oft feine Fischvariationen serviert.
Symbolik: Der Fisch ist eines der ältesten Erkennungszeichen des Christentums (ICHTHYS) und symbolisiert die Zugehörigkeit zu Jesus.
2. Die Geldbeutelwäsche
Ein kurioser Brauch, der besonders im süddeutschen Raum und im Rheinland gepflegt wird. Nach den teuren Tagen des Karnevals sind die Kassen leer. Männer und Frauen waschen ihre leeren Geldbörsen symbolisch im Brunnen oder in einem Fluss. Der Aberglaube besagt: Wer das tut, dessen Geldbeutel wird sich im Laufe des Jahres wieder füllen.
3. Der Politische Aschermittwoch
Vor allem in Bayern hat sich dieser Tag zu einem politischen Ereignis gewandelt. Parteien treffen sich in Wirtshäusern zu deftigen Reden. Hier geht es weniger um Buße, sondern um den rhetorischen Schlagabtausch („Derblecken“) gegen den politischen Gegner – eine Tradition, die auf die Bauernversammlungen des 19. Jahrhunderts zurückgeht.
Biblische Wurzeln: Warum eigentlich Asche?
Die Symbolik ist uralt und findet sich bereits im Alten Testament. Asche war im Orient das Zeichen für tiefe Trauer und Reue.
Jona 3,6: Als der König von Ninive die Warnung Gottes hört, setzt er sich in die Asche, um seine Umkehr zu demonstrieren.
Hiob 42,6: Hiob bereut „in Staub und Asche“.
Die Kirche übernahm diese Symbolik im Mittelalter. Ursprünglich wurden nur öffentliche Büßer mit Asche bestreut, bis Papst Urban II. im Jahr 1091 den Brauch für alle Gläubigen (Kleriker und Laien) empfahl.
Häufige Fragen zum Aschermittwoch (FAQ)
Ist der Aschermittwoch ein gesetzlicher Feiertag?
Nein, in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der Aschermittwoch ein normaler Arbeitstag. Viele gläubige Arbeitnehmer nehmen sich jedoch frei oder besuchen morgens/abends die Messe.
Muss ich katholisch sein, um das Aschenkreuz zu empfangen?
Theoretisch ist es ein Sakramentale der katholischen Kirche. In der Praxis wird jedoch kaum jemand abgewiesen, der mit ehrlicher Absicht vor den Altar tritt. Auch in vielen evangelischen Gottesdiensten wird mittlerweile die Asche ausgeteilt oder ein vergleichbares Ritual gepflegt.
Was darf man am Aschermittwoch essen?
Die strenge kirchliche Regel (für Katholiken zwischen 18 und 60 Jahren) besagt: Man darf sich nur einmal am Tag satt essen und sollte auf Fleisch verzichten. Kleine Stärkungen morgens und abends sind erlaubt. Wasser und Medikamente brechen das Fasten nicht.
Wann endet die Fastenzeit genau?
Die Fastenzeit endet liturgisch am Gründonnerstagabend vor der Messe vom letzten Abendmahl. Danach beginnen die „drei österlichen Tage“ (Triduum Sacrum), die bis zur Osternacht dauern.
Schauen wir mal, was passiert
Obwohl der Aschermittwoch uns jedes Jahr unerbittlich mit unserer eigenen Sterblichkeit konfrontiert und den Rausch der Lebensfreude abrupt beendet, bietet er doch eine heilsame Zäsur in unserer hektischen Welt. Dieser bewusste Stillstand schafft den notwendigen Raum für Reflexion, aus dem wir gestärkt und fokussiert auf das Osterfest zugehen können. Genau das zeigt uns: Wahre Hoffnung wächst oft erst aus der Stille.
Wie gestalten Sie Ihre 40 Tage? Nutzen Sie die Zeit für einen persönlichen Neustart oder pflegen Sie alte Traditionen?
Teilen Sie diesen Artikel mit Freunden, die noch nach Motivation für die Fastenzeit suchen.
Speichern Sie diese Seite, um die Termine für das nächste Jahr griffbereit zu haben.
Entdecken Sie in unserer Kategorie „Ostern & Frühling“, wie Sie die Fastenzeit kulinarisch und spirituell gestalten können.
Keine Idee für den nächsten Post или das nächste Projekt? Mach mehr aus diesem Tag!
Lass dich von über 9.000 Gedenktagen weltweit inspirieren! Schnapp dir unseren interaktiven Planer und hab alle Hintergrundinfos direkt griffbereit. Schnell, einfach и übersichtlich. 👉 Zum Planer-Download
Aschermittwoch im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Bangladesch, Botswana, Deutschland, El Salvador, Island, Jamaika, Mexiko, Panama, US Feiertage, Österreich.
Was wird zusammen mit dem Aschermittwoch gefeiert?
Der glanzvolle Endspurt vor der großen Stille...
Ein Blick in die Welt der Energiequellen...
Wo die Weltklasse auf deutsche Tradition trifft...
Día del ejército mexicano...
Ein Tag für unsere liebsten Samtpfoten...
Warum Fairness die Welt zusammenhält...














