UN-Tag der englischen Sprache
Am 23. April ist der UN-Tag der englischen Sprache. Warum wir am 23. April mehr als nur Shakespeare feiern. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats April statt.
Am 23. April ist der UN-Tag der englischen Sprache. Warum wir am 23. April mehr als nur Shakespeare feiern. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats April statt.

Wussten Sie, dass Sie wahrscheinlich täglich Shakespeare zitieren, ohne es zu merken? Wenn Sie schon einmal darauf gewartet haben, dass „das Eis gebrochen“ wird (break the ice), oder wenn sich etwas „in Luft auflöst“ (vanish into thin air), nutzen Sie Wendungen, die der Barde vor über 400 Jahren prägte.
Am 23. April begehen wir den UN-Tag der englischen Sprache. Das Datum ist symbolträchtig gewählt: Es markiert traditionell sowohl den Geburtstag als auch den Todestag von William Shakespeare. Doch dieser Tag ist weit mehr als nur ein Gedenken an einen Dichter. Es ist die Feier einer „Lingua Franca“, die wie keine andere die moderne Welt vernetzt – von der Diplomatie in Genf bis zum Start-up in Berlin.
Im Jahr 2010 führte das Department of Global Communications der Vereinten Nationen Sprach-Tage für alle sechs Amtssprachen der UN ein. Das Ziel war klar: Mehrsprachigkeit und kulturelle Vielfalt zu fördern.
Englisch nimmt hierbei oft eine Sonderrolle ein. Es ist die dominierende Arbeitssprache in internationalen Organisationen. Doch als Kulturwissenschaftler muss man betonen: Englisch ist keine monolithische Einheit. Es ist ein lebendiger Organismus, der sich durch Einflüsse aus dem Lateinischen, Französischen (durch die normannische Eroberung 1066) und unzähligen indigenen Sprachen zu dem entwickelt hat, was es heute ist.
Englisch ist heute die unbestrittene Weltsprache. Aktuelle Daten von Ethnologue (2023) bestätigen den Status eindrucksvoll:
Gesamtsprecher: Etwa 1,5 Milliarden Menschen sprechen Englisch.
Muttersprachler vs. Zweitsprachler: Interessanterweise sind nur etwa 370 bis 400 Millionen davon Muttersprachler. Der Großteil der Menschen nutzt Englisch als Zweitsprache – ein Zeichen für seine Funktion als globales Bindemittel.
Digitale Dominanz: Über 50 % der am häufigsten besuchten Websites nutzen Englisch als Hauptsprache, was den Zugang zu Wissen massiv beeinflusst.
Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist Englisch längst mehr als nur ein Schulfach. Es ist fester Bestandteil unseres Alltags geworden. Phänomene wie das „Denglisch“ (z. B. Meeting, Download, Homeoffice) zeigen, wie tief die Sprache in unsere Kultur eingedrungen ist. Für die exportorientierte Wirtschaft im deutschsprachigen Raum ist verhandlungssicheres Englisch zudem oft der Schlüssel zum Erfolg.
Die englische Sprache hält einige Überraschungen bereit, die weit über das Schulwissen hinausgehen:
Der Wortschatz-Gigant: Englisch hat einen der größten Wortschätze der Welt. Das Oxford English Dictionary listet über 600.000 Wortformen. Der Grund? Die Sprache „stiehlt“ gerne Wörter aus anderen Kulturen (z. B. Schadenfreude aus dem Deutschen oder Avatar aus dem Sanskrit).
Das Geisterwort: Zwischen 1934 und 1947 enthielt das Wörterbuch Webster’s New International Dictionary das Wort „dord“. Es existierte gar nicht – es war ein Tippfehler für „D or d“ (Density), der versehentlich als eigenes Wort aufgenommen wurde.
Piloten-Sprache: Gemäß den Richtlinien der ICAO (Internationale Zivilluftfahrtorganisation) ist Englisch die weltweite Pflichtsprache für die Luftfahrt – ein Sicherheitsstandard, der Missverständnisse im Cockpit verhindert.
Nutzen Sie den 23. April, um Ihre Beziehung zur Sprache neu zu entdecken:
Originalton wagen: Schauen Sie Ihren Lieblingsfilmklassiker auf Englisch. Achten Sie auf Dialekte und Wortspiele, die in der Synchronisation oft verloren gehen.
Shakespeare „häppchenweise“: Ein ganzes Drama ist Ihnen zu schwer? Versuchen Sie es mit einem Sonett. Sonett 18 („Shall I compare thee to a summer’s day?“) ist ein zeitloser Einstieg.
Kulinarische Exkursion: Backen Sie Scones oder bereiten Sie ein englisches Frühstück zu. Sprache geht auch durch den Magen – Kultur ist ein Gesamterlebnis.
Warum fällt der Tag ausgerechnet auf den 23. April?
Der 23. April gilt traditionell als Geburts- und Todestag von William Shakespeare (1564–1616). Da er als der einflussreichste Autor der englischen Sprache gilt, wählte die UNO dieses Datum als Hommage.
Ist Englisch die meistgesprochene Muttersprache der Welt?
Nein. Nach Muttersprachlern liegt Mandarin-Chinesisch und oft auch Spanisch vor Englisch. Zählt man jedoch Zweitsprachler hinzu, belegt Englisch unangefochten Platz 1.
Wird sich Englisch als Weltsprache halten?
Linguisten gehen davon aus, dass Englisch seine Dominanz in absehbarer Zeit behalten wird, vor allem wegen seiner Verankerung in Wissenschaft, Internet und Wirtschaft. Allerdings gewinnen Sprachen wie Spanisch oder Hindi regional an Bedeutung.
Was ist der Unterschied zwischen UN-Englisch und „normalem“ Englisch?
In der UN wird oft eine standardisierte Form verwendet, die sich an britischem Englisch (Oxford spelling) orientiert, um Missverständnisse in Verträgen und Resolutionen zu vermeiden.
Obwohl die Dominanz des Englischen dazu führen kann, dass kleinere Sprachen verdrängt werden und eine kulturelle Homogenisierung droht, ermöglicht gerade diese globale Verbreitung erst den notwendigen Dialog zur Lösung weltweiter Krisen. Genau dies unterstreicht die doppelte Natur der Sprache: Sie ist sowohl ein Werkzeug der Macht als auch ein unverzichtbares Medium der Verständigung.
Wie werden wir in 50 Jahren kommunizieren – wird KI die Sprachbarrieren endgültig einreißen oder bleibt Englisch unser gemeinsamer Nenner?
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