Tag des Zellophan-Klebebands
Am 27. Mai ist der Tag des Zellophan-Klebebands. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Mai statt.
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Ein unsichtbarer Alltagsheld feiert Geburtstag
Stellen Sie sich vor: Sie verpacken in letzter Minute ein wichtiges Geschenk, das Papier spannt, und plötzlich reißt es ein. Was rettet die Situation in Sekundenschnelle? Richtig, ein kleines Stück transparentes Klebeband. Am 27. Mai feiern wir den Tag des Zellophan-Klebebands – eine simple Erfindung, die unseren Alltag leise, aber gewaltig verändert hat.
Zwei Kontinente, zwei geniale Ideen: Scotch vs. Tesa
Im Originaltext wird das Klebeband oft pauschal „Tesafilm“ genannt. Doch die Geschichte dieses Helfers hat zwei völlig unterschiedliche Wurzeln, die den Markt bis heute prägen:
Der Pionier aus den USA: Am 27. Mai 1930 erhielt Richard Drew, ein Ingenieur beim US-Unternehmen 3M, das Patent für das erste transparente Klebeband der Welt. Er nannte es „Scotch Cellulose Tape“. Ursprünglich sollte es Bäckereien und Fleischereien dabei helfen, die damals neuen Zellophan-Verpackungen feuchtigkeitsdicht zu verschließen.
Die regionale Perspektive aus Hamburg: In Deutschland tüftelte man parallel. Bereits 1906 hatte die Schreibstubenleiterin Elsa Tesmer bei der Firma Beiersdorf in Hamburg das Kunstwort „Tesa“ aus den Silben ihres Namens erfunden. Doch erst 1935 brachte der Industriekaufmann Hugo Kirchberg den transparenten Klebefilm samt eines praktischen Tischabrollers auf den Markt. Aus dem anfänglich etwas sperrigen Begriff „Beiersdorf-Kautschuk-Klebefilm“ wurde bald der berühmte Tesafilm.
Warum uns ein Stückchen Klebefilm so verbindet
Gerade für die Generation der 35- bis 60-Jährigen ist das Klebeband weit mehr als nur ein Büroartikel. Es erfüllt ganz konkrete emotionale und soziale Aufgaben in unserem Leben:
Der Problemlöser: Wer erinnert sich nicht an zerrissene Lieblingsbücher aus der Kindheit oder kaputte Gesellschaftsspiele, die liebevoll mit Klebeband geflickt wurden? Das Band gibt uns das beruhigende Gefühl, dass Dinge repariert und bewahrt werden können.
Ein Stück Büro-Nostalgie: Der schwere, schwarze Klebebandabroller gehörte jahrzehntelang auf jeden Schreibtisch und war ein Symbol für geordnetes, solides Arbeiten.
Gesprächsstoff im Alltag: Es bietet sogar Raum für kleine, humorvolle Kontroversen: Gehört der Anfang der Rolle ordentlich umgeklappt, damit man ihn beim nächsten Mal direkt findet, oder darf er glatt am Rand kleben bleiben?
Auch wirtschaftlich bleibt das Klebeband ein Dauerbrenner. Ob Einzelhandel, Logistik oder Handwerk – ohne diese transparente Erfindung aus den 1930er Jahren stünde in unzähligen Unternehmen schlichtweg alles still.
Spannende Fakten für den nächsten Smalltalk
Der Schotte als Schimpfwort: Warum heißt das US-Band „Scotch“? In den 1920er Jahren galt das Wort „Scotch“ in Amerika als Synonym für „geizig“. Ein genervter Autolackierer beschwerte sich einst, die 3M-Bosse seien zu geizig mit dem aufgetragenen Klebstoff – so blieb der provokante Name hängen.
Wörterbuch-Adel: Der Markenname „Tesa“ ist im deutschsprachigen Raum so etabliert (mit 98 % Bekanntheit in Deutschland), dass er als Gattungsbegriff sogar offiziell in den Duden aufgenommen wurde.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann genau ist der Tag des Zellophan-Klebebands?
Der Aktionstag findet jährlich am 27. Mai statt. Dieses Datum erinnert an die offizielle Patentierung des ersten transparenten Klebebands durch Richard Drew in den USA im Jahr 1930.
Wer hat den deutschen Tesafilm erfunden?
Der Markenname geht auf Elsa Tesmer (1906) zurück. Das transparente Klebeband selbst, so wie wir es heute kennen, wurde maßgeblich ab 1935 durch Hugo Kirchberg bei der Beiersdorf AG in Hamburg zur Marktreife gebracht.
Gibt es einen Unterschied zwischen Zellophan und Plastik?
Ja. Ursprüngliches Zellophan wird aus pflanzlicher Zellulose hergestellt und ist theoretisch kompostierbar. Moderne, günstige Klebebänder bestehen heute jedoch oft aus Kunststoffen wie Polypropylen (PP) oder PVC, was sie reißfester macht.
Mehr als nur ein Büroartikel
Während kunststoffbasierte Klebefilme im Zeitalter der Müllvermeidung oft als ökologisches Problemfeld gelten, bieten sie uns gleichzeitig eine kostengünstige Möglichkeit, Dinge zu reparieren und ihre Lebensdauer nachhaltig zu verlängern. Zwar besteht das Risiko wachsender Müllberge durch schwer recycelbare Verpackungen, doch die Chance auf neue, biologisch abbaubare Klebelösungen eröffnet heute einen vielversprechenden, grünen Zukunftsmarkt. Dies zeigt eindrucksvoll, dass selbst ein historischer Alltagsgegenstand den ständigen Balanceakt zwischen Bequemlichkeit und ökologischer Verantwortung widerspiegelt.
Werden Sie heute ein zerrissenes Blatt Papier retten, ein altes Buch flicken oder ein kleines Geschenk für jemanden verpacken?
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Tag des Zellophan-Klebebands im Kalender 2026, 2027
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