Tag des Bewusstseins für Selbstverletzungen
Am 1. März ist der Tag des Bewusstseins für Selbstverletzungen. Warum wir das Schweigen brechen müssen. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats März statt.

Stellen Sie sich vor, der innere seelische Schmerz wird so unerträglich, dass nur eine körperliche Wunde für einen Moment Erleichterung verspricht. Für Millionen Menschen ist das keine bloße Vorstellung, sondern bittere Realität. Der 1. März markiert jährlich den Tag des Bewusstseins für Selbstverletzungen (Self-Injury Awareness Day, SIAD). Seit über 20 Jahren erinnert uns dieser Tag daran, dass wir hinschauen müssen, wo andere wegschauen.
Was ist der Self-Injury Awareness Day?
Der SIAD ist ein internationaler Gedenktag, der das Bewusstsein für nicht-suizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV) schärfen soll. Das Ziel ist klar: Vorurteile abbauen, Betroffene unterstützen und über die psychischen Hintergründe aufklären. Weltweit tragen Menschen an diesem Tag ein orangefarbenes Band oder malen sich einen orangefarbenen Schmetterling auf das Handgelenk, um Solidarität zu zeigen.
Warum verletzen sich Menschen selbst?
Entgegen vielen Vorurteilen ist Selbstverletzung – wie Schneiden, Brennen oder Schlagen – meist kein Schrei nach Aufmerksamkeit und auch kein missglückter Suizidversuch. In der klinischen Psychologie wird es oft als ein dysfunktionaler Bewältigungsmechanismus verstanden.
Die Betroffenen nutzen den körperlichen Schmerz, um:
Unerträgliche emotionale Spannungen abzubauen.
Sich bei innerer Leere wieder zu spüren (Depersonalisation).
Sich selbst für vermeintliche Fehler zu bestrafen.
Gefühle wie Wut, Trauer oder Angst zu kontrollieren.
Zahlen und Fakten: Ein Blick in den DACH-Raum
Wissenschaftliche Daten, unter anderem aus den deutschen S3-Leitlinien zu NSSV, zeigen die Dringlichkeit des Themas. In Deutschland, Österreich und der Schweiz geben etwa 25 bis 35 % der Jugendlichen an, sich mindestens einmal im Leben absichtlich verletzt zu haben. Bei etwa 4 % der Erwachsenen besteht ein chronisches Verhalten.
Trotz dieser Häufigkeit bleibt das Thema ein Tabu. Oft vergehen Jahre, bis Betroffene professionelle Hilfe suchen. Die Angst vor Verurteilung („Du willst doch nur Aufmerksamkeit“) ist die größte Barriere für den Weg in die Therapie.
Wie Sie als Angehöriger oder Freund richtig reagieren
Wenn Ihnen jemand Narben zeigt oder sich Ihnen anvertraut, ist das ein riesiger Vertrauensbeweis. So reagieren Sie empathisch:
Ruhig bleiben: Zeigen Sie keine Schockreaktion oder Ekel. Das verstärkt die Scham des Betroffenen.
Zuhören statt Urteilen: Fragen Sie vorsichtig nach dem Befinden, nicht nur nach der Tat.
Keine Druckmittel: Sätze wie „Versprich mir, dass du das nie wieder tust“ funktionieren nicht und erzeugen nur zusätzlichen Stress.
Professionelle Hilfe anbieten: Ermutigen Sie zu einem Gespräch mit einem Therapeuten oder einer Beratungsstelle.
Wo finden Betroffene Unterstützung?
Niemand muss diesen Weg alleine gehen. Es gibt spezialisierte Angebote, die anonym und kostenfrei helfen:
TelefonSeelsorge (DE/AT/CH): Rund um die Uhr erreichbar unter 0800/1110111 (DE).
Nummer gegen Kummer: Speziell für Kinder und Jugendliche.
Online-Plattformen: Portale wie „Rote Linien“ bieten fachliche Informationen und Foren für den Austausch.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist Selbstverletzung immer ein Anzeichen für eine Borderline-Störung?
Nein. Obwohl NSSV ein Symptom der Borderline-Persönlichkeitsstörung sein kann, tritt es auch bei Depressionen, Essstörungen, Traumata oder als eigenständiges Phänomen auf.
Verschwindet das Verhalten von selbst, wenn man älter wird?
Bei vielen Jugendlichen ist es eine vorübergehende Phase der Pubertät. Dennoch sollte es immer ernst genommen werden, da sich das Verhalten festigen und zu bleibenden Narben führen kann.
Was bedeutet das orangefarbene Band am 1. März?
Es ist das internationale Symbol für den SIAD. Es signalisiert: „Ich weiß bescheid, ich verurteile dich nicht und ich bin bereit zu helfen.“
Zwischen Scham und Hoffnung
Während das Stigma psychischer Erkrankungen in unserer Leistungsgesellschaft immer noch zu Isolation und gefährlichem Schweigen führt, wächst gleichzeitig eine neue Generation heran, die mutig über mentale Gesundheit spricht und digitale Hilfsnetzwerke schafft. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Aufklärungstage wie den 1. März aktiv zu nutzen, um Vorurteile durch Wissen zu ersetzen.
Jeder Dialog kann der erste Schritt zur Heilung sein. Seien Sie die Person, die zuhört, statt zu urteilen.
Entdecken Sie unsere weiteren Artikel rund um Traditionen, Kultur und wichtige Gedenktage im deutschsprachigen Raum.
Mach mehr aus diesem Tag! 💡
Egal ob für deinen Content, dein Team или deinen Unterricht – dieser Feiertag ist der perfekte Aufhänger. Damit du das ganze Jahr über keine Termine verpasst, haben wir etwas für dich: Unseren interaktiven Monatsplaner mit Direktlinks zu allen Hintergründen. 👉 Jetzt kostenlos herunterladen
Tag des Bewusstseins für Selbstverletzungen im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Gesundheit, UK Feiertage.
Was wird zusammen mit dem Tag des Bewusstseins für Selbstverletzungen gefeiert?
Warum dieser Tag uns alle betrifft...
Ein Fest des Lebens...
Ein Lichtblick für Betroffene und ihre Familien...
Warum der März Ihr wichtigstes Investment sein könnte...
Warum wir morgen sagen, wenn wir heute meinen...
Día Nacional de las Personas Ciegas...
Ein Fest zu Ehren des Schutzpatrons von Wales...
Wie eine Tasse Tee Leben verändern kann...
So aktivieren Sie Ihren inneren Schutzschild...











