St.-Georgs-Tag
Am 23. April ist der St.-Georgs-Tag. Warum uns der Drachentöter auch heute noch inspiriert. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats April statt.
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Wussten Sie, dass der 23. April einer der spannendsten Tage im Kalender ist? Während die einen zum „Welttag des Buches“ greifen, feiern Millionen Menschen weltweit den Heiligen Georg. Doch wer war dieser Mann wirklich? Ist er nur eine Figur aus alten Märchen, oder steckt in der Geschichte vom Drachentöter eine Botschaft, die perfekt in unsere heutige Zeit passt?
Wer war der historische Georg? Ein Blick in die Geschichte
Hinter dem glänzenden Panzer der Legende verbirgt sich eine reale historische Figur. Georg wurde im 3. Jahrhundert in Kappadokien, der heutigen Türkei, geboren. Als hochrangiger Offizier in der römischen Armee unter Kaiser Diokletian genoss er hohes Ansehen.
Im Jahr 303 n. Chr. änderte sich alles. Während der Christenverfolgung weigerte sich Georg, seinem Glauben abzuschwören. Er entschied sich für seine Prinzipien und gegen sein Leben. Historiker sehen in ihm heute ein Symbol für Standhaftigkeit. Sein Todestag, der 23. April, wurde so zu einem festen Ankerpunkt in der europäischen Kulturgeschichte.
Die Drachenlegende: Mehr als nur ein Fantasy-Märchen
Die wohl bekannteste Geschichte über Georg ist der Kampf gegen den Drachen. Laut der Legenda Aurea, einer berühmten mittelalterlichen Textsammlung, rettete er eine ganze Stadt und eine Prinzessin vor einem Ungeheuer.
Doch wir sollten das nicht wörtlich nehmen. Der Drache symbolisiert das Böse, die Angst und das Unrecht. Georg steht für:
Zivilcourage: Den Mut, aufzustehen, wenn andere wegschauen.
Schutz der Schwachen: Einsatz für diejenigen, die keine eigene Stimme haben.
Überwindung von Angst: Die Kraft, sich seinen eigenen „inneren Drachen“ zu stellen.
Lebendiges Brauchtum in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Besonders im deutschsprachigen Raum ist der Georgstag tief verwurzelt. Er markiert traditionell den Beginn des bäuerlichen Wirtschaftsjahres. Früher war dies der Tag, an dem Dienstboten ihre Stellen wechselten oder Zinsen gezahlt wurden.
Hier sind einige beeindruckende Traditionen, die Sie heute noch erleben können:
Bayern: Der Georgiritt in Traunstein ist weltberühmt und gehört zum immateriellen Kulturerbe der UNESCO. Hunderte festlich geschmückte Pferde und historische Gruppen ziehen durch die Stadt – ein spektakuläres Erlebnis für Jung und Alt.
Tirol & Steiermark: In vielen Alpendörfern finden Segnungen von Pferden und Vieh statt. Georg gilt hier als der wichtigste Schutzpatron der Landwirtschaft und der Reiter.
Schweiz: In Städten wie Stein am Rhein wird die Tradition durch historische Spiele und Zunftfeiern lebendig gehalten.
Georg und das Buch: Ein kurioser Zufall?
Vielleicht wundern Sie sich, warum am 23. April auch Rosen und Bücher verschenkt werden. Diesen Brauch verdanken wir Katalonien. Dort feiert man den „Día de Sant Jordi“ (Sankt Georg). Traditionell schenken Männer den Frauen eine Rose, und Frauen den Männern ein Buch. Da der 23. April zudem der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes ist, erklärte die UNESCO ihn 1995 zum Welttag des Buches.
FAQ: Häufige Fragen zum St.-Georgs-Tag
Wofür ist der Heilige Georg der Schutzpatron?
Er ist der Patron vieler Länder (z. B. England, Georgien, Litauen), der Pfadfinder, Reiter, Bauern, Soldaten und Schmiede. Er wird oft um Schutz für das Vieh und bei Krankheiten angerufen.
Warum trägt die englische Flagge das Georgskreuz?
Das rote Kreuz auf weißem Grund war das Banner des Heiligen Georg. Englische Kreuzfahrer übernahmen es im Mittelalter als Erkennungszeichen. Heute ist es wesentlicher Bestandteil des Union Jack.
Gibt es Bauernregeln zum Georgstag?
Ja, sehr bekannte sogar! Eine lautet: „Gibt’s an Georgi Regen, so folgt ein reicher Segen.“ Man glaubte, dass das Wetter an diesem Tag das Wachstum der gesamten Ernte beeinflusst.
Ist der Georgstag ein gesetzlicher Feiertag?
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist er kein gesetzlicher Feiertag, wird aber in vielen Gemeinden kirchlich und kulturell groß gefeiert.
Ein Erbe, das verpflichtet
Während die traditionelle Form der Heiligenverehrung in einer immer säkulareren Welt langsam verblasst, gewinnen die dahinterstehenden Werte wie Mut und moralische Integrität eine völlig neue Relevanz. Dies erinnert daran, dass wir die alten Geschichten nicht als Staub der Geschichte, sondern als Kompass für die Zukunft begreifen können.
Wir stehen heute vor anderen „Drachen“ als die Menschen im Mittelalter – seien es soziale Ungerechtigkeiten oder persönliche Krisen. Der Georgstag fordert uns auf, nicht tatenlos zuzusehen.
Wie zeigen Sie heute Zivilcourage in Ihrem Alltag?
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St.-Georgs-Tag im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Kanada, UK Feiertage.
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