POW-MIA-Anerkennungstag in Wisconsin
Am 18. September ist der POW-MIA-Anerkennungstag in Wisconsin. Ein Tag gegen das Vergessen. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats September statt.
Am 18. September ist der POW-MIA-Anerkennungstag in Wisconsin. Ein Tag gegen das Vergessen. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats September statt.

Stellen Sie sich vor, an einem festlich gedeckten Tisch bleibt ein Platz für immer leer. Ein Teller, eine Rose, eine gelbe Schleife – Symbole für einen geliebten Menschen, der in den Krieg zog und nie zurückkehrte. In Wisconsin ist dieser Zustand für viele Familien kein fernes Szenario, sondern schmerzhafte Realität. Jedes Jahr am dritten Freitag im September rückt der US-Bundesstaat diese Schicksale ins Rampenlicht.
Der POW-MIA-Anerkennungstag (Prisoner of War / Missing in Action) ist in Wisconsin mehr als nur ein Datum im Kalender. Während er national in den USA gefeiert wird, hat Wisconsin ihn am 24. April 2002 durch das „Gesetz 100“ (Wisconsin Act 100) offiziell festgeschrieben.
Dieser Tag widmet sich zwei Gruppen:
POW (Prisoners of War): Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft geraten sind.
MIA (Missing in Action): Soldaten, die im Einsatz verschollen sind und deren Schicksal ungeklärt bleibt.
Ziel ist es, das Versprechen der Nation zu erneuern: „Niemand wird zurückgelassen.“
Vielleicht haben Sie sie schon einmal gesehen: Eine schwarze Flagge mit der weißen Silhouette eines Mannes vor einem Wachturm und Stacheldraht. Dies ist die POW-MIA-Flagge. Sie ist das einzige Banner außer dem „Stars and Stripes“, das jemals über dem Weißen Haus wehen durfte.
Bereits 1990 wurde sie durch das US-Gesetz 101-355 als offizielles Symbol für das Engagement der Nation anerkannt. In Wisconsin weht sie an diesem Gedenktag an fast jedem öffentlichen Gebäude, von Schulen bis hin zu Regierungsstellen. Sie ist eine ständige Mahnung an die über 81.000 US-Soldaten, die seit dem Zweiten Weltkrieg bis heute offiziell als vermisst gelten.
Ein besonders berührendes Ritual bei Zeremonien in Wisconsin ist der „Missing Man Table“. Dieser kleine, einzeln stehende Tisch ist voller Symbolik:
Die weiße Tischdecke: Steht für die Reinheit der Motive der Soldaten.
Eine einzelne Rose: Erinnert an die Familien, die auf die Rückkehr warten.
Eine Zitronenscheibe: Symbolisiert das bittere Schicksal der Vermissten.
Ein umgedrehtes Glas: Zeigt, dass der Soldat nicht am Trinkspruch teilnehmen kann.
Diese Tradition macht das abstrakte Thema „Vermisste“ für Zuschauer greifbar und emotional erlebbar.
Warum sollte uns ein Gedenktag in Wisconsin interessieren? Die Suche nach Gewissheit ist ein universelles menschliches Bedürfnis. Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz kennen viele Familien aus der eigenen Geschichte das Trauma vermisster Angehöriger aus den Weltkriegen.
Der Tag in Wisconsin erinnert uns daran, wie wichtig eine aktive Erinnerungskultur ist. Er zeigt, dass eine Gesellschaft nur dann heilen kann, wenn sie die Opfer der Vergangenheit anerkennt und die Suche nach Antworten niemals aufgibt.
Wann findet der POW-MIA-Tag genau statt?
In Wisconsin und den gesamten USA wird der Tag jährlich am dritten Freitag im September begangen.
Was bedeutet die Abkürzung POW-MIA?
POW steht für „Prisoner of War“ (Kriegsgefangener), MIA steht für „Missing in Action“ (Vermisst im Einsatz).
Ist der Tag ein gesetzlicher Feiertag?
Es ist ein offizieller Gedenktag. Ämter und Schulen bleiben in der Regel geöffnet, aber es finden landesweit Gedenkveranstaltungen statt.
Wie viele Soldaten gelten heute noch als vermisst?
Laut dem US-Verteidigungsministerium (DPAA) gelten noch immer über 81.000 Soldaten aus verschiedenen Konflikten (WK II, Korea, Vietnam, etc.) als vermisst.
In einer Zeit, in der historische Ereignisse oft hinter aktuellen Schlagzeilen verblassen, droht das Leid der Angehörigen von Vermissten in Vergessenheit zu geraten, obwohl das aktive Gedenken in Wisconsin zeigt, dass Gemeinschaft und Hoffnung selbst Jahrzehnte der Ungewissheit überdauern können. Diese Tradition bietet die Chance, aus der Geschichte zu lernen, birgt aber auch das Risiko einer rein symbolischen Geste, wenn sie nicht durch Taten unterstützt wird. Dies unterstreicht die Notwendigkeit, Erinnerungskultur lebendig und menschlich zu gestalten.
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