Nanakusa no Sekku
Am 7. Januar ist der Nanakusa no Sekku. Japans sanftes Heilritual für das neue Jahr. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats Januar statt.
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Haben Sie sich nach den üppigen Mahlzeiten der Weihnachtszeit und Silvester auch nach einer inneren Ruhepause für Ihren Körper gesehnt? Während wir im Westen oft mit harten Diäten ins Jahr starten, pflegen die Menschen in Japan eine weitaus sanftere Tradition.
Am Morgen des 7. Januars erfüllt ein rhythmisches Klopfen viele japanische Küchen. Es ist das Fest Nanakusa no Sekku (七草の節句), das Fest der sieben Kräuter. Mit diesem Ritual wird der Körper entlastet und die Seele auf das kommende Jahr vorbereitet.
Was feiern wir am Tag der sieben Kräuter?
Das Fest ist auch als Jinjitsu („Tag des Menschen“) bekannt. Es zählt zu den fünf großen saisonalen Festtagen (Gosekku), die den japanischen Kalender seit Jahrhunderten strukturieren. Im Zentrum steht ein schlichtes, aber tief symbolisches Gericht: der Nanakusa-Gayu.
Dieser milde Reisbrei wird mit den ersten sieben Kräutern des Frühlings zubereitet. Er dient nicht nur der Gesundheit, sondern soll laut Volksglauben auch böse Geister vertreiben und ein langes Leben bescheren. Für mich verkörpert dieser Brauch die perfekte Balance zwischen Achtsamkeit und Genuss.
Die sieben Kräuter: Symbolik und Heilkraft
Die Auswahl der Kräuter ist kein Zufall. Jedes Pflänzchen trägt eine eigene Botschaft und eine spezifische Wirkung auf den Organismus. In der klassischen Zusammensetzung finden wir:
Seri (Wasserfenchel): Er fördert den Appetit und wirkt blutreinigend.
Nazuna (Hirtentäschel): Traditionell bekannt für seine fiebersenkende Wirkung.
Gogyō (Ruhrkraut): Unterstützt die Atemwege und lindert Husten.
Hakobera (Vogelmiere): Reich an Vitaminen und gut für die Verdauung.
Hotokenoza (Rainkohl): Ein Symbol für die Gelassenheit (wörtlich: „Sitz des Buddhas“).
Suzuna (Rübe/Speiserübe): Fördert die Verdauung durch natürliche Enzyme.
Suzushiro (Rettich/Daikon): Hilft dem Magen, schwere Speisen zu verarbeiten.
In Japan werden diese Kräuter oft bereits am Vorabend rituell vorbereitet. Dabei singt man traditionelle Lieder, um die Vitalität der Pflanzen auf den Brei zu übertragen.
Ein Blick in die Geschichte: Von China nach Japan
Die Wurzeln dieses Brauchs liegen im alten China der Jin-Dynastie. Dort glaubte man, dass der siebte Tag des ersten Monats das Schicksal der Menschen bestimmt. Um sich vor Krankheiten zu schützen, kochte man eine Suppe aus sieben Gemüsesorten.
Im 9. Jahrhundert fand diese Tradition ihren Weg nach Japan. Dort verschmolz sie mit dem einheimischen Brauch, im jungen Schnee nach den ersten grünen Trieben zu suchen. Was einst dem Adel vorbehalten war, wurde in der Edo-Zeit (1603–1868) zu einem Fest für das ganze Volk. Es ist faszinierend zu sehen, wie sich ein so alter Brauch bis in unsere moderne, digitale Welt gerettet hat.
Nanakusa no Sekku in der heutigen Zeit
Heute ist das Fest ein wunderbares Beispiel für „Slow Living“. Zwar verkaufen japanische Supermärkte heute praktische Fertig-Sets mit allen sieben Kräutern, doch das Wesen bleibt gleich: Innehalten.
Auch für uns im deutschsprachigen Raum bietet dieser Tag eine schöne Inspiration. Wir müssen nicht zwingend die originalen japanischen Pflanzen finden. Es geht vielmehr um die Intention, dem Körper nach den Feiertagen mit regionalen Wildkräutern etwas Gutes zu tun und den Frühling willkommen zu heißen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann genau wird Nanakusa no Sekku gefeiert?
Das Fest findet jedes Jahr fest terminiert am 7. Januar statt. Es markiert das Ende der japanischen Neujahrsfeierlichkeiten.
Schmeckt der Kräuterbrei (Nanakusa-Gayu) salzig oder süß?
Der Brei wird klassisch nur mit einer Prise Salz gewürzt. Der Fokus liegt auf dem feinen, leicht herben Aroma der frischen Kräuter.
Kann ich das Fest auch in Europa feiern?
Absolut. Viele der Kräuter wie Vogelmiere oder Hirtentäschel wachsen auch bei uns. Alternativ können Sie heimische Kräuter wie Petersilie oder Brunnenkresse verwenden, um Ihr eigenes Neujahrsritual zu kreieren.
Warum wird der Brei morgens gegessen?
Traditionell wird er zum Frühstück serviert, um den Magen sanft aufzuwecken und den Körper direkt zu Beginn des Tages zu reinigen.
Die Kraft der Beständigkeit
Obwohl moderne Ernährungstrends oft komplizierte Lösungen versprechen, zeigt uns Nanakusa no Sekku, dass wahre Regeneration in der Einfachheit der Natur liegt. In einer Zeit, in der wir den Bezug zu den Jahreszeiten oft verlieren, erinnert uns dieser Brauch an den Wert des bewussten Neubeginns.
Während die Schnelllebigkeit unserer Gesellschaft solche stillen Traditionen zu verdrängen droht, bietet gerade die Rückbesinnung auf natürliche Rhythmen eine immense Chance für unsere mentale und körperliche Gesundheit. Genau das zeigt uns das Fest der sieben Kräuter: Heilung beginnt im Kleinen.
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