Mamertus: Der Erste der Eisheiligen
Am 11. Mai ist der Mamertus: Der Erste der Eisheiligen. Zwischen Fröstelbrauch und Frühlingsahnung. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats Mai statt.

Am 11. Mai wird der Gedenktag des Heiligen Mamertus begangen – und mit ihm beginnt auch die Zeit der sogenannten Eisheiligen. Diese alte Bauernregel kennt gleich fünf Heilige, die mit einem meteorologischen Phänomen verknüpft sind: späte Fröste mitten im Wonnemonat Mai.
Mamertus macht den Auftakt, gefolgt von Pankratius (12. Mai), Servatius (13. Mai), Bonifatius (14. Mai) und schließlich Sophie, die als „Kalte Sophie“ am 15. Mai die Reihe abschließt. Ihre Namen sind in weiten Teilen Europas fest in der Volkskultur verankert – von Deutschland, Österreich und der Schweiz bis nach Frankreich, Polen und Italien.
Mehr als Mythos: Der Schlehdornwinter
Die Tage der Eisheiligen sind nicht nur religiöse Gedenktage, sondern markieren eine meteorologisch relevante Schwelle. In der Folklore werden sie mit dem sogenannten Schlehdornwinter in Verbindung gebracht – einer späten Kälteperiode, die mitunter frostige Nächte und sogar Schnee mit sich bringen kann. Gerade in der Landwirtschaft gelten sie bis heute als Mahnung zur Vorsicht: Empfindliche Setzlinge und Frühblüher könnten Schaden nehmen, wenn man sich vom milden April zu früh in Sicherheit wiegt.
Diese Beobachtung ist mehr als nur Aberglaube. Tatsächlich zeigen langjährige Wetterdaten, dass sich Anfang bis Mitte Mai noch einmal Kälterückfälle einstellen können – begünstigt durch Luftströmungen aus dem Norden. In Zeiten des Klimawandels hat sich dieses Muster zwar abgeschwächt, ganz verschwunden ist es jedoch nicht.
Mamertus: Vom Erzbischof zum Wettersinnbild
Der historische Mamertus war im 5. Jahrhundert Erzbischof von Vienne im heutigen Frankreich. Er war bekannt für seine Prozessionen gegen Naturkatastrophen – etwa Erdbeben und Missernten –, die später als sogenannte Bitttage (Rogationen) in die kirchliche Liturgie aufgenommen wurden.
Dass Mamertus – ein Mann des Gebets gegen die Unwägbarkeiten der Natur – später als „Kältemahner“ in den Bauernkalender einzog, wirkt beinahe symbolisch: ein Heiliger zwischen Himmel und Erde, zwischen Glaube und Witterung, zwischen Hoffnung und Vorsicht.
Traditionen und Rituale – ein lebendiges Kulturerbe
Auch heute noch werden in ländlichen Regionen zu Ehren der Eisheiligen kleine Bräuche gepflegt. In manchen Gegenden ist ein besonderes Festessen am Mamertustag üblich – oft regional und saisonal geprägt. Andere begehen die Tage mit Gartenarbeiten, Kerzen für die Heiligen oder Beobachtungen des Himmels, ganz nach dem Motto: Was tun Mamertus & Co mit dem Wetter?
Haben auch Sie ein Ritual oder eine Erinnerung an die Eisheiligen?
Decken Sie Ihre Pflanzen ab? Gießen Sie weniger? Oder ist es eher ein stilles Innehalten im Rhythmus der Natur?
Zwischen Himmel und Erde: Was Mamertus uns heute sagen kann
Mamertus und die Eisheiligen erinnern uns auf stille Weise daran, dass die Natur ihren eigenen Takt vorgibt – und wir gut beraten sind, auf ihre Zeichen zu achten. In einer Zeit, in der vieles planbar und kontrollierbar erscheint, bleibt das Wetter ein mystischer Gegenspieler: unberechenbar, unabhängig – und doch voller Bedeutung.
Vielleicht liegt genau darin ihre bleibende Faszination: Die Eisheiligen sind nicht nur eine Wetterregel, sondern ein Sinnbild für Demut, Anpassung und das Zusammenspiel zwischen Mensch und Umwelt. Und Mamertus, der erste unter ihnen, markiert diesen Moment der stillen Übergänge – zwischen Hoffnung auf Wärme und der Erinnerung an frostige Wachsamkeit.
Mamertus: Der Erste der Eisheiligen im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Kroatien, Niederlande, Polen, Schweiz, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn, Österreich.
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