Darstellung des Herrn
Am 15. Februar ist der Darstellung des Herrn. Lichtglanz zwischen Winter und Frühling. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats Februar statt.
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Haben Sie sich schon einmal gefragt, warum manche christlichen Feste zwei Termine haben? Während die meisten von uns „Lichtmess“ mit dem 2. Februar verbinden, feiern Millionen orthodoxe Christen die „Darstellung des Herrn“ erst am 15. Februar. Es ist ein Tag, der wie kaum ein anderer die Brücke zwischen tiefer Spiritualität und uraltem bäuerlichem Brauchtum schlägt.
Warum zwei Termine? Ein Blick auf den Kalender
Der 15. Februar markiert den 40. Tag nach dem orthodoxen Weihnachtsfest (7. Januar). Dass wir diesen Tag heute feiern, liegt an der Treue zum Julianischen Kalender.
Inhaltlich bleibt die Botschaft gleich: Es geht um das Licht, das die Dunkelheit vertreibt. In der deutschsprachigen Kultur markiert dieser Tag seit Jahrhunderten einen Wendepunkt im Jahr – sowohl im Gebet als auch bei der Arbeit auf dem Feld.
Der biblische Kern: Ein Kind im Tempel
Die Wurzeln des Festes reichen fast 2.000 Jahre zurück. Nach jüdischer Tradition (Levitikus 12) galt eine Frau nach der Geburt eines Sohnes 40 Tage lang als unrein. Zum Abschluss dieser Zeit brachte sie im Tempel ein Reinigungsopfer dar. Gleichzeitig wurde der erstgeborene Sohn als Eigentum Gottes „dargestellt“ und durch ein Opfer ausgelöst.
Das Lukas-Evangelium berichtet von einem besonderen Moment bei diesem Ritual:
Die Begegnung: Der greise Simeon und die Prophetin Hanna erkennen im Kind den Messias.
Das Versprechen: Simeon spricht das berühmte „Nunc dimittis“ – ein Gebet, das heute weltweit in der Komplet (dem Nachtgebet der Kirche) gebetet wird.
Das Symbol: Jesus wird als „Licht zur Erleuchtung der Heiden“ bezeichnet.
Mariä Lichtmess: Kerzen, Segen und Bauernregeln
In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist das Fest eng mit dem Namen „Mariä Lichtmess“ verbunden. Die Symbolik des Lichts ist hier greifbar: In den Gottesdiensten werden die Jahresvorräte an Kerzen für Kirchen und Haushalte gesegnet.
Früher war der Tag zudem ein zentraler Pfeiler der Gesellschaft:
Der Schlenggeltag: Für Knechte und Mägde war Lichtmess der wichtigste Termin im Jahr. Hier endete das Dienstjahr. Man erhielt seinen Lohn, konnte den Arbeitgeber wechseln oder „schlenggelte“ (bummelte) ein paar Tage bei der Familie, bevor die neue Arbeit begann.
Das Ende der Weihnachtszeit: In vielen Haushalten bleiben Krippe und Tannenbaum traditionell bis zum 2. (oder eben 15.) Februar stehen.
Wetterorakel: „Ist’s zu Lichtmess hell und rein, wird’s ein langer Winter sein.“ Diese Bauernregeln zeigen, wie sehr die Menschen früher auf die Zeichen der Natur angewiesen waren.
Ein Fest der Hoffnung in moderner Zeit
Auch wenn wir heute seltener Kerzen gießen oder den Arbeitgeber per Handschlag auf dem Dorfplatz wechseln, bleibt die spirituelle Tiefe aktuell. In einer Welt, die oft als unsicher oder „dunkel“ wahrgenommen wird, steht die Darstellung des Herrn für den Moment des Erkennens und der Zuversicht. Es ist die Einladung, das eigene „innere Licht“ neu zu entfachen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum wird das Fest am 15. Februar gefeiert?
In den orthodoxen Kirchen, die den Julianischen Kalender nutzen, fällt der 40. Tag nach Weihnachten auf den 15. Februar des staatlichen Kalenders.
Was bedeutet „Darstellung des Herrn“?
Es bezieht sich auf den jüdischen Brauch, den erstgeborenen Sohn im Tempel Gott zu weihen („darzustellen“).
Sind Mariä Lichtmess und Darstellung des Herrn dasselbe?
Ja. Seit der Liturgiereform 1960 steht der Fokus stärker auf Christus (Darstellung des Herrn) als auf der Reinigung Mariens, weshalb der Name offiziell angepasst wurde.
Welche Bedeutung haben die Kerzen?
Die gesegneten Kerzen symbolisieren Christus als „Licht der Welt“. Sie sollen in schwierigen Zeiten Schutz und Segen spenden.
Zwischen Abschied und Neuanfang
Während die traditionelle Bindung an kirchliche Riten in unserer modernen Gesellschaft messbar abnimmt, bleibt die Sehnsucht nach Licht und einem klaren Jahresrhythmus als tief verwurzeltes menschliches Bedürfnis bestehen. In einer Zeit des Umbruchs bietet dieser Tag die Chance, innezuhalten und sich auf das Wesentliche zu besinnen. Genau das zeigt die ungebrochene Faszination für die Lichtsymbolik bis heute.
Welche Traditionen oder Kindheitserinnerungen verbinden Sie mit dem Anzünden einer Kerze in der dunklen Jahreszeit?
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Darstellung des Herrn im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Kirchenkalender, Russland, Ukraine, Volksfestkalender.
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