Der zweite Tag des Naadam-Festes in der Mongolei
Am 12. Juli ist der zweite Tag des Naadam-Festes in der Mongolei. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats Juli statt.
Am 12. Juli ist der zweite Tag des Naadam-Festes in der Mongolei. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats Juli statt.

Stellen Sie sich vor, der Boden bebt unter den Hufen hunderter Pferde, während der Duft von frittiertem Teig und Freiheit in der Luft liegt. Es ist der 12. Juli, der zweite und oft entscheidende Tag des Naadam-Festes. Für die Mongolen ist dies nicht einfach nur ein Feiertag – es ist das pulsierende Herz ihrer Identität.
Das Naadam-Festival, von den Einheimischen liebevoll „Eriin Gurvan Naadam“ (die drei männlichen Spiele) genannt, blickt auf eine jahrhundertealte Geschichte zurück. Seit 2010 steht es offiziell auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit.
Ursprünglich dienten die Wettkämpfe dazu, die Einsatzbereitschaft der Soldaten zu prüfen. Heute ist es ein nationales Symbol der Einheit, das nomadische Wurzeln mit moderner Lebensfreude verbindet.
Obwohl der Name auf eine männliche Tradition hindeutet, ist das moderne Naadam längst ein Fest für alle. Am 12. Juli erreichen die Wettbewerbe ihren emotionalen Höhepunkt.
Beim mongolischen Ringen gibt es keine Gewichtsklassen und kein Zeitlimit. Die Kämpfer tragen traditionelle „Zodog“-Jacken und zeigen vor und nach dem Kampf den „Adlertanz“. Es geht um Ehre, Geschicklichkeit und die pure Kraft der Natur.
Das Bogenschießen ist eine Disziplin, in der Frauen und Männer gleichermaßen glänzen. Auf Entfernungen von 60 bis 75 Metern müssen winzige Ziele am Boden getroffen werden.
Khalkh-Stil: Die am weitesten verbreitete Form.
Buriad & Uriankhai: Regionale Varianten mit spezifischen Bogenformen.
Die Atmosphäre: Jeder Treffer wird von den Schiedsrichtern mit traditionellen Gesängen (Ukhai) gefeiert.
Anders als im Westen sind die Rennstrecken hier bis zu 30 Kilometer lang. Die Jockeys? Kinder zwischen 5 und 13 Jahren. Für die Mongolen ist die Verbindung zwischen Kind und Pferd heilig; das Pferd gilt als der wichtigste Begleiter im Leben eines Nomaden.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Kleidung. Ob in der Hauptstadt Ulaanbaatar oder in den ländlichen Provinzen (Aimags) – die Menschen tragen stolz den Deel. Diese traditionelle Tunika-Robe wird oft aus feinster Seide gefertigt und mit kunstvollen Mustern bestickt.
Jedes Detail am Deel, von der Knüpfung der Knöpfe bis zur Form der Kopfbedeckung, verrät etwas über die regionale Herkunft und den sozialen Status des Trägers. Es ist ein lebendiges Museum unter freiem Himmel.
Ein Besuch des Naadam-Festes ist unvollständig ohne den Geschmack der Steppe:
Khuushuur: Diese knusprigen, mit Fleisch gefüllten Teigtaschen sind das „Nationalgericht“ des Festivals.
Airag: Vergorene Stutenmilch, die leicht säuerlich schmeckt und besonders an heißen Julitagen erfrischend wirkt.
Wann findet das Naadam-Fest genau statt?
Das offizielle Nationalfest dauert vom 11. bis 13. Juli. Der 12. Juli gilt oft als der Tag mit den spannendsten Finalentscheidungen.
Können Touristen an den Feierlichkeiten teilnehmen?
Ja, Besucher sind herzlich willkommen. Während für die Eröffnungsfeier in Ulaanbaatar Tickets benötigt werden, sind die Feste auf dem Land oft frei zugänglich und bieten ein besonders authentisches Erlebnis.
Was ist die Bedeutung des Namens „Naadam“?
„Naadam“ bedeutet schlichtweg „Spiel“ oder „Unterhaltung“.
Dürfen Frauen an den Wettbewerben teilnehmen?
Frauen nehmen aktiv am Bogenschießen und an den Pferderennen (als Trainerinnen oder in der Organisation) teil. Lediglich das Ringen bleibt traditionell den Männern vorbehalten.
In einer Zeit, in der die Globalisierung viele lokale Bräuche verdrängt, behauptet sich das Naadam-Fest als unerschütterlicher Anker mongolischer Kultur. Während die Urbanisierung den nomadischen Lebensstil unter Druck setzt, bietet das Festival eine Bühne, auf der Traditionen nicht nur konserviert, sondern leidenschaftlich gefeiert werden. Genau das zeigt die ungebrochene Kraft einer Gesellschaft, die ihre Wurzeln kennt und sie stolz in die Zukunft trägt.
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