George Washingtons Geburtstag
Am 22. Februar ist der George Washingtons Geburtstag. Eine amerikanische Ikone und ihr Erbe. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Februar statt.
Am 22. Februar ist der George Washingtons Geburtstag. Eine amerikanische Ikone und ihr Erbe. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Februar statt.

Stellen Sie sich vor, Ihnen wird die absolute Macht auf dem Silbertablett serviert – und Sie lehnen ab. Genau das tat George Washington. Als er nach zwei Amtszeiten als Präsident freiwillig abtrat, versetzte er die damalige Welt in Staunen. König George III. von Großbritannien soll gesagt haben: „Wenn er das tut, ist er der größte Mann der Welt.“
Am 22. Februar (bzw. am dritten Montag im Februar) erinnern die USA an diesen Mann. Er war Landvermesser, General, Präsident und moralischer Kompass einer jungen Nation. Doch wie viel Mensch steckt hinter dem Mythos aus Marmor?
George Washington, geboren 1732 in Virginia, war keine geborene Führungspersönlichkeit, sondern erarbeitete sich diese Rolle hart. Er begann als Landvermesser in der Wildnis, bevor er in die Politik und das Militär ging.
Seine größte Bewährungsprobe kam im Unabhängigkeitskrieg. Als Oberbefehlshaber der Kontinentalarmee hielt er eine schlecht ausgerüstete Truppe zusammen. Hier gibt es auch eine spannende Verbindung zur deutschsprachigen Geschichte: Ohne den preußischen Offizier Friedrich Wilhelm von Steuben, der Washingtons Truppen im harten Winter von Valley Forge drillte, wäre der Sieg über die Briten vielleicht unmöglich gewesen.
1789 wurde Washington einstimmig zum ersten Präsidenten gewählt. Er wusste, dass jede seiner Handlungen zur Tradition werden würde. Seine wichtigsten Prinzipien waren:
Zivile Kontrolle: Das Militär dient dem Staat, es beherrscht ihn nicht.
Begrenzte Macht: Nach zwei Amtszeiten ist Schluss (eine Tradition, die erst 1951 gesetzlich verankert wurde).
Würde ohne Pomp: Er wollte „Mr. President“ genannt werden, nicht „Eure Hoheit“.
Es herrscht oft Verwirrung: Feiern die Amerikaner am 22. Februar oder am „Presidents' Day“? Die Antwort ist: Beides, irgendwie.
Der historische Geburtstag: Washington wurde am 11. Februar geboren – nach dem alten Julianischen Kalender. Als Großbritannien und seine Kolonien 1752 zum Gregorianischen Kalender wechselten, „sprang“ sein Geburtstag auf den 22. Februar.
Der moderne Feiertag: Seit 1971 sorgt der „Uniform Monday Holiday Act“ dafür, dass viele Feiertage auf einen Montag fallen, um lange Wochenenden zu ermöglichen.
Washington's Birthday vs. Presidents' Day: Offiziell heißt der Bundesfeiertag immer noch „Washington's Birthday“. Im Volksmund und in der Werbung hat sich jedoch „Presidents' Day“ durchgesetzt, um auch Abraham Lincoln (Geburtstag am 12. Februar) zu ehren.
Über kaum einen US-Präsidenten gibt es so viele Legenden. Was stimmt wirklich?
Der Kirschbaum: Als Kind soll Washington einen Kirschbaum gefällt und gestanden haben: „Ich kann nicht lügen.“
Fakt: Diese Geschichte ist erfunden. Ein Biograf dachte sich die Anekdote aus, um Washingtons Ehrlichkeit zu unterstreichen. Dennoch essen Amerikaner an diesem Tag traditionell „Cherry Pie“ (Kirschkuchen).
Die Holzzähne: Hatte er wirklich ein Gebiss aus Holz?
Fakt: Nein. Seine Prothesen waren technologische Meisterwerke der damaligen Zeit, gefertigt aus Elfenbein, Gold und leider auch Zähnen von Sklaven. Holz wäre durch den Speichel schnell verfault.
Der General ohne Hauptstadt: Washington, D.C. wurde während seiner Amtszeit erst gebaut. Er ist der einzige US-Präsident, der nie im Weißen Haus wohnte, obwohl er den Standort selbst mit aussuchte.
In einer Zeit globaler politischer Spannungen wirkt Washingtons Haltung fast modern. Er warnte schon in seiner Abschiedsrede vor der Spaltung der Gesellschaft durch Parteienstreit. Sein Führungsstil basierte nicht auf Lautstärke, sondern auf Integrität. Er zeigte der Welt, dass Macht kein Selbstzweck ist, sondern eine geliehene Verantwortung.
Ist am Presidents' Day alles geschlossen?
Behörden, Banken und die Börse sind meist geschlossen. Viele Geschäfte haben jedoch geöffnet und locken mit großen Rabattaktionen („Presidents' Day Sales“).
Warum fällt der Feiertag nie auf Washingtons echten Geburtstag?
Da der Feiertag immer am dritten Montag im Februar liegt, kann er frühestens auf den 15. und spätestens auf den 21. Februar fallen. Der 22. Februar wird also kalendarisch knapp verpasst.
Wird nur Washington gefeiert?
Auf Bundesebene offiziell ja. In vielen US-Bundesstaaten werden aber Washington und Lincoln gemeinsam geehrt, manchmal sogar alle Präsidenten der Geschichte.
Der Geburtstag von George Washington ist mehr als ein historisches Datum oder ein Anlass für den Winterschlussverkauf. Er erinnert uns an die Kraft der Bescheidenheit und den Mut, Verantwortung zu übernehmen – und sie im richtigen Moment wieder abzugeben.
Wie würde George Washington wohl auf die heutige politische Welt blicken?
Möchten Sie mehr über amerikanische Traditionen erfahren? Speichern Sie diese Seite, um keinen Feiertag zu verpassen, oder teilen Sie diesen Artikel mit geschichtsinteressierten Freunden!
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: US Feiertage.
Ein musikalisches Denkmal...
Warum diese kleine Routine Ihr Leben bereichern kann...
Mehr als nur ein Rezept...