Der ENIAC-Tag in Philadelphia
Am 15. Februar ist der ENIAC-Tag in Philadelphia. Die Geburtsstunde des modernen Computers. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats Februar statt.
Rechner für Tage

Stellen Sie sich vor, Ihr Smartphone würde 30 Tonnen wiegen und eine ganze Wohnung füllen. Klingt absurd? Genau das war jedoch die Realität im Jahr 1946. Am 15. Februar feiern Technikbegeisterte weltweit den ENIAC-Tag in Philadelphia.
Dieser Tag erinnert an den Moment, als der erste rein elektronische Universalrechner der Welt der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Wir nehmen Sie mit auf eine Zeitreise zu den Wurzeln der digitalen Revolution – von gigantischen Röhren, vergessenen Heldinnen und der Frage: War Konrad Zuse vielleicht doch schneller?
Was ist der ENIAC überhaupt?
ENIAC steht für Electronic Numerical Integrator and Computer. Er war ein technologisches Monster, das im Auftrag der US-Armee entwickelt wurde, um ballistische Flugbahnen für Artilleriegeschosse zu berechnen. Was Menschen mit mechanischen Tischrechnern Tage kostete, erledigte der ENIAC in Sekunden.
Die technischen Daten im Überblick
Um die Dimensionen dieses Giganten zu verstehen, helfen nackte Zahlen, die heute fast unglaublich wirken:
Gewicht: 27 bis 30 Tonnen (so viel wie fünf ausgewachsene Elefanten).
Größe: Etwa 167 Quadratmetern (entspricht einer geräumigen 4-Zimmer-Wohnung).
Bauteile: Über 17.400 Elektronenröhren und 7.200 Kristalldioden.
Leistung: 5.000 Additionen pro Sekunde.
Anekdote aus der Geschichte: Der Stromverbrauch war so enorm (150 Kilowatt), dass sich hartnäckig das Gerücht hält, in ganz Philadelphia habe das Licht geflackert, wenn der ENIAC eingeschaltet wurde.
Die Köpfe hinter der Maschine
Der ursprüngliche Text erwähnte den Physiker John Mauchly. Doch er arbeitete nicht allein. Zusammen mit dem Elektroingenieur J. Presper Eckert bildete er das geniale Duo hinter der Hardware an der University of Pennsylvania (Moore School).
Die vergessenen Heldinnen der Programmierung
Lange Zeit wurden sie in den Geschichtsbüchern übersehen, doch heute rücken sie am ENIAC-Tag zu Recht in den Fokus: die sechs Frauen, die den ENIAC programmierten.
Während Mauchly und Eckert die Hardware bauten, waren es Mathematikerinnen wie Jean Bartik oder Grace Hopper (in späteren Projekten), die die Logik entwickelten. Damals gab es keine Tastaturen oder Bildschirme. „Programmieren“ hieß, tausende von Kabeln neu zu stecken und Schalter umzulegen. Diese Frauen leisteten Pionierarbeit für die Softwareentwicklung, wie wir sie heute kennen.
Ein Blick nach Deutschland: ENIAC vs. Zuse Z3
Für Leser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz stellt sich oft die Frage: War nicht Konrad Zuse der Erste?
Das ist eine Frage der Definition:
Konrad Zuse (Berlin): Er stellte bereits 1941 den Z3 vor. Dieser war der erste funktionstüchtige, programmierbare Computer der Welt – er arbeitete jedoch elektromechanisch mit Relais (Schaltern), nicht rein elektronisch.
ENIAC (Philadelphia): Er gilt als der erste rein elektronische Universalrechner. Durch den Verzicht auf mechanische Teile war er um ein Vielfaches schneller als der Z3.
Beide Maschinen sind unersetzliche Meilensteine der Informatikgeschichte.
Reise-Tipp: Wo Geschichte lebendig wird
Sollten Sie eine Reise an die Ostküste der USA planen, ist die Moore School of Electrical Engineering in Philadelphia ein Pflichttermin für Technikfans.
Was gibt es zu sehen? Originalteile der riesigen Schalttafeln und Röhrenmodule.
Warum lohnt es sich? Sie stehen genau an dem Ort, an dem 1946 das digitale Zeitalter begann.
Besonders während der „PennApps“, einem der größten Hackathons der Welt, verbindet sich hier historische Ehrfurcht mit modernster Innovation.
Häufige Fragen zum ENIAC-Tag (FAQ)
Wann wurde der ENIAC abgeschaltet?
Nach fast zehn Jahren Dauerbetrieb und einem Blitzeinschlag wurde der ENIAC am 2. Oktober 1955 endgültig außer Dienst gestellt. Teile davon landeten in Museen weltweit.
War der ENIAC so leistungsstark wie ein heutiges Handy?
Nein, bei weitem nicht. Ein einfacher Taschenrechner aus den 1990ern hatte bereits mehr Rechenleistung als der 30 Tonnen schwere ENIAC.
Warum ist der 15. Februar das Datum für den Gedenktag?
Am 15. Februar 1946 wurde der Computer offiziell der Presse und Öffentlichkeit vorgestellt (dedication ceremony).
Die Zukunft steht uns offen: Ein Tag, um Technik neu zu schätzen
Der ENIAC-Tag erinnert uns daran, wie rasant der technische Fortschritt ist. Innerhalb eines Menschenlebens entwickelten wir uns von raumfüllenden Maschinen zu unsichtbaren Cloud-Diensten. Der 15. Februar ist der perfekte Anlass, um das Smartphone kurz zur Seite zu legen und die Ingenieurskunst zu würdigen, die unseren heutigen Alltag erst möglich gemacht hat.
Was denken Sie: Welche heutige Erfindung wird man in 80 Jahren so bestaunen wie wir heute den ENIAC?
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