Welttag des Briefeschreibens
Am 1. September ist der Welttag des Briefeschreibens. Mehr als nur Tinte auf Papier. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats September statt.
Am 1. September ist der Welttag des Briefeschreibens. Mehr als nur Tinte auf Papier. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats September statt.

Wann haben Sie das letzte Mal Ihren Briefkasten geöffnet und darin etwas anderes gefunden als Rechnungen oder Werbung? Erinnern Sie sich an das Gefühl, einen handgeschriebenen Umschlag in den Händen zu halten? In unserer hochdigitalisierten Welt ist ein echter Brief zu einer seltenen Kostbarkeit geworden. Genau hier setzt der Welttag des Briefeschreibens (World Letter Writing Day) am 1. September an. Er lädt uns ein, die Hektik des Alltags zu unterbrechen und die fast vergessene Kunst der Handschrift neu zu entdecken.
Der Gedenktag wurde 2014 von dem australischen Autor, Künstler und Fotografen Richard Simpkin ins Leben gerufen. Seine Inspiration stammte aus einer tiefen persönlichen Erfahrung: Für sein Buchprojekt „Australian Legends“ schrieb er unzählige Briefe an Persönlichkeiten, die er bewunderte.
Simpkin bemerkte dabei zwei Dinge:
Die Macht, die von einem handgeschriebenen Brief ausgeht, öffnet Türen, die E-Mails oft verschlossen lassen.
Das Schreiben selbst hat eine fast meditative Wirkung auf den Verfasser.
Sein Ziel war es, eine Pause von den sozialen Medien einzulegen und die persönliche Verbindung, die nur Tinte auf Papier schaffen kann, wieder in den Fokus zu rücken.
Das Schreiben von Briefen ist nicht nur nostalgische Romantik, sondern kognitive Arbeit. Neurowissenschaftliche Erkenntnisse legen nahe, dass das Schreiben mit der Hand andere Hirareale aktiviert als das Tippen auf einer Tastatur.
Entschleunigung: Das Führen eines Füllfederhalters zwingt uns, langsamer zu denken und bewusster zu formulieren.
Emotionale Verarbeitung: Psychologen bestätigen oft, dass das Niederschreiben von Gefühlen hilft, Erlebnisse besser zu verarbeiten und Stress zu reduzieren.
Wertschätzung: Ein Brief signalisiert dem Empfänger: „Ich habe mir Zeit für dich genommen.“ Das ist in Zeiten von „Copy-Paste“-Nachrichten die höchste Form der Aufmerksamkeit.
Gerade im deutschsprachigen Raum blicken wir auf eine reiche Tradition zurück. Denken Sie an den berühmten Briefwechsel zwischen Goethe und Schiller. Über Jahre hinweg tauschten sie Gedanken aus, die heute zur Weltliteratur gehören. Auch wenn wir keine Dichterfürsten sind, zeigt dies: Briefe sind konservierte Zeitgeschichte und Bewahrer von Intimität.
Während SMS und WhatsApp-Nachrichten oft flüchtig sind und schnell im digitalen Nirvana verschwinden, werden Briefe aufgehoben. Sie landen in Schuhkartons oder Erinnerungsalben und werden oft noch Jahrzehnte später gelesen. Sie haben Bestand.
Sie müssen keinen Roman verfassen. Nutzen Sie diesen Tag als kleine Auszeit:
Material wählen: Gönnen Sie sich hochwertiges Papier und einen Stift, der gut in der Hand liegt.
Adressat finden: Schreiben Sie den Großeltern, einem alten Schulfreund oder sogar Ihrem zukünftigen Ich.
Atmosphäre schaffen: Setzen Sie sich an einen ruhigen Ort, vielleicht mit einer Tasse Tee oder Kaffee, und lassen Sie das Smartphone in einem anderen Zimmer.
Warum ist der Welttag des Briefeschreibens am 1. September?
Richard Simpkin wählte dieses Datum, um den Tag weltweit zu etablieren. Es markiert für ihn den Beginn einer neuen Saison (Frühling in Australien, Herbst in Europa) und symbolisiert einen Neuanfang in der Kommunikation.
Ist Briefeschreiben heute noch zeitgemäß?
Absolut. Gerade weil die digitale Kommunikation überhandnimmt, gilt der handgeschriebene Brief heute als exklusives Statussymbol für persönliche Wertschätzung und Stilbewusstsein.
Was schreibe ich, wenn mir die Worte fehlen?
Beginnen Sie einfach mit dem Grund Ihres Schreibens: „Ich habe heute an dich gedacht, weil…“. Ehrlichkeit ist wichtiger als poetische Perfektion. Erzählen Sie von einer kleinen Alltagsbegebenheit.
Obwohl die digitale Kommunikation aufgrund ihrer Effizienz und Schnelligkeit die Handschrift im Alltag fast vollständig verdrängt hat und Briefe oft als ineffizientes Relikt erscheinen, erleben wir gerade deshalb eine Renaissance des Briefes als Ausdruck von echtem Luxus und tiefer menschlicher Verbindung. Dies unterstreicht, dass in einer Welt der flüchtigen Nachrichten das Beständige und Persönliche wieder an immensem Wert gewinnt.
Nehmen Sie sich heute 15 Minuten Zeit – wem werden Sie eine Freude bereiten?
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