Umarmen Sie Ihren Jagdhund-Tag
Am 13. September ist der Umarmen Sie Ihren Jagdhund-Tag. Wenn Urinstinkt auf Familienleben trifft. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats September statt.
Am 13. September ist der Umarmen Sie Ihren Jagdhund-Tag. Wenn Urinstinkt auf Familienleben trifft. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats September statt.

Stellen Sie sich vor, Sie riechen die Welt, bevor Sie sie sehen. Ein einziger Luftzug erzählt Ihnen Geschichten von Wildtieren, Nachbarn und dem Wetter von morgen. Doch dann zieht die Leine, und der Asphalt brennt unter den Pfoten. Willkommen in der Welt Ihres Jagdhundes.
Am zweiten Sonntag im September feiern wir den „Umarmen Sie Ihren Jagdhund-Tag“ (Hug Your Hound Day). Doch Vorsicht: Es geht hier um weit mehr als nur Kuscheln auf dem Sofa. Dieser Tag ist eine Einladung, die Welt für 24 Stunden durch die Augen – und vor allem die Nase – Ihres vierbeinigen Partners zu betrachten.
Dieser Gedenktag wurde von der amerikanischen Hundeexpertin und Autorin Ami Moore ins Leben gerufen. Ihr Ziel war nicht primär die menschliche Geste der Umarmung, sondern eine mentale Umarmung: das Verständnis für die Bedürfnisse unserer Hunde in einer modernen, oft lauten und engen Welt.
Jagdhunde – von der sturen Bracke bis zum eleganten Vorstehhund – besitzen uralte Gene. Sie wurden über Jahrhunderte gezüchtet, um Lösungen zu finden, Spuren zu verfolgen und eigenständig zu arbeiten. Heute leben sie oft in Stadtwohnungen, müssen bei Fuß gehen und den Postboten ignorieren. Dieser Tag erinnert uns daran, diesen Spagat zwischen Instinkt und Alltag zu würdigen.
Während in den USA der Labrador die Statistik anführt, tickt der deutschsprachige Raum etwas anders. Hierzulande sind Jagdhunde tief in der Kultur verwurzelt:
Der Dackel (Teckel): Klein, aber oho. Ursprünglich für die gefährliche Arbeit im Fuchsbau gezüchtet, ist sein „Dickkopf“ eigentlich pure Tapferkeit und Entscheidungsfreude.
Der Deutsch Drahthaar: Ein Allrounder, der für seine Härte und Intelligenz geschätzt wird – und dafür, dass er nach der Arbeit engsten Familienanschluss sucht.
Der Weimaraner: Das „graue Gespenst“, das durch seine aristokratische Erscheinung besticht, aber eine klare Führung und viel Kopfarbeit benötigt.
Diese Rassen vereint eines: Sie sind keine reinen Befehlsempfänger, sondern mitdenkende Partner.
Als Experte für Hundeverhalten muss ich an dieser Stelle ein wichtiges „Aber“ einfügen. Der Name des Tages ist metaphorisch zu verstehen. Primaten (wie wir Menschen) drücken Zuneigung durch Umarmungen aus. Für Hunde (Caniden) ist das Auflegen einer Pfote oder eines Arms auf den Schulterbereich jedoch oft eine Dominanzgeste oder wirkt bedrohlich.
Achten Sie auf die Signale Ihres Hundes:
Dreht er den Kopf weg?
Leckt er sich über die Schnauze?
Zeigt er das „Weiß“ im Auge (Whale Eye)?
Wenn ja, verzichten Sie auf die enge Umarmung. Eine „Umarmung“ im Sinne des Hundes ist eher: Gemeinsam Zeit verbringen, eine Runde kraulen an der Lieblingsstelle oder einfach ruhig Seite an Seite sitzen (Kontaktliegen).
Wie machen Sie Ihrem Jagdhund heute die größte Freude? Indem Sie ihn „Hund“ sein lassen.
Der „Schnüffel-Spaziergang“ (Sniffari): Heute bestimmt die Nase den Weg. Lassen Sie Ihren Hund entscheiden, wo es langgeht und wie lange er an einem Grashalm lesen möchte. Das baut Stress ab und befriedigt zutiefst.
Fährtenarbeit für Anfänger: Verstecken Sie den Futterbeutel oder Lieblingsspielzeug im hohen Gras oder Unterholz. Lassen Sie ihn suchen – Jagdhunde wollen Aufgaben lösen, nicht nur Kilometer abreißen.
Ruhe lernen: Nach der „Jagd“ (dem Spiel) folgt die Ruhe. Massieren Sie entspannt die Ohren oder den Rücken – das stärkt die Bindung und senkt den Cortisolspiegel bei Ihnen beiden.
Wann genau findet der Tag statt?
Der Tag wird jährlich am zweiten Sonntag im September begangen.
Gilt der Tag nur für echte Jagdhunde?
Ursprünglich bezog sich „Hound“ auf Lauf- und Schweißhunde (wie Beagles oder Bloodhounds). Inzwischen wird der Tag aber weltweit genutzt, um alle Hunde mit Jagdinstinkt oder Jagdhund-Erbe zu feiern – also auch Mischlinge.
Warum sind Jagdhunde oft schwerer zu erziehen?
Das ist ein Mythos. Sie sind nicht schwerer zu erziehen, sie hinterfragen nur mehr. Viele Jagdhunde wurden auf Eigenständigkeit gezüchtet (z. B. Terrier oder Dackel). Sie kooperieren, wenn sie einen Sinn in der Aufgabe sehen und die Beziehung stimmt.
Ist eine Wohnungshaltung für Jagdhunde überhaupt okay?
Ja, absolut. Ein Jagdhund schläft drinnen genauso gern wie jeder andere Hund – oft sogar intensiver. Voraussetzung ist allerdings, dass er draußen seinen Kopf und seine Nase artgerecht einsetzen darf (z. B. durch Mantrailing oder Dummyarbeit).
Während die moderne Urbanisierung den natürlichen Lebensraum und die Freiheiten unserer Jagdhunde zunehmend einschränkt und ihre ursprünglichen Instinkte oft als Problemverhalten missverstanden werden, zeigt die ungebrochene Beliebtheit dieser Rassen, dass ihre Anpassungsfähigkeit und emotionale Tiefe sie dennoch zu unverzichtbaren Begleitern machen. Genau dieses Spannungsfeld erinnert uns daran, dass wahre Tierliebe bedeutet, die Natur im Hund zu respektieren, auch wenn sie auf dem Sofa liegt.
Wie werden Sie den nächsten Spaziergang gestalten – führen Sie, oder darf die Nase Ihres Hundes den Weg bestimmen?
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