Tag des Heiligen Sebastian
Am 20. Januar ist der Tag des Heiligen Sebastian. Zwischen Pfeilen, Pest und Popkultur. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats Januar statt.
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Wer war der heilige Sebastian?
Sebastian von Narbonne (256 – 288 n. Chr.) war Offizier der römischen Armee und zugleich bekennender Christ – ein Balanceakt in einer Ära, in der Christen unter Kaiser Diokletian massiv verfolgt wurden. Trotz dieser Gefahr stieg er bis zum Zenturio und Kohortenkommandeur auf, ein bemerkenswerter Aufstieg für einen Christen im heidnischen Heer.
Ein doppeltes Martyrium – und ein Wunder der Genesung
Der Legende nach wurde Sebastian wegen seiner Glaubenstreue von Bogenschützen niedergestreckt und dem Tod überlassen. Doch er überlebte – dank der Pflege der Witwe Irene. Später trat er erneut öffentlich gegen die Christenverfolgung auf und wurde diesmal zu Tode geprügelt. Damit gilt er als einer der wenigen Heiligen, die zweimal das Martyrium erlitten.
Pfeile, Pest und Patronate
Im Mittelalter wurde Sebastians Bild – gefesselt und von Pfeilen durchbohrt – zum Sinnbild für Schutz vor plötzlich hereinbrechendem Unheil. Pfeile galten als Sinnbild für Seuchen, insbesondere die Pest. So wurde Sebastian zu einem der meistverehrten Pestheiligen Europas, noch vor Rochus. Heute gilt er u. a. als Patron der Sportler, Soldaten, Bogenschützen, Kriegsversehrten – und, kurios, der Tapisserie-Hersteller.
Sebastian in der Kunst und Popkultur
Kaum ein Heiliger wurde so oft künstlerisch dargestellt. In der Renaissance sah man in ihm das Ideal männlicher Schönheit und stille Standhaftigkeit. Meister wie Botticelli, Mantegna, Rubens oder El Greco widmeten ihm eindrucksvolle Werke.
Im 20. Jahrhundert erhielt er neue Bedeutung: als Symbol in der queeren Kultur, als Ikone in Film, Musik und Literatur – etwa bei Derek Jarman oder in Anspielungen bei Madonna.
Feierlichkeiten weltweit – und in der DACH-Region
Am 20. Januar finden zu seinen Ehren Gottesdienste, Prozessionen und Volksfeste statt:
Mailand: zweiter Stadtpatron.
Rio de Janeiro: eigener Feiertag mit Paraden.
Österreich: Prozessionen in Orten wie St. Sebastian am Walde erinnern an den Pestschutz.
In Deutschland pflegen einige Gemeinden am 20. Januar Sebastian-Andachten oder Schützenfeiern, besonders in Bayern und im Rheinland.
Warum Sebastian heute noch inspiriert
Soldat und Christ, Beamter und Rebell, Märtyrer und Überlebender – Sebastians Geschichte ist ein Plädoyer für leisen, aber unbeirrbaren Mut. Sein Bild erinnert daran, dass Standhaftigkeit auch in unsicheren Zeiten Kraft schenken kann.
Zitat, das bleibt: „Die Pfeile mögen treffen – aber der Glaube steht.“
Faszinierende Zusatzfakten
Zweifaches Martyrium – seltene Heiligengeschichte.
Multikulturelle Verehrung, auch in synkretistischen Religionen Brasiliens und Haitis.
In der Renaissance männliches Gegenstück zur Maria.
Patron u. a. von Eisenhändlern, Gärtnern, Polizeibeamten.
Was bringt die Zukunft?
Der heilige Sebastian vereint historische Tiefe, künstlerische Strahlkraft und zeitlose Werte. Seine Geschichte verbindet Antike, Mittelalter und Moderne – und bleibt für Gläubige wie Kulturinteressierte relevant.
Was meinen Sie: Welche Bedeutung könnte Sebastians Botschaft von Standhaftigkeit und Hoffnung in unserer heutigen Gesellschaft haben?
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Tag des Heiligen Sebastian im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Chile, Mexiko, Spanien, Venezuela.
Was wird zusammen mit dem Tag des Heiligen Sebastian gefeiert?
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