Tag der Solidarität mit den politischen Gefangenen Südafrikas
Am 11. Oktober ist der Tag der Solidarität mit den politischen Gefangenen Südafrikas. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats Oktober statt.

Können Sie sich vorstellen, für den bloßen Wunsch nach Freiheit 27 Jahre lang in einer winzigen Zelle zu sitzen? Genau das war die Realität für Nelson Mandela und Tausende andere Aktivisten. Der 11. Oktober ist nicht nur ein Datum im Kalender. Es ist der Tag der Solidarität mit den politischen Gefangenen Südafrikas – ein globaler Gedenktag, der daran erinnert, dass Mauern fallen können, wenn der Wille zur Freiheit stark genug ist.
Dieser Artikel beleuchtet die historischen Hintergründe, die Rolle der internationalen Gemeinschaft und warum dieses Thema gerade heute in Europa wieder so aktuell ist.
Ein historisches Datum: Warum der 11. Oktober?
Viele fragen sich, warum genau dieses Datum gewählt wurde. Der Ursprung liegt im Jahr 1963. Am 11. Oktober verabschiedete die UN-Generalversammlung die Resolution 1881 (XVIII), die mit überwältigender Mehrheit die Freilassung aller politischen Gefangenen in Südafrika forderte.
Hintergrund war der berüchtigte Rivonia-Prozess, in dem die Führung des African National Congress (ANC) – darunter Nelson Mandela und Walter Sisulu – wegen Sabotage und Verschwörung angeklagt war. Um diesem dauerhaften Unrecht zu gedenken, riefen die Vereinten Nationen 1976 (Resolution 31/6 C) diesen speziellen Solidaritätstag offiziell ins Leben.
Die dunkle Ära der Apartheid
Die Apartheid war mehr als nur Rassentrennung; sie war ein staatlich organisiertes System der Unterdrückung.
Systematische Ausgrenzung: Die schwarze Bevölkerungsmehrheit hatte kein Wahlrecht und durfte sich nur in zugewiesenen Gebieten aufhalten.
Kriminalisierung von Protest: Wer Widerstand leistete, wurde als "Terrorist" gebrandmarkt, inhaftiert oder getötet.
Robben Island: Die Gefängnisinsel vor Kapstadt wurde zum Symbol des Widerstands. Sie fungierte unfreiwillig als "Universität" für die Inhaftierten, die dort ihre politischen Visionen für ein demokratisches Südafrika schärften.
Solidarität in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Der Kampf gegen die Apartheid fand nicht nur in Südafrika statt. Auch im deutschsprachigen Raum formierte sich Widerstand, der vielen Lesern noch in Erinnerung sein dürfte.
Während Regierungen aus wirtschaftlichen und geopolitischen Gründen oft zögerten, Sanktionen zu verhängen, zeigte die Zivilgesellschaft Haltung:
Der Früchte-Boykott: "Kauft keine Früchte aus Südafrika" – dieser Slogan prägte die 80er Jahre in deutschen und schweizerischen Supermärkten.
Kirchen und Gewerkschaften: Evangelische Kirchen und Gewerkschaften boten Plattformen für Informationsveranstaltungen und sammelten Spenden für den ANC.
Kultureller Druck: Künstler und Musiker beteiligten sich weltweit an der Isolierung des Regimes, was den moralischen Druck auf die Regierung in Pretoria enorm erhöhte.
Der Weg zur Versöhnung: Ein Modell für die Welt?
Mit der Freilassung Nelson Mandelas 1990 und den ersten freien Wahlen am 27. April 1994 (heute als Freedom Day gefeiert) endete die Apartheid politisch. Doch wie geht ein Land mit so tiefen Wunden um?
Die Antwort war die Wahrheits- und Versöhnungskommission unter dem Vorsitz von Erzbischof Desmond Tutu. Das Prinzip war revolutionär: Wahrheit gegen Amnestie. Täter mussten ihre Verbrechen vollständig offenlegen, um Straffreiheit zu erlangen. Dieses Modell ist bis heute weltweit einzigartig und zeigt, dass Aufarbeitung schmerzhaft, aber notwendig für den gesellschaftlichen Frieden ist.
Häufige Fragen (FAQ)
Hier finden Sie kompakte Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um den Gedenktag.
Wann wurde die Apartheid offiziell beendet?
Die rechtlichen Grundlagen der Apartheid wurden zwischen 1990 und 1993 abgeschafft. Mit den ersten freien Wahlen am 27. April 1994 endete das System endgültig.
Wer waren die bekanntesten politischen Gefangenen?
Neben Nelson Mandela gehörten Walter Sisulu, Govan Mbeki und Ahmed Kathrada zu den prominentesten Inhaftierten des Rivonia-Prozesses. Auch Steve Biko, der in Polizeigewahrsam starb, ist eine zentrale Figur.
Gibt es heute noch politische Gefangene in Südafrika?
Im demokratischen Südafrika gibt es keine politischen Gefangenen im Sinne der Apartheid-Definition mehr. Allerdings kämpft das Land heute mit anderen Herausforderungen wie Korruption und sozialer Ungleichheit.
Was bleibt?
Obwohl Südafrika auch heute noch mit enormer wirtschaftlicher Ungleichheit, hoher Kriminalität und den langen Schatten der Vergangenheit kämpft, bleibt der friedliche Übergang zur Demokratie eine historische Meisterleistung. Dennoch zeigt die Geschichte des 11. Oktober, dass internationale Solidarität und ziviler Ungehorsam selbst die starrsten Unrechtssysteme zu Fall bringen können. Genau das macht diesen Tag zu einer zeitlosen Mahnung für Zivilcourage.
Was denken Sie? Sehen Sie Parallelen zu heutigen globalen Konflikten?
Teilen Sie diesen Artikel mit Freunden oder in sozialen Medien, um an die Kraft der Solidarität zu erinnern.
Speichern Sie diese Seite, um keine wichtigen Feier- und Gedenktage zu verpassen.
Entdecken Sie unsere weiteren Artikel rund um Traditionen, Kultur und Feiertage.
Mach mehr aus diesem Tag! 💡
Egal ob für deinen Content, dein Team или deinen Unterricht – dieser Feiertag ist der perfekte Aufhänger. Damit du das ganze Jahr über keine Termine verpasst, haben wir etwas für dich: Unseren interaktiven Monatsplaner mit Direktlinks zu allen Hintergründen. 👉 Jetzt kostenlos herunterladen
Tag der Solidarität mit den politischen Gefangenen Südafrikas im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Südafrika, UN-Feiertage.
Was wird zusammen mit dem Tag der Solidarität mit den politischen Gefangenen Südafrikas gefeiert?
Stimmen der Natur im Mai und Oktober...
Warum er uns alle betrifft...
Eine Feier der globalen Sprachvielfalt...
Warum uraltes Wissen heute Leben retten kann – und was wir in Europa daraus lernen sollten...
Warum der „Frackträger“ unsere Hilfe braucht...
Ein Tag für Stärke, Verantwortung und das Rückgrat des ländlichen Raum...
Ein Datum, zwei Geschichten und die Macht der Bildung...








