Tag der Einnahme der türkischen Festung Ischmael in Russland
Am 24. Dezember ist der Tag der Einnahme der türkischen Festung Ischmael in Russland. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Dezember statt.
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Tag der Einnahme der Festung Ismail: Zwischen Heldenepos und Mahnmal
„Eher stürzt der Himmel zu Boden und die Donau fließt aufwärts, als dass Ismail sich ergibt.“ Mit diesen trotzigen Worten lehnte der osmanische Kommandant im Dezember 1790 die Kapitulation ab. Doch was als unmöglich galt, geschah nur wenige Tage später. Die Einnahme der Festung Ismail veränderte nicht nur den Verlauf des Russisch-Türkischen Krieges, sondern prägt bis heute das kollektive Gedächtnis.
Ein Bollwerk, das unbesiegbar schien
Die Festung Ismail, im heutigen Grenzgebiet zwischen der Ukraine und Rumänien gelegen, war am Ende des 18. Jahrhunderts ein Meisterwerk der Ingenieurskunst. Deutsche und französische Fachleute hatten sie zu einer uneinnehmbaren Bastion ausgebaut:
Elf Meter hohe Erdwälle und tiefe Wassergräben.
Eine Besatzung von etwa 35.000 erfahrenen Soldaten.
Über 250 Kanonen, die jeden Angreifer unter Feuer nehmen konnten.
Für das Osmanische Reich war die Festung das wichtigste Bollwerk an der unteren Donau. Für Russland hingegen war sie der Schlüssel, um den Krieg gegen die Türken (1787–1791) siegreich zu beenden. Auch in Wien verfolgte man die Ereignisse gespannt, da Österreich unter Kaiser Joseph II. als enger Verbündeter Russlands in diesen Konflikt involviert war.
Suworows unkonventioneller Weg zum Sieg
Nachdem zwei Belagerungsversuche gescheitert waren, übernahm General Alexander Suworow das Kommando. Suworow galt als exzentrisch, aber genial. Er wusste: Ein klassischer Belagerungskrieg würde Monate dauern. Stattdessen setzte er auf Schnelligkeit und psychologische Vorbereitung.
Er ließ im Hinterland originalgetreue Gräben und Wälle nachbauen, an denen seine Soldaten Tag und Nacht den Sturm übten. Am 24. Dezember 1790 (nach gregorianischem Kalender) war es so weit: In den frühen Morgenstunden griffen neun Kolonnen gleichzeitig an. Nach neun Stunden blutiger Nahkämpfe in den Straßen der Stadt war die Festung gefallen.
Strategische Folgen für Europa
Der Fall von Ismail war ein diplomatisches Beben. Die militärische Überlegenheit Russlands zwang das Osmanische Reich schließlich an den Verhandlungstisch. 1792 wurde der Friede von Jassy unterzeichnet.
Russland sicherte sich die Kontrolle über die gesamte nördliche Schwarzmeerküste.
Die Krim wurde endgültig als russisches Territorium anerkannt.
Ismail selbst musste paradoxerweise laut Vertrag an die Türken zurückgegeben werden – doch der psychologische Sieg blieb bestehen.
Tradition und heutige Bedeutung
In Russland wird der 24. Dezember seit 1995 als „Tag des militärischen Ruhms“ gefeiert. Für Historiker bleibt die Schlacht ein Paradebeispiel für taktische Innovation. Zarin Katharina die Große ließ sogar spezielle Orden prägen, um die Tapferkeit der Offiziere zu ehren.
Doch wie blicken wir heute auf solche Ereignisse? In einer modernen, vernetzten Welt ist die Erinnerung an militärische Siege immer auch mit der Mahnung an das menschliche Leid verbunden. Die Zehntausenden Toten auf beiden Seiten zeigen die zerstörerische Wucht, die entsteht, wenn Großmächte um Einfluss ringen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum war die Festung Ismail so wichtig?
Sie kontrollierte den Zugang zur unteren Donau und war die stärkste Verteidigungsanlage des Osmanischen Reiches in dieser Region. Ihr Fall bedeutete den Zusammenbruch der türkischen Verteidigungslinie.
Wer war Alexander Suworow?
Ein berühmter russischer Generalissimus, der in seiner gesamten Karriere keine einzige Schlacht verloren haben soll. Er legte großen Wert auf die Ausbildung seiner Soldaten („Schwere Lehre – leichtes Gefecht“).
Hatte die Schlacht Auswirkungen auf Deutschland oder Österreich?
Ja, Österreich war zu Beginn des Krieges ein wichtiger Verbündeter Russlands. Der Sieg schwächte den osmanischen Einfluss auf dem Balkan nachhaltig, was die Machtbalance in ganz Europa verschob.
Ein Spiegel der Zeit
In einer Zeit, in der historische Siege oft instrumentalisiert werden, bleibt der Fall von Ismail ein Beispiel für die Ambivalenz von Macht; während die strategische Brillanz Bewunderung auslösen mag, mahnt die hohe Zahl der Opfer an die Grausamkeit des Krieges. Dies unterstreicht, dass Geschichte nie nur aus Daten besteht, sondern immer aus menschlichen Schicksalen.
Was bedeutet für Sie heute ein „militärischer Gedenktag“ – ist es ein notwendiges Erinnern an die Vorfahren oder ein veraltetes Konzept?
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Tag der Einnahme der türkischen Festung Ischmael in Russland im Kalender 2026, 2027
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