Rennell-Tag und Bellona-Provinz-Tag auf den Salomonen
Am 20. Juli ist der Rennell-Tag und Bellona-Provinz-Tag auf den Salomonen. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats Juli statt.
Am 20. Juli ist der Rennell-Tag und Bellona-Provinz-Tag auf den Salomonen. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats Juli statt.

Wussten Sie, dass mitten in der melanesischen Inselwelt der Salomonen zwei Inseln existieren, die kulturell fast vollständig polynesisch geprägt sind? Am 20. Juli feiern die Bewohner der Provinz Rennell und Bellona ihre einzigartige Identität, ihre atemberaubende Natur und ihr reiches Erbe. Es ist ein Tag, an dem Tradition auf Stolz trifft – in einer der abgelegensten Regionen der Erde.
Der Rennell-und-Bellona-Provinztag ist weit mehr als nur ein freier Tag im Kalender der Salomonen. Er würdigt die Gründung der Provinz und zelebriert die Besonderheit der sogenannten „Polynesian Outliers“. Während der Großteil der Salomonen melanesische Wurzeln hat, pflegen die Menschen auf Rennell und Bellona polynesische Bräuche, Sprachen und Tänze.
Fällt der 20. Juli auf einen Sonntag, wird der Feiertag ganz pragmatisch am darauffolgenden Montag nachgeholt. So bleibt genügend Zeit für die Gemeinschaft, Sportwettkämpfe und traditionelle Zeremonien.
Die Insel Rennell ist ein geografisches Superlativ. Mit einer Länge von 86 Kilometern und einer Breite von 15 Kilometern gilt sie als das größte angehobene Korallenatoll weltweit. Besonders der südliche Teil, East Rennell, ist ein Naturjuwel von globalem Rang:
UNESCO-Welterbe: East Rennell war die erste naturbelassene Stätte im Pazifik, die in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen wurde.
Der Tegano-See: Das ehemalige Atoll-Becken bildet heute den größten Binnensee im insularen Pazifik. Er ist brackig und beherbergt zahlreiche endemische Arten, die nirgendwo sonst auf der Welt zu finden sind.
Ein riesiges Schutzgebiet: Das Areal umfasst rund 37.000 Hektar Landfläche und erstreckt sich zusätzlich drei Seemeilen weit ins offene Meer.
Während Rennell wild und rau wirkt, ist die deutlich kleinere Nachbarinsel Bellona (lokal Mungiki genannt) dicht besiedelt und bekannt für ihre üppigen Gärten. Die Insel ist reich an Geschichte und Mythen:
Tauchparadies: Die Gewässer um die Bellona Shoals sind berüchtigt für ihre tückischen Riffe. Was früher Seefahrern zum Verhängnis wurde, ist heute ein faszinierendes Revier für erfahrene Taucher, gespickt mit historischen Schiffswracks.
Die Steine der Ahnen: Im Westen der Insel, bei Ngabenga, finden sich Spuren der Vergangenheit. Hier standen einst heilige Steine, die als Verkörperung alter Gottheiten und Ahnen verehrt wurden. Sie bleiben ein wichtiges Symbol für das spirituelle Erbe der Region.
Der 20. Juli ist ein Fest für alle Sinne. Die Feierlichkeiten bringen die zehn Dörfer Bellonas und die verstreuten Siedlungen Rennells (sofern logistisch möglich) zusammen oder verbinden sie im Geiste.
Typische Elemente des Tages sind:
Traditionelle Tänze: Der berühmte Mako-Tanz, begleitet von rhythmischem Klatschen und Gesängen, darf nicht fehlen.
Sport und Spiel: Rugby und Fußball sind beliebt, aber auch traditionelle Wettkämpfe im Ringen oder Speerwerfen finden statt.
Festessen: Erdöfen (Motu) werden entzündet, um Taro, Yamswurzeln und frischen Fisch zuzubereiten.
Ist der 20. Juli auf den gesamten Salomonen ein Feiertag?
Nein, es handelt sich um einen regionalen Provinztag. Er ist nur in der Provinz Rennell und Bellona arbeitsfrei, wird aber von Menschen aus der Region im ganzen Land (z. B. in der Hauptstadt Honiara) gefeiert.
Kann man als Tourist am Provinztag teilnehmen?
Ja, Besucher sind herzlich willkommen. Die Gastfreundschaft der Polynesier ist legendär. Allerdings ist die Anreise nach Rennell oder Bellona aufwendig und erfordert gute Planung (kleine Flugzeuge oder unregelmäßige Schiffsverbindungen).
Warum ist East Rennell gefährdet?
Obwohl es ein UNESCO-Welterbe ist, steht East Rennell auf der Roten Liste des gefährdeten Erbes. Holzeinschlag (Logging) und die Auswirkungen des Klimawandels bedrohen das empfindliche Ökosystem.
Die Zukunft dieser einzigartigen Inselwelt steht auf Messers Schneide: Die fortschreitende Abholzung und der steigende Meeresspiegel könnten das empfindliche Ökosystem von East Rennell unwiederbringlich zerstören und die Lebensgrundlage der Bewohner vernichten. Andererseits bietet der wachsende, nachhaltige Ökotourismus und das internationale Bewusstsein für das UNESCO-Erbe eine echte Chance, die kulturelle Identität zu bewahren und den Naturschutz langfristig zu finanzieren.
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Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Salomoninseln.
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