Patronatsfest zu Ehren des heiligen Erzengels Michael
Am 29. September ist das Patronatsfest zu Ehren des heiligen Erzengels Michael. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats September statt.
Am 29. September ist das Patronatsfest zu Ehren des heiligen Erzengels Michael. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats September statt.

Haben Sie sich jemals gefragt, warum wir im Alltag oft vom „Deutschen Michel“ sprechen oder weshalb der 29. September früher für unsere Vorfahren der wichtigste Tag des Jahres war? Hinter dem Michaelistag verbirgt sich weit mehr als ein kirchliches Datum. Es ist ein Fest, das Mut, Gerechtigkeit und den Wechsel der Jahreszeiten auf faszinierende Weise vereint.
Der heilige Erzengel Michael ist eine der kraftvollsten Figuren der Weltgeschichte. In den jüdischen, christlichen und islamischen Traditionen gilt er als der Anführer der himmlischen Heerscharen. Oft sehen wir ihn in der Kunst mit einem flammenden Schwert oder einer Lanze, wie er einen Drachen bezwingt – das Symbol für den Sieg des Lichts über die Dunkelheit.
Doch Michael hat noch eine andere Seite: Er wird oft mit einer Waage dargestellt. In der christlichen Ikonographie gilt er als „Seelenwäger“, der am Ende des Lebens die Taten der Menschen misst. Für uns heute steht er symbolisch für Zivilcourage und die Kraft, für das Richtige einzustehen.
Die Geschichte dieses Festes reicht bis ins 5. Jahrhundert zurück. Papst Leo der Große weihte damals eine Basilika zu Ehren Michaels in Rom ein. Seither ist dieser Tag fest im Kalender verankert.
Im Mittelalter hatte der Michaelistag zudem eine handfeste wirtschaftliche Bedeutung. Er war ein „Quatember-Tag“ – ein wichtiger Termin für das Rechts- und Wirtschaftsleben:
Pachtzahlungen und Zinsen wurden fällig.
Dienstboten durften oft ihren Dienstherrn wechseln.
Es war der offizielle Beginn der „Lichtzeit“: In den Werkstätten wurde ab nun wieder bei Kerzenschein gearbeitet.
Der Michaelistag ist tief in der Kultur von Deutschland, Österreich und der Schweiz verwurzelt.
Ähnlich wie die bekanntere Martinsgans gibt es auch die „Michaelis-Gans“. Da die Bauern Ende September ihre Pacht oft in Naturalien bezahlten, landete das fette Geflügel pünktlich zum Fest auf dem Tisch. Ein gemeinsamer Gänsebraten im Kreise der Familie ist eine Tradition, die heute wieder viele Menschen für sich entdecken.
In ländlichen Regionen markiert der Tag den Abschluss der Ernte. Eine bekannte Bauernregel besagt: „Regnet es an Michaelis, so folgt ein milder Winter.“ In der Schweiz und im Alpenraum finden rund um dieses Datum oft die prächtigen Alpabtriebe statt, wenn das Vieh sicher von den Bergen ins Tal zurückkehrt.
Wussten Sie, dass der Erzengel Michael seit der Schlacht auf dem Lechfeld (955 n. Chr.) als Schutzpatron der Deutschen gilt? Daraus entwickelte sich über Jahrhunderte die Figur des „Deutschen Michel“. Während diese heute oft als Karikatur eines verschlafenen Bürgers mit Zipfelmütze dient, war sie ursprünglich ein Symbol für Wehrhaftigkeit und Ehrlichkeit.
Ist der Michaelistag ein gesetzlicher Feiertag?
Nein, in Deutschland, Österreich und der Schweiz ist der 29. September ein Gedenktag, aber kein arbeitsfreier gesetzlicher Feiertag.
Welche Symbole gehören zum Erzengel Michael?
Die wichtigsten Symbole sind das Schwert (Kampf gegen das Böse), der Drache (das besiegte Übel) und die Waage (Gerechtigkeit).
Was ist die Michaelis-Kirmes?
In vielen Städten, wie zum Beispiel in Werl oder Gütersloh, haben sich aus den mittelalterlichen Märkten zum Michaelistag große Volksfeste entwickelt, die bis heute Millionen Besucher anziehen.
In einer Zeit, in der viele alte Bräuche in Vergessenheit geraten, wirkt der Michaelistag zunächst wie ein Relikt aus vergangener Zeit. Doch gerade die Besinnung auf Werte wie Schutz, Standhaftigkeit und Dankbarkeit für die Ernte schenkt uns in einer unsicheren Welt notwendigen Halt. Genau das zeigt, wie zeitlos die Botschaft des Erzengels ist.
Die Rückbesinnung auf regionale Identität bietet die Chance auf mehr Gemeinschaft, birgt jedoch das Risiko, sich in Nostalgie zu verlieren. Es liegt an uns, die alten Werte des „Lichtbringers“ Michael in ein modernes, offenes Handeln zu übersetzen.
Wie begehen Sie diesen Tag? Vielleicht nutzen Sie den 29. September für einen herbstlichen Spaziergang oder ein bewusstes Abendessen im Kreise Ihrer Liebsten, um danke zu sagen.
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