Der „Tag des Sieges“ in Nordkorea
Am 27. Juli ist der „Tag des Sieges“ in Nordkorea. Erinnerung, Macht und Mythos. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Juli statt.

Wussten Sie, dass Nordkorea jedes Jahr einen „Sieg“ feiert, den die Welt außerhalb des Landes so gar nicht anerkennt?
Am 27. Juli erinnert Nordkorea an das Ende des Koreakriegs 1953 – ein Datum, das dort als „Tag des Sieges im Großen Vaterländischen Befreiungskrieg“ gilt. Während der Rest der Welt von einem Waffenstillstand spricht, inszeniert Pjöngjang diesen Tag als Triumph über Südkorea und die Vereinten Nationen.
Historischer Hintergrund
Der Koreakrieg (1950–1953) endete mit dem Waffenstillstandsabkommen vom 27. Juli 1953. Es schuf die demilitarisierte Zone (DMZ), die Nord- und Südkorea bis heute trennt. Für Nordkorea wurde dieses Datum zum Symbol der Stärke und Unabhängigkeit – ein Narrativ, das die Kim-Dynastie bis heute pflegt.
Feierlichkeiten in Nordkorea
Militärparaden in Pjöngjang, bei denen Soldaten und Waffen präsentiert werden.
Feuerwerke und Massenveranstaltungen, die den „Sieg“ verherrlichen.
Propagandafilme und Reden, die den Mythos des unbesiegbaren Nordkorea stärken.
Für die Bevölkerung ist der Tag weniger ein Fest der Freude als vielmehr ein Ritual der Loyalität.
Flucht und Sehnsucht nach Freiheit
Seit 1953 haben über 33.800 Nordkoreaner ihre Heimat verlassen und in Südkorea Zuflucht gefunden. Viele weitere flohen nach China oder Russland. Ihre Geschichten stehen im scharfen Kontrast zur staatlichen Inszenierung des „Sieges“ – sie erzählen von Hunger, Unterdrückung und dem Wunsch nach einem Leben in Freiheit.
Faszinierende Fakten
Nordkorea hat eine der strengsten Visapolitiken weltweit.
Der Zugang zu Informationen aus dem Ausland ist nahezu unmöglich – staatliche Propaganda dominiert.
Kuriose Vorschriften wie verbotene Jeans oder staatlich genehmigte Haarschnitte unterstreichen die Kontrolle über das Alltagsleben.
Ein Blick von außen
Für uns im deutschsprachigen Raum wirkt dieser Feiertag wie ein Spiegel: Er zeigt, wie Erinnerungskultur auch zur Machtsicherung missbraucht werden kann. Während wir Gedenktage oft nutzen, um Frieden, Versöhnung und Menschlichkeit zu betonen, wird in Nordkorea der Krieg selbst zum Mythos erhoben.
Was bringt die Zukunft?
Der „Tag des Sieges“ in Nordkorea ist mehr als ein Feiertag – er ist ein politisches Instrument, ein Ritual der Macht und ein Symbol für Isolation. Doch er wirft auch Fragen auf: Wie lange kann ein Staat seine Geschichte so einseitig erzählen? Und wie verändert sich Erinnerung, wenn neue Generationen andere Sehnsüchte haben?
Was wird zusammen mit dem Der „Tag des Sieges“ in Nordkorea gefeiert?
Ein Feiertag der Militärpolitik...








