Nenne dein Gift-Tag
Am 8. Juni ist der Nenne dein Gift-Tag. Warum wir manche Lebensmittel hassen und das völlig okay ist. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats Juni statt.

Stellen Sie sich vor, Sie sind zum Abendessen eingeladen und vor Ihnen steht ein Teller mit dampfenden Kutteln oder einem Salat, der unter Koriander begraben ist. Während andere genüsslich zugreifen, zieht sich bei Ihnen alles zusammen. Kennen Sie das?
Genau für diese Momente gibt es den 8. Juni. Der „Nenne-dein-Gift-Tag“ (original: Name Your Poison Day) ist die perfekte Gelegenheit, um ohne Scham über kulinarische Abneigungen zu sprechen. Heute geht es nicht um Höflichkeit, sondern um die ehrliche Antwort auf die Frage: Was kommt bei Ihnen garantiert nicht auf den Teller?
Die Herkunft: Von der Bar zum Esstisch
Der Begriff „Name your poison“ stammt ursprünglich aus dem englischsprachigen Raum des 19. Jahrhunderts. Er war eine lässige Aufforderung an der Bar, sich ein Getränk – meist ein alkoholisches – auszusuchen.
Heute hat sich der Tag zu einem humorvollen Gedenktag für all die Dinge entwickelt, die wir schlichtweg nicht ausstehen können. Er bietet eine Plattform für den Austausch über individuelle Geschmäcker und macht deutlich: Wir müssen nicht alles mögen.
Warum wir hassen, was wir hassen
Hinter einer Abneigung gegen Lebensmittel steckt weit mehr als nur Sturheit oder „Mäkeligkeit“. Unsere Ablehnung ist oft biologisch oder genetisch programmiert.
Das Geheimnis unserer Gene
Ein klassisches Beispiel ist der Koriander. Für etwa 15 Prozent der Bevölkerung schmeckt dieses Kraut nicht aromatisch, sondern nach Seife. Studien, unter anderem veröffentlicht in der Fachzeitschrift Nature, zeigen, dass dies an einer Variation der Geruchsrezeptor-Gene (speziell das Gen OR6A2) liegt. Diese Menschen nehmen die im Koriander enthaltenen Aldehyde anders wahr – für sie ist der Seifengeschmack eine reale, biologische Tatsache.
Die Rolle der „Supertaster“
Die Forschung von Linda Bartoshuk, einer Pionierin der Geschmacksforschung, zeigt zudem, dass es sogenannte „Supertaster“ gibt. Diese Menschen besitzen eine überdurchschnittlich hohe Dichte an Geschmacksknospen. Was für andere angenehm bitter ist (wie etwa Rosenkohl oder Tonic Water), empfinden Supertaster als unerträglich scharf oder gallig.
Regionale „Gifte“: Kulinarische Reizthemen im DACH-Raum
In Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es ganz spezifische Lebensmittel, die die Gemüter spalten:
Innereien: Ob Leber oder Kutteln – die Textur und der intensive Eigengeschmack sind für viele ein rotes Tuch.
Kümmel: Im Brot oder im Schweinebraten unverzichtbar für die einen, ein Grund zum Aussortieren für die anderen.
Rosinen: Die klassische Spaltung bei Christstollen oder Kaiserschmarrn.
Lakritz: Während man im Norden Deutschlands kaum ohne auskommt, stößt der „Bärenschiss“ im Süden oft auf Unverständnis.
FAQ: Häufig gestellte Fragen zum Geschmackssinn
Warum ändern sich Abneigungen im Alter?
Mit der Zeit sterben Geschmacksknospen ab. Während Kinder bittere Stoffe als Warnsignal für Gift interpretieren, lernen Erwachsene, komplexe Bitternoten (wie in Kaffee oder Bier) zu schätzen.
Kann man Ekel „verlernen“?
Ja, durch wiederholte Exposition (ca. 10-15 Mal probieren) kann sich das Gehirn an neue Geschmäcker gewöhnen. Das funktioniert jedoch nur bei Gewohnheiten, nicht bei genetisch bedingten Abneigungen.
Ist Ekel ein Schutzmechanismus?
Absolut. Ekel schützte unsere Vorfahren davor, verdorbene oder giftige Substanzen zu essen. Er ist eine der stärksten emotionalen Reaktionen unseres Körpers.
Warum mögen manche Menschen Schärfe und andere nicht?
Schärfe ist kein Geschmack, sondern ein Schmerzsignal der Trigeminus-Nerven. Die Toleranz hierfür ist individuell sehr unterschiedlich und stark von der Gewöhnung geprägt.
Analyse und Ausblick
Während der moderne Überfluss uns erlaubt, ungeliebte Lebensmittel einfach zu meiden, führt diese Freiheit paradoxerweise oft zu einer sozialen Distanzierung bei gemeinsamen Mahlzeiten. Trotz der biologischen Unvermeidbarkeit mancher Abneigungen bleibt die kulinarische Neugier eine Brücke zwischen den Kulturen, die wir nicht leichtfertig einreißen sollten. Dies unterstreicht die Komplexität unserer menschlichen Natur zwischen Instinkt und Genuss.
Die Zukunft der Ernährung könnte sogar personalisiert sein: Gentests könnten uns vorab sagen, welche Lebensmittel wir meiden sollten, um Genuss zu maximieren.
Und Sie? Welches Lebensmittel ist Ihr persönliches „Kryptonit“? Teilen Sie diesen Artikel mit Ihren Freunden und finden Sie heraus, wer in Ihrem Bekanntenkreis die schrägsten Abneigungen hat!
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Nenne dein Gift-Tag im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Kulinarische Tage, Kuriose Feiertage, US Feiertage.
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