Muttertag in Hongkong und anderen Ländern
Am 3. Mai ist der Muttertag in Hongkong und anderen Ländern. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats Mai statt.
Am 3. Mai ist der Muttertag in Hongkong und anderen Ländern. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats Mai statt.

Wussten Sie, dass die Erfinderin des Muttertags ihre eigene Kreation später aus tiefstem Herzen hasste? Jedes Jahr werden weltweit rund 152 Millionen Muttertagskarten verschickt. Allein im deutschen Einzelhandel werden an diesem Wochenende über eine Milliarde Euro umgesetzt. Doch hinter dem Fest der Blumen und Pralinen steckt eine faszinierende, oft paradoxe Geschichte, die uns von den USA über Hongkong bis nach Europa führt.
Der Muttertag in seiner modernen Form geht auf die US-Amerikanerin Anna Marie Jarvis zurück. Im Jahr 1908 verteilte sie anlässlich eines Gedenkgottesdienstes für ihre eigene Mutter 500 weiße Nelken. Die Botschaft war rein, persönlich und unkommerziell.
Doch die Blumenindustrie witterte schnell das große Geschäft. Sie erhöhte die Preise und führte die rote Nelke als Symbol für noch lebende Mütter ein, während die weiße Nelke fortan für verstorbene Mütter stand. Anna Jarvis war entsetzt über diese Entwicklung. Sie verbrachte den Rest ihres Lebens – und ihr gesamtes Vermögen – damit, gegen die Kommerzialisierung des Feiertags zu protestieren.
Die tragische Ironie der Geschichte: Als sie völlig verarmt in einem Sanatorium lebte, wurden ihre Rechnungen Berichten zufolge heimlich von Vertretern der Grußkarten- und Blumenindustrie bezahlt.
Obwohl der Titel es verspricht, wussten Sie bisher wahrscheinlich wenig über den Muttertag in Hongkong. In der asiatischen Metropole wird der Tag – wie in vielen anderen Ländern auch – am zweiten Sonntag im Mai gefeiert. Hier trifft westlicher Konsum auf tief verwurzelte kantonesische Traditionen:
Der Dim-Sum-Brunch: Statt Frühstück ans Bett führen Familien ihre Mütter oft in traditionelle Teehäuser aus, um gemeinsam Dim Sum (kleine, gedämpfte Köstlichkeiten) zu genießen.
Luxus und Wellness: Neben dem klassischen Nelkenstrauß sind Spa-Besuche in den luxuriösen Hotels der Stadt ein äußerst beliebtes Geschenk, um den Müttern eine Auszeit vom hektischen Stadtleben zu gönnen.
In Festlandchina verschmilzt der Tag stark mit der über 2000 Jahre alten konfuzianischen Tradition der Elternverehrung. Dabei ist es heute absolut üblich, den Müttern rote Nelkensträuße zu schenken. Es ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie sich jahrhundertealte Werte mit modernen, westlichen Bräuchen verbinden lassen.
Für uns im deutschsprachigen Raum erfüllt der Muttertag wichtige emotionale und soziale Aufgaben. Besonders für Menschen zwischen 35 und 60 Jahren ist der Tag ein familiärer Anker. Er bringt Generationen an den Kaffeetisch, weckt nostalgische Erinnerungen an die eigene Kindheit und bietet eine Pause im stressigen Alltag.
Gleichzeitig ist das Wochenende ein enormer Wirtschaftsfaktor. Der Handelsverband Deutschland (HDE) rechnet zum Muttertag regelmäßig mit einem Umsatz von über einer Milliarde Euro. Im Schnitt gibt hierzulande jeder etwa 19 Euro für anlassbezogene Geschenke aus – meist für Blumen, Kosmetik oder Feinkost. Hiervon profitiert vor allem der lokale Einzelhandel und die Gastronomie.
Doch an den Kaffeetafeln gibt es auch Raum für sachliche Diskussionen. Denn während Mütter an einem Sonntag im Mai gefeiert werden, stecken im Alltag viele in der sogenannten Teilzeitfalle. Wegen immer noch fehlender Kita-Plätze arbeiten in Deutschland zwei von drei Müttern in Teilzeit. Dieses Spannungsfeld zwischen einem jährlichen Blumenstrauß und dem echten Wunsch nach besserer Vereinbarkeit von Familie und Beruf betrifft genau die Lebensrealität vieler Familien heute.
Ein gern geteiltes Internet-Meme besagt, dass der Muttertag die niedrigste Kriminalitätsrate im Jahr aufweist. Das klingt verlockend und spiegelt unsere tiefe Hoffnung wider, dass aus Respekt vor den Müttern selbst Kriminelle eine Pause einlegen. Doch eine gründliche Untersuchung durch die Faktenprüfungsseite Snopes konnte diese Behauptung nicht bestätigen. Die Analyse von Verhaftungsdaten ergab keine spürbaren Abweichungen vom Durchschnitt. Liebe und Respekt wirken an diesem Tag also leider keine statistischen „Wunder“.
Wann ist Muttertag?
In der DACH-Region, den USA und in Hongkong fällt der Muttertag auf den zweiten Sonntag im Mai. Andere Länder haben abweichende Daten – in Großbritannien wird beispielsweise der "Mothering Sunday" bereits im März gefeiert.
Warum verschenkt man ausgerechnet Nelken?
Die Begründerin Anna Jarvis wählte ursprünglich die weiße Nelke, da es die Lieblingsblume ihrer Mutter war. Später etablierte die Blumenindustrie die rote Nelke für lebende und die weiße für verstorbene Mütter.
Wie viel Geld wird am Muttertag ausgegeben?
Der Muttertag ist ein massiver Wirtschaftsfaktor. Allein der deutsche Einzelhandel setzt über eine Milliarde Euro um, und weltweit werden geschätzt 152 Millionen Grußkarten verschickt.
Während der Muttertag im Laufe der Jahrzehnte stark kommerzialisiert wurde und manchmal über reale, strukturelle Herausforderungen wie die fehlende Vereinbarkeit von Familie und Beruf hinwegtäuscht, bietet er dennoch einen unverzichtbaren emotionalen Anker, um familiäre Bindungen in einer oft hektischen Zeit ganz bewusst zu stärken. Er gibt uns den Raum, einfach einmal innezuhalten und jenen Menschen ehrliche Dankbarkeit zu zeigen, die unser Leben entscheidend geprägt haben. Genau diese Gleichzeitigkeit aus Konsumfest und echter Herzenswärme zeigt, wie komplex und tief verwurzelt unsere familiären Strukturen heute sind.
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, welche Muttertags-Traditionen Sie an die nächste Generation weitergeben möchten?
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