Laternenfest
Am 3. März ist das Laternenfest. Ein Meer aus Licht, Hoffnung und Gemeinschaft. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats März statt.
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Wenn ein Meer aus Licht die Dunkelheit besiegt
Haben Sie schon einmal erlebt, wie eine ganze Stadt den Atem anhält, nur um im nächsten Moment in einem funkelnden Lichtermeer zu explodieren? Es ist der Moment, in dem der erste Vollmond des neuen Mondjahres am Himmel steht und unten auf der Erde tausende rote Laternen antworten. Das Laternenfest (chinesisch: Yuanxiao Jie) ist nicht einfach nur ein schöner Anblick – es ist das emotionale Finale des chinesischen Neujahrsfestes und eines der ältesten Kulturereignisse der Welt.
Ein Blick zurück: Wo Geschichte auf Legende trifft
Als Ihr Reiseleiter durch die Geschichte nehme ich Sie mit in die Vergangenheit. Die Wurzeln dieses Lichterfestes reichen über 2.000 Jahre zurück, tief in die Han-Dynastie (206 v. Chr. – 220 n. Chr.). Doch warum zünden wir eigentlich Laternen an? Hier vermischen sich historische Fakten mit faszinierenden Mythen.
Der buddhistische Ursprung
Kaiser Ming, ein großer Förderer des Buddhismus, beobachtete, dass Mönche am 15. Tag des ersten Mondmonats zu Ehren Buddhas Lichter entzündeten. Fasziniert von dieser Geste, ordnete er an, dass alle Tempel, Paläste und sogar die einfachen Haushalte diesem Beispiel folgen sollten. Das Licht stand für die Erleuchtung und die Überwindung der Dunkelheit.
Die Legende vom Jade-Kaiser
Eine andere, weitaus dramatischere Erzählung aus dem Volksglauben berichtet vom Zorn des Jade-Kaisers. Weil Dorfbewohner versehentlich seinen Lieblingskranich getötet hatten, wollte er ihr Dorf niederbrennen lassen. Eine kluge Fee riet den Menschen jedoch, rote Laternen aufzuhängen und Feuerwerkskörper zu zünden. Der Kaiser, der vom Himmel herabblickte, dachte, das Dorf stünde bereits in Flammen, und verschonte es. So wurde das Licht zum Symbol für Schutz und Überleben.
So wird heute gefeiert: Ein Fest für alle Sinne
Das Laternenfest markiert das offizielle Ende der zweiwöchigen Neujahrsfeierlichkeiten ("Spring Festival"). Es ist ein Tag, an dem soziale Schranken fallen und die Gemeinschaft im Vordergrund steht.
Traditionen, die verbinden
Löwen- und Drachentanz: Diese energiegeladenen Darbietungen sollen böse Geister vertreiben und Glück für das kommende Jahr anziehen.
Laternenrätsel (Caidengmi): Ein intellektuelles Vergnügen, das seit der Song-Dynastie existiert. Auf kleinen Zetteln an den Laternen stehen Rätsel. Wer die Lösung weiß, erhält oft ein kleines Geschenk. Es ist ein spielerischer Wettstreit, der Jung und Alt begeistert.
Mondschein-Spaziergänge: Früher war dies einer der wenigen Tage, an denen Frauen im alten China abends unbegleitet ausgehen durften – was das Fest auch zu einem inoffiziellen chinesischen Valentinstag machte.
Tangyuan: Die süße Seite des Vollmonds
Kein Laternenfest ohne den passenden Geschmack. Im Mittelpunkt stehen Tangyuan (im Süden) oder Yuanxiao (im Norden). Diese kleinen Klößchen aus Klebreismehl sind meist mit süßer Sesampaste, Erdnüssen oder Bohnenpaste gefüllt.
Warum essen wir sie? Ihre runde Form symbolisiert sowohl den Vollmond als auch die Einheit der Familie. Im Chinesischen klingt das Wort für „rund“ ähnlich wie „Wiedervereinigung“. Ein Bissen davon ist also mehr als nur Nahrung – es ist ein Wunsch für Harmonie.
Das Laternenfest in Deutschland, Österreich und der Schweiz
Sie müssen nicht bis nach Chengdu oder Shanghai reisen, um die Magie zu spüren. Die Faszination für Lichtkunst hat längst den deutschsprachigen Raum erreicht.
Zoologische Gärten: Viele Zoos, wie in Köln, Hannover oder Karlsruhe, veranstalten regelmäßig „China Lights“-Events mit riesigen, beleuchteten Seidenfiguren.
Chinesische Gärten: Der Chinagarten in Zürich oder der Chinesische Garten in Berlin-Marzahn sind authentische Orte, an denen diese Traditionen oft mit Teezeremonien und Musik zelebriert werden.
Moderne Interpretation: Lichtfestivals in Städten wie Essen oder Murten greifen die Idee des „Lichts in der Dunkelheit“ auf und interpretieren sie modern, oft inspiriert von der asiatischen Ästhetik.
Häufige Fragen zum Laternenfest (FAQ)
Wann findet das Laternenfest statt?
Es fällt immer auf den 15. Tag des ersten Monats im chinesischen Mondkalender. Im gregorianischen Kalender variiert das Datum meist zwischen Anfang Februar und Anfang März.
Ist das Laternenfest dasselbe wie das Mondfest?
Nein. Das Laternenfest beendet das Neujahr im Frühling. Das Mondfest (Mid-Autumn Festival) findet im Herbst statt und ist berühmt für die Mondkuchen.
Warum sind die Laternen meistens rot?
In der chinesischen Kultur symbolisiert Rot Glück, Vitalität und Wohlstand. Es gilt als die effektivste Farbe, um Unglück abzuwehren.
Licht als zeitlose Brücke
Obwohl die zunehmende Kommerzialisierung und moderne Lichtverschmutzung drohen, den ursprünglichen spirituellen Kern solcher Traditionen zu überstrahlen, zeigt die weltweite Begeisterung für das Laternenfest, dass die menschliche Sehnsucht nach Gemeinschaft, Hoffnung und einem "Licht in der Dunkelheit" ungebrochen stark ist. Dies unterstreicht, dass alte Rituale auch in unserer digitalen Welt ihren festen Platz haben, solange sie Menschen emotional verbinden.
Wie werden Sie den nächsten ersten Vollmond des Jahres begrüßen – vielleicht mit einer eigenen kleinen Laterne oder einem Besuch im nächsten Lichtfestival?
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Laternenfest im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: China, Österreich.
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