Lapplands Nationalfeiertag
Am 6. Februar ist der Lapplands Nationalfeiertag. Ein Fest für Sápmi. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats Februar statt.
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Wussten Sie, dass das einzige anerkannte indigene Volk der Europäischen Union direkt im hohen Norden lebt? Wenn am 6. Februar bunte Flaggen im kalten Wind Skandinaviens wehen und der rituelle Gesang des Joik erklingt, feiern die Samen (Sámi) ihren Nationalfeiertag.
Dieser Tag ist weit mehr als ein Datum im Kalender. Es ist ein Symbol für das Überleben einer einzigartigen Kultur, die sich über vier Ländergrenzen hinweg verbindet. Tauchen Sie mit uns ein in die Welt von Sápmi – der Heimat der Samen – und erfahren Sie, warum dieser Tag auch für uns in Mitteleuropa eine inspirierende Botschaft bereithält.
Was ist der „Sámi álbmotbeaivi“?
Der 6. Februar, auf Nordsamisch sámi álbmotbeaivi, ist der offizielle Nationalfeiertag der Samen. Er wird in Norwegen, Schweden, Finnland und auf der russischen Kola-Halbinsel begangen.
Oft wird umgangssprachlich vom „Lappländischen Nationalfeiertag“ gesprochen. Doch Vorsicht: Während „Lappland“ die geografische Region beschreibt, nennen die Samen ihr Siedlungsgebiet Sápmi. Die Bezeichnung „Lappen“ gilt heute vielerorts als veraltet und teilweise abwertend. Die korrekte und respektvolle Bezeichnung ist „Samen“ oder „Sámi“.
Ein historischer Meilenstein: Warum der 6. Februar?
Das Datum markiert einen Wendepunkt in der nordischen Geschichte. Am 6. Februar 1917 versammelten sich im norwegischen Trondheim erstmals Samen aus verschiedenen Ländern zu einem grenzüberschreitenden Kongress.
Das Ziel: Gemeinsam gegen Diskriminierung vorgehen und Rechte an Land und Wasser einfordern.
Die Schlüsselfigur: Organisiert wurde das Treffen maßgeblich von der mutigen Aktivistin Elsa Laula Renberg. Ihr Einsatz legte den Grundstein für die heutige politische Selbstbestimmung.
Die Anerkennung: Offiziell als Feiertag beschlossen wurde der 6. Februar erst 1992 auf der 15. Samenkonferenz in Helsinki.
Traditionen erleben: So wird gefeiert
Der Nationalfeiertag ist ein Fest der Sinne und der Gemeinschaft. Für Reisende im hohen Norden ist dies oft der beste Moment, um die sonst eher zurückhaltende Kultur hautnah zu erleben.
Die Tracht als Ausweis der Identität
Ein absolutes Highlight ist der Gákti, die traditionelle Tracht. Sie ist weit mehr als nur festliche Kleidung. Für Eingeweihte ist der Gákti wie ein offenes Buch: Anhand der Farben, Muster und der Art, wie Gürtel oder Bänder gebunden sind, lässt sich erkennen:
Aus welcher Region die Person stammt.
Zu welcher Familie sie gehört.
Oft sogar der Zivilstand.
Kulinarik und Musik
Kein Fest ohne Essen. In den Gemeindezentren und Schulen kommt oft Bidos auf den Tisch – ein traditioneller Eintopf aus Rentierfleisch, der langsam gekocht wird und wunderbar wärmt. Begleitet wird das Fest vom Joik, einem der ältesten Gesangsstile Europas. Der Joik erzählt keine Geschichte, er „joikt“ das Wesen einer Person, eines Tieres oder eines Ortes. Er fängt die Seele des Motivs musikalisch ein.
Die Flagge der Samen
Seit 1986 vereint eine gemeinsame Flagge das Volk. Sie ist an diesem Tag überall zu sehen und voller Symbolik:
Der Kreis: Der rote Halbkreis symbolisiert die Sonne, der blaue den Mond.
Die Farben: Rot (Feuer/Liebe), Grün (Natur/Land), Gelb (Sonne) und Blau (Wasser) spiegeln die Elemente und die Farben des Gákti wider.
Ein Tag mit Blick in die Zukunft
Trotz der festlichen Stimmung schwingt am 6. Februar auch Ernsthaftigkeit mit. Die Samen stehen vor modernen Herausforderungen:
Klimawandel: Die Erwärmung der Arktis bedroht die Rentierzucht.
Industrieprojekte: Windparks und Bergbau konkurrieren mit traditionellen Weideflächen.
Spracherhalt: Viele der samischen Sprachen sind vom Aussterben bedroht.
Der Feiertag erinnert daran, dass kulturelle Vielfalt geschützt werden muss. Er ist eine Einladung an die Weltgemeinschaft, zuzuhören und zu lernen.
Häufige Fragen zum Tag der Samen (FAQ)
Ist der 6. Februar ein arbeitsfreier Tag?
In Norwegen, Schweden und Finnland ist er ein offizieller Flaggentag. Behörden flaggen, aber es ist in der Regel kein genereller arbeitsfreier Feiertag für die Gesamtbevölkerung, wenngleich viele samische Institutionen und Schulen geschlossen bleiben oder feiern.
Wie gratuliert man auf Nordsamisch?
Der gängige Glückwunsch lautet: „Lihkku sámi álbmotbeaivviin!“ (Herzlichen Glückwunsch zum Tag des samischen Volkes).
Kann man als Tourist teilnehmen?
Absolut. In Städten wie Tromsø (Norwegen), Kiruna (Schweden) oder Inari (Finnland) gibt es öffentliche Konzerte, Märkte und Rentierrennen, die Besucher herzlich willkommen heißen.
Die Zukunft wird’s zeigen: Ein Erbe, das uns alle angeht
Der 6. Februar ist eine Hommage an die Widerstandskraft und Lebensfreude der Samen. Wer einmal die Stille Lapplands gespürt und die Wärme der samischen Gastfreundschaft erlebt hat, versteht, warum dieser Tag so wichtig ist. Er lehrt uns Respekt vor der Natur und den Wert von Traditionen in einer modernen Welt.
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