Kinotag im Iran
Am 12. September ist der Kinotag im Iran. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats September statt.
Rechner für Tage

Wussten Sie, dass einige der weltweit am meisten gefeierten Filme aus einem Land kommen, in dem strenge Zensur herrscht? Das iranische Kino ist ein Phänomen. Es ist subtil, poetisch und tief menschlich. Am 12. September feiert der Iran seinen „Nationalen Kinotag“ – ein Datum, das weit mehr ist als nur ein Kalendereintrag. Es ist eine Würdigung von Künstlern, die trotz widrigster Umstände Meisterwerke schaffen.
Warum der 12. September?
Die Wahl dieses Datums ist kein Zufall. Im Jahr 2000 feierte das iranische Kino sein 100-jähriges Bestehen. Gleichzeitig fand das vierte große iranische Filmfestival statt. Um diese historische Marke zu ehren, wurde der 12. September (im iranischen Kalender der 21. Shahrivar) offiziell zum Nationalen Kinotag erklärt.
Er erinnert an die Ankunft des ersten Kinetographen im Iran im Jahr 1900. Der damalige Herrscher, Mozaffar ad-Din Shah Qajar, war auf einer Europareise so fasziniert von den „bewegten Bildern“, dass er die Technik sofort an seinen Hof brachte. Damit legte er – vielleicht ungewollt – den Grundstein für eine der lebendigsten Filmkulturen der Welt.
Von den Anfängen zur Weltklasse
Die Geschichte des iranischen Films ist eine Achterbahnfahrt zwischen Innovation und Tradition.
1904: Das erste öffentliche Kino eröffnet in Teheran.
1933: Mit Dukhtar-e Lor (Das Mädchen aus Lor) erscheint der erste persischsprachige Tonfilm. Er löste einen ersten Boom aus.
1969: Der Film Die Kuh (Gav) von Dariush Mehrjui markiert den Beginn der „Neuen Welle“. Er zeigte, dass Kino mehr sein kann als reine Unterhaltung: nämlich philosophisch und gesellschaftskritisch.
Der Triumph der Poesie: Die Ära Kiarostami
Nach der Islamischen Revolution 1979 standen viele Kinos leer oder wurden zerstört, da sie als „westlich verdorben“ galten. Doch die Kunst fand einen Ausweg. Regisseure wie Abbas Kiarostami entwickelten eine einzigartige Filmsprache.
Statt politischer Parolen zeigten sie das einfache Leben. Sie arbeiteten oft mit Kindern und Laiendarstellern, verwischten die Grenzen zwischen Dokumentation und Spielfilm und nutzten eine bildstarke, fast meditative Sprache. Kiarostamis Der Geschmack der Kirsche gewann 1997 die Goldene Palme in Cannes – ein Ritterschlag, der das iranische Kino endgültig auf die Weltkarte setzte.
Das moderne iranische Kino: Erfolg trotz Fesseln
Heute ist das iranische Kino präsenter denn je, steht aber vor großen Herausforderungen. Regisseure wie Asghar Farhadi haben die globale Bühne erobert. Seine komplexen Familiendramen Nader und Simin – Eine Trennung (2011) und The Salesman (2016) gewannen jeweils den Oscar für den besten fremdsprachigen Film. Sie zeigen ein modernes, zerrissenes Land und sprechen universelle menschliche Konflikte an.
Gleichzeitig ist der Nationale Kinotag auch ein Tag der Mahnung. Namhafte Regisseure wie Jafar Panahi oder Mohammad Rasoulof arbeiten oft unter Hausarrest oder Berufsverbot. Ihre Filme werden aus dem Land geschmuggelt, um auf Festivals in Berlin oder Venedig gezeigt zu werden. Dieser Mut macht den 12. September zu einem Symbol für die Freiheit der Kunst.
Häufige Fragen zum iranischen Kino (FAQ)
Welcher Film eignet sich als Einstieg?
Nader und Simin – Eine Trennung von Asghar Farhadi ist ideal. Er ist spannend wie ein Thriller, emotional berührend und bietet einen realistischen Einblick in den modernen iranischen Mittelstand.
Warum spielen oft Kinder die Hauptrolle?
Nach der Revolution von 1979 war die Zensur streng, besonders bei Themen wie Liebe und Politik. Geschichten über Kinder galten als unverfänglich, ermöglichten den Regisseuren aber, in Parabeln tiefgründige gesellschaftliche Kritik zu üben.
Dürfen Frauen im iranischen Film alles zeigen?
Nein. Darstellerinnen müssen vor der Kamera stets den Hijab (Kopftuch) tragen, selbst in Szenen, die im privaten häuslichen Umfeld spielen – was nicht der Realität entspricht. Auch Berührungen zwischen Männern und Frauen sind auf der Leinwand tabu.
Wo kann ich diese Filme sehen?
Viele Klassiker und moderne Werke sind auf Streaming-Plattformen wie MUBI, Amazon Prime oder in den Mediatheken von Arte verfügbar. Achten Sie auf Filmreihen in Programmkinos rund um den 12. September.
Mal sehen, was kommt
Obwohl das iranische Kino weiterhin unter massiver Zensur, inhaftierten Regisseuren und wirtschaftlichen Sanktionen leidet, gelingt es den Filmschaffenden immer wieder, durch metaphorische Erzählweisen und emotionale Intelligenz die staatlichen Restriktionen zu umgehen und das Weltpublikum zu begeistern. Dies unterstreicht die unverwüstliche Kraft der Kreativität, die sich selbst in den engsten Grenzen ihren Weg bahnt.
Die Zukunft des iranischen Films bleibt spannend – neue Stimmen werden laut, die nach Veränderung rufen.
Welcher internationale Film hat Ihren Blick auf eine fremde Kultur nachhaltig verändert?
📌 Speichern Sie diesen Artikel, um den 12. September als kulturellen Merkposten nicht zu vergessen.
💬 Teilen Sie diesen Beitrag mit Freunden und Filmfans, die mehr als nur Mainstream sehen wollen.
📽️ Entdecken Sie auch unsere weiteren Porträts zu globalen Filmfestivals und kulturellen Traditionen.
Mach mehr aus diesem Tag! 💡
Egal ob für deinen Content, dein Team или deinen Unterricht – dieser Feiertag ist der perfekte Aufhänger. Damit du das ganze Jahr über keine Termine verpasst, haben wir etwas für dich: Unseren interaktiven Monatsplaner mit Direktlinks zu allen Hintergründen. 👉 Jetzt kostenlos herunterladen
Kinotag im Iran im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Iran.
Was wird zusammen mit dem Kinotag im Iran gefeiert?
Das persische Lichtfest zur längsten Nacht des Jahres...
Zwischen tiefer Spiritualität und modernem Wandel...





