Jahrestag des Anwerbeabkommens BRD-Portugal
Am 17. März ist der Jahrestag des Anwerbeabkommens BRD-Portugal. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats März statt.

17. März 1964: Als Portugal den Norden ein Stück sonniger machte
Haben Sie heute schon einen „Galão“ getrunken oder in ein knuspriges „Pastel de Nata“ gebissen? Was für uns heute purer Genuss und Urlaubsflair im Alltag ist, hat eine tiefgreifende Geschichte. Am 17. März 1964 unterzeichnete die Bundesrepublik Deutschland das Anwerbeabkommen mit Portugal. Es war ein Moment, der nicht nur die Wirtschaft veränderte, sondern das Herz unserer Gesellschaft.
Ein Abkommen gegen den Arbeitskräftemangel
In den 1960er-Jahren boomte die deutsche Wirtschaft unter Kanzler Ludwig Erhard. Doch die Fließbänder standen still, weil Hände fehlten. Portugal hingegen kämpfte mit wirtschaftlicher Not. Das Abkommen war für beide Seiten eine Lösung: Deutschland erhielt fleißige Arbeitskräfte für die Industrie und Landwirtschaft, während die Arbeiter Geld in ihre Heimat schicken konnten.
Wussten Sie, dass der berühmteste „Gastarbeiter“ Deutschlands ein Portugiese war? Armando Rodrigues de Sá ging als der millionste Gastarbeiter in die Geschichte ein. Er wurde 1964 bei seiner Ankunft in Köln mit einem Moped und Blumen begrüßt – ein Symbol für eine Zeit des Umbruchs und der Hoffnung.
Hamburg: Das Tor zur portugiesischen Seele
Besonders im Norden hinterließ diese Ära bleibende Spuren. Wer heute durch Hamburg spaziert, begegnet der portugiesischen Geschichte auf Schritt und Tritt.
Das Portugiesenviertel: In der Nähe der Landungsbrücken entstand eine lebendige Gemeinschaft, die bis heute für ihre Gastfreundschaft und Authentizität bekannt ist.
Die Statue von Vasco da Gama: An der Kornhausbrücke erinnert sie seit 1903 an den maritimen Geist, den die Portugiesen mitbrachten.
Die Rickmer Rickmers: Das berühmte Museumsschiff diente einst als portugiesisches Schulschiff namens „Sagres“. Es ist ein schwimmendes Denkmal der engen Verbindung.
Die Portugaleser: Diese städtische Ehrenmedaille zeigt, dass die Bande zwischen der Hansestadt und Portugal Jahrhunderte alt sind.
Warum dieses Jubiläum für uns heute zählt
Für die Generation zwischen 35 und 60 Jahren ist dieses Jubiläum mehr als nur eine Geschichtsstunde. Es berührt unsere eigene Identität und bietet konkrete Anknüpfungspunkte:
Emotionale und soziale Bedeutung
Viele von uns sind mit den Kindern der ersten Einwanderergeneration aufgewachsen. Diese Freundschaften haben unser Verständnis von „Heimat“ geprägt. Das Jubiläum stärkt das Zugehörigkeitsgefühl in einer multikulturellen Gesellschaft und erinnert uns an die enorme Lebensleistung der Menschen, die damals alles zurückließen.
Kommunikative Aufgaben
Das Thema ist ein perfekter Gesprächsaufhänger für das Abendessen mit den Eltern oder den Austausch mit Kollegen: „Wie hast du die 60er-Jahre erlebt?“ oder „Wann hast du dein erstes portugiesisches Café besucht?“. Es lädt dazu ein, über Integration und den Wert von Vielfalt zu diskutieren, ohne in politische Gräben zu verfallen.
Wirtschaftliches Potenzial
Lokale Gastronomen, Reisebüros und Kulturveranstalter profitieren von diesem positiven Image. Das „Portugiesenviertel“ ist heute ein wichtiger Wirtschaftsfaktor und Touristenmagnet, der zeigt, wie gelungene Integration den Wohlstand einer Stadt fördern kann.
Regionale Besonderheiten
Während in Norddeutschland vor allem die maritime Verbindung im Vordergrund steht, prägten portugiesische Fachkräfte in Süddeutschland und NRW oft die Metall- und Automobilindustrie. Diese regionale Vielfalt macht die Geschichte des Anwerbeabkommens zu einem gesamtdeutschen Erfolgsprojekt.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
1. Warum kamen so viele Portugiesen gerade nach Hamburg?
Durch die jahrhundertelangen Handelsbeziehungen im Hafen gab es bereits eine bestehende Infrastruktur und eine Vertrautheit mit der portugiesischen Kultur.
2. Was bedeutete das Abkommen für die Arbeiter rechtlich?
Im Gegensatz zu anderen Abkommen erhielten portugiesische Staatsbürger oft schneller das Recht auf einen dauerhaften Aufenthalt, was die Ansiedlung ganzer Familien erleichterte.
3. Wie viele Portugiesen leben heute in Deutschland?
Heute leben rund 140.000 portugiesische Staatsangehörige in Deutschland, wobei die Gemeinschaft der Menschen mit portugiesischen Wurzeln deutlich größer ist.
4. Gibt es spezielle Gedenkveranstaltungen zum 17. März?
Oft organisieren Kulturvereine oder die Stadt Hamburg Ausstellungen oder kulinarische Feste, um das Datum zu würdigen.
Die Zukunft wird’s zeigen
Während die ursprüngliche Motivation hinter dem Abkommen rein wirtschaftlicher Natur war und die soziale Integration anfangs vernachlässigt wurde, hat sich daraus eine tiefe kulturelle Freundschaft entwickelt, die unser Land heute bereichert. Trotz anfänglicher Hürden und Sprachbarrieren ist die portugiesische Gemeinschaft heute ein Paradebeispiel für eine bereichernde Migration. Dies erinnert uns daran, dass wirtschaftliche Verträge oft den Grundstein für menschliche Brücken legen.
Werden wir in Zukunft noch mehr solcher Erfolgsgeschichten schreiben, oder verlieren wir den Mut zur Offenheit? Eines ist sicher: Ohne den 17. März 1964 wäre Deutschland heute ein großes Stück ärmer an Herzlichkeit und Geschmack.
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Jahrestag des Anwerbeabkommens BRD-Portugal im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Deutschland.
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