Jahrestag der Enteignung von Erdöl in Mexiko
Am 18. März ist der Jahrestag der Enteignung von Erdöl in Mexiko. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats März statt.
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David gegen Goliath: Der Jahrestag der mexikanischen Erdöl-Enteignung
Stellen Sie sich vor, ein Land legt sich mit den mächtigsten Konzernen der Welt an – und gewinnt. Klingt wie das Drehbuch für einen Hollywood-Film? In Mexiko war es am 18. März 1938 bittere Realität. An diesem Tag veränderte ein einziger mutiger Beschluss die globale Wirtschaftswelt für immer.
Heute, in einer Zeit, in der wir in Europa intensiv über Energiesicherheit, Unabhängigkeit und staatliche Eingriffe debattieren, ist dieser fast 90 Jahre alte historische Moment aktueller denn je. Werfen wir einen Blick auf eine Geschichte voller Mut, Macht und wertvollem schwarzem Gold.
Vom Ausverkauf zur Rebellion: Wie es zum 18. März 1938 kam
In den frühen 1920er Jahren erlebte Mexiko einen gigantischen Boom. Das Land war zeitweise der zweitgrößte Erdölproduzent der Welt. Doch der Reichtum kam nicht bei den Menschen an. Die wirtschaftliche Macht lag fast vollständig in den Händen ausländischer Giganten wie der Standard Oil Company (USA) und Royal Dutch Shell (Großbritannien/Niederlande). Sie pumpten das Öl ab, fuhren enorme Gewinne ein, zahlten aber den mexikanischen Arbeitern nur einen Bruchteil dessen, was üblich war.
Der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen brachte:
1937: Mexikanische Ölarbeiter traten für bessere Löhne und faire Arbeitsbedingungen in einen landesweiten Streik.
Das Urteil: Der Oberste Gerichtshof Mexikos gab den Arbeitern recht.
Die Arroganz: Die ausländischen Konzerne weigerten sich schlichtweg, das Urteil anzuerkennen.
Diese Respektlosigkeit gegenüber der mexikanischen Souveränität zwang die Regierung zum Handeln. Präsident Lázaro Cárdenas, bis heute einer der populärsten Staatsmänner des Landes, fällte eine historische Entscheidung.
Die Geburt von PEMEX und das Echo der Welt
Am 18. März 1938 unterzeichnete Cárdenas ein Dekret, das weltweit für Schockwellen sorgte: Er enteignete die Vermögenswerte von 17 ausländischen Ölgesellschaften und verstaatlichte die mexikanischen Ölreserven.
Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten. Die USA und Großbritannien organisierten einen internationalen Boykott gegen mexikanisches Öl und blockierten die Lieferung wichtiger Maschinensteile. Doch Mexiko hielt dem Druck stand. Aus der Enteignung ging PEMEX (Petróleos Mexicanos) hervor, eine rein staatliche Ölgesellschaft.
Erst der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs zwang die westlichen Mächte zum Einlenken. Der Hunger der Alliierten nach Öl war größer als der Wunsch, Mexiko abzustrafen, und so kam es in den 1940er Jahren zu finanziellen Einigungen.
Zwischen Stolz und Schulden: Die zwei Gesichter der Verstaatlichung
Bis heute wird der 18. März in Mexiko als Día de la Expropiación Petrolera (Tag der Erdöl-Enteignung) gefeiert – ein Symbol für nationalen Stolz und das Ende kolonialer Ausbeutung. Jahrzehntelang flossen die Ölgewinne von PEMEX direkt in den Bau von Schulen, Straßen und Krankenhäusern.
Doch die Medaille hat auch eine Kehrseite. Was uns die Geschichte lehrt: Monopole bergen Risiken. Heute gilt PEMEX als eines der am höchsten verschuldeten Ölunternehmen der Welt (mit Schulden von weit über 100 Milliarden US-Dollar). Bürokratie, mangelnder Wettbewerb und verpasste technologische Entwicklungen zeigen, dass staatliche Kontrolle allein kein Garant für ewigen Erfolg ist.
Warum uns dieses Stück Geschichte heute in Europa betrifft
Für uns im deutschsprachigen Raum mag Mexiko weit weg erscheinen. Doch die Kernthemen dieses Jahrestages erleben wir gerade hautnah:
Abhängigkeit tut weh: Die jüngste europäische Energiekrise hat uns drastisch vor Augen geführt, was passiert, wenn man lebenswichtige Ressourcen aus der Hand gibt.
Staat vs. Markt: Wie viel staatliche Kontrolle braucht unsere kritische Infrastruktur (Stromnetze, Gasspeicher, Wasser)?
Globale Lieferketten: Lokale Unternehmen und die Industrie lernen gerade wieder, wie wichtig widerstandsfähige, unabhängige Lieferwege sind.
Das Erbe von 1938 ist ein großartiger Gesprächsaufhänger. Es zwingt uns, unsere eigene wirtschaftliche Sicherheit zu hinterfragen, besonders jetzt, wo es um die Rohstoffe der Zukunft geht.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Was genau passierte am 18. März 1938 in Mexiko?
Präsident Lázaro Cárdenas enteignete fast alle ausländischen Ölkonzerne im Land und unterstellte die Förderung, Verarbeitung und den Verkauf von Erdöl der staatlichen Kontrolle.
Was ist PEMEX?
PEMEX (Petróleos Mexicanos) ist der infolge der Enteignung gegründete staatliche Ölkonzern Mexikos. Er zählte lange zu den größten Ölunternehmen der Welt, kämpft heute jedoch mit massiven finanziellen und strukturellen Problemen.
War die Enteignung legal?
Ja, nach mexikanischem Recht. Die Verfassung von 1917 (Artikel 27) besagte bereits, dass alle Bodenschätze Eigentum der Nation sind. Die Weigerung der Konzerne, sich an lokale Gesetze zu halten, lieferte den endgültigen rechtlichen Hebel.
Warum ist das für uns heute relevant?
Das Ereignis ist ein historisches Lehrstück über Energie-Souveränität. Es zeigt die Chancen, aber auch die Risiken staatlicher Markteingriffe – ein hochaktuelles Thema in Zeiten europäischer Energie- und Rohstoffkrisen.
Ein riskantes Spiel um Macht und Rohstoffe
Obwohl die damalige Verstaatlichung langfristig zu Ineffizienzen und einem massiven Schuldenberg bei PEMEX führte, schuf sie gleichzeitig das finanzielle Rückgrat für Mexikos moderne Infrastruktur und ein starkes, unerschütterliches nationales Selbstbewusstsein. Genau das zeigt eindrücklich: Die Jagd nach wirtschaftlicher Souveränität ist stets ein riskantes, oft aber unvermeidbares Unterfangen.
Werden im heutigen Zeitalter der Energiewende neue Ressourcen wie Lithium oder Seltene Erden schon bald ähnliche geopolitische Beben auslösen?
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