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Internationaler Tag zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten
Am 2. November ist der Internationaler Tag zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats November statt.

Wer die Wahrheit sucht, verdient Schutz – nicht Schweigen.
Am 2. November richtet sich der Blick der Welt auf diejenigen, die tagtäglich mit Stift, Kamera oder Mikrofon den Mächtigen auf die Finger schauen: Journalistinnen und Journalisten. Doch wer kritisch berichtet, lebt gefährlich – und wird allzu oft nicht geschützt, sondern geopfert.
🕯 Warum dieser Gedenktag?
Der Internationale Tag zur Beendigung der Straflosigkeit für Verbrechen gegen Journalisten wurde 2013 von der UN-Generalversammlung ins Leben gerufen. Er erinnert an die Ermordung zweier französischer Reporter in Mali am 2. November 2013 – ein Fall, der weltweit Empörung auslöste.
Doch die Zahlen zeigen: Diese Tragödie war kein Einzelfall.
📊 Alarmierende Fakten:
Zwischen 2006 und 2020 wurden weltweit mehr als 1.200 Journalist:innen getötet.
In neun von zehn Fällen bleibt der Täter straffrei.
Allein 2023 wurden laut UNESCO-Bericht 42 Journalist:innen getötet – viele von ihnen in Krisengebieten, aber auch in vermeintlich stabilen Demokratien.
In der OSZE-Region (Europa, Nordamerika, Zentralasien) starben seit 1997 über 137 Medienschaffende durch gezielte Gewalt.
Ein UNESCO-Bericht zeigt:
Nur 6 % der Morde an Journalist:innen zwischen 2006 und 2014 wurden vollständig aufgeklärt.
In 60 % der Fälle erhielt die UNESCO keine Informationen über den Stand der Ermittlungen.
🔍 Warum bleiben so viele Taten ungesühnt?
Drohungen, Korruption, politische Einflussnahme – vielerorts fehlt der Wille, Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Besonders gefährlich wird es, wenn staatliche Akteure selbst involviert sind oder Ermittlungen bewusst verschleppt werden.
🛑 Straflosigkeit ist wie ein Freibrief für Gewalt.
Sie signalisiert: Wer Journalisten angreift, muss keine Konsequenzen fürchten.
📢 Die UN-Resolution A/RES/68/163
Mit ihrer Resolution fordert die UN:
die Verfolgung von Tätern,
Schutzmaßnahmen für Journalist:innen,
Rechtszugang für Opfer und Angehörige,
und ein sicheres Umfeld für freie Berichterstattung – ohne Zensur oder Einschüchterung.
Sie ruft Regierungen auf, die Justiz zu stärken, Whistleblower zu schützen und Pressefreiheit nicht nur auf dem Papier, sondern im Alltag zu garantieren.
🧭 Was bedeutet das für uns?
Pressefreiheit ist keine Selbstverständlichkeit. Auch in Europa werden Reporter:innen bedroht, verklagt oder diffamiert – etwa durch sogenannte „SLAPP“-Klagen, also gezielte Einschüchterungsklagen gegen unbequeme Berichte.
Ein Angriff auf Journalist:innen ist ein Angriff auf die Demokratie.
Ob beim Korruptionsskandal, bei Umweltverbrechen oder in Kriegsgebieten – ohne freie Medien gäbe es keine Aufklärung, keinen öffentlichen Druck, keine Veränderung.
💬 Was können wir tun?
Informiert bleiben – und Medien unterstützen, die sauber und unabhängig arbeiten.
Aufmerksam sein, wenn Pressefreiheit eingeschränkt oder Medienschaffende kriminalisiert werden.
Solidarität zeigen – z. B. durch Petitionen, Spenden oder das Teilen relevanter Inhalte.
📌 Wie geht es weiter?
Der 2. November ist weit mehr als ein Gedenktag.
Er ist ein Alarmsignal – und ein Aufruf zum Handeln.
Denn wo Journalist:innen mundtot gemacht werden, beginnt das Verstummen der Gesellschaft.
Fragen, die bleiben:
Was wäre, wenn niemand mehr hinschaut?
Wer schützt die, die uns schützen – mit Worten, Bildern, Wahrheiten?
🎙 Stimme für die Stimmlosen – denn Wahrheit braucht Mut. Und Mut braucht Schutz.