Internationaler Tag zum Schutz der Sattelrobben
Am 15. März ist der Internationaler Tag zum Schutz der Sattelrobben. Ein Sieg für die "Whitecoats". Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats März statt.
Am 15. März ist der Internationaler Tag zum Schutz der Sattelrobben. Ein Sieg für die "Whitecoats". Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats März statt.

Stellen Sie sich eine weite, schneeweiße Eisfläche vor, auf der kleine, dunkle Augen Sie anblicken. Es ist der 15. März. Ein Datum, das in den Kalendern von Tierschützern rot markiert ist. Der Internationale Tag zum Schutz der Sattelrobben erinnert uns an eines der größten Dramen – aber auch an einen der größten Erfolge – im modernen Artenschutz. Wir blicken hinter die Kulissen der Robbenjagd, beleuchten historische Wendepunkte und schauen auf unsere heimischen Gewässer.
Jahrzehntelang waren die Bilder im Frühjahr kaum zu ertragen: Das blütenweiße Eis des Nordatlantiks, rot gefärbt vom Blut der Sattelrobbenbabys. Diese Jungtiere, wegen ihres schneeweißen Lanugo-Fells auch „Whitecoats“ genannt, waren das primäre Ziel einer industriellen Jagd.
Die Modeindustrie verlangte nach dem weichen Pelz, und der Preis dafür war grausam:
Wehrlose Opfer: Bis zu 90 % der getöteten Tiere waren jünger als drei Monate.
Keine Flucht: In den ersten Lebenswochen können die Babys noch nicht schwimmen; sie sind auf dem Eis schutzlos ausgeliefert.
Wirtschaftlicher Unsinn: Oft wurde die Jagd künstlich subventioniert, da die Nachfrage nach Pelzen real sank, aber durch Lobbyarbeit aufrechterhalten wurde.
Sattelrobben (Pagophilus groenlandicus) sind faszinierende Bewohner der Arktis. Sie pendeln zwischen dem Nordatlantik, Grönland und der Barentssee. Ihr Lebenszyklus ist eng an das Packeis gebunden – hier gebären sie ihre Jungen.
Doch der Klimawandel bedroht diesen Lebensraum massiv. Wenn das Eis zu früh schmilzt, ertrinken die Welpen, bevor sie schwimmen können. Der 15. März mahnt uns daher heute nicht mehr nur vor der Keule der Jäger, sondern vor der globalen Erwärmung, die den Lebensraum dieser Tiere buchstäblich unter den Flossen wegschmilzt.
Der Widerstand gegen das Robbenschlachten ist ein Lehrstück für erfolgreichen Aktivismus. Besonders der IFAW (International Fund for Animal Welfare) spielte hier eine Schlüsselrolle.
Ein historischer Moment ereignete sich 2009 in Russland. Hunderttausende Menschen gingen auf die Straße. Der damalige Slogan wurde oft falsch zitiert, traf aber ins Mark: Es ging darum, „nicht auf den zu schlagen, der am Boden liegt“. Diese Kampagne führte zu einem direkten Verbot der Jagd auf Sattelrobben unter einem Jahr in Russland – ein Meilenstein.
Wichtig für uns in Europa:
Auch die EU handelte. Seit 2009 (verschärft 2015) gilt in der Europäischen Union ein strenges Handelsverbot für Robbenprodukte. Das bedeutet: Wer heute in Deutschland, Österreich oder der Schweiz einkauft, kann sicher sein, dass kein Robbenfell aus kommerzieller Jagd im Regal liegt. Dies hat den Markt für die kanadischen und norwegischen Jäger massiv einbrechen lassen.
Während die Sattelrobbe oft im Rampenlicht steht, widmet sich der 15. März auch einem isolierten Verwandten: der Baikalrobbe. Sie lebt ausschließlich im sibirischen Baikalsee, dem tiefsten Süßwassersee der Erde.
Auch ihre Welpen kommen mit einem weißen Fell zur Welt, das sie im Schnee tarnen soll, sie aber für Wilderer sichtbar macht. Da der Baikalsee ein geschlossenes Ökosystem ist, hat jede Störung der Population verheerende Folgen. Die Baikalrobbe ist ein Indikator für die Gesundheit dieses einzigartigen Gewässers – geht es ihr schlecht, ist der ganze See in Gefahr.
Wir müssen nicht bis in die Arktis reisen, um diese faszinierenden Meeressäuger zu erleben. Auch im deutschsprachigen Raum kehren die Bestände zurück:
Nordsee & Wattenmeer: Hier sind Seehunde und Kegelrobben heimisch.
Helgoland: Besonders auf der Düne vor Helgoland lassen sich im Winter Kegelrobben bei der Aufzucht ihrer Jungen beobachten – in sicherem Abstand und ohne Jagddruck.
Dies zeigt: Schutzmaßnahmen wirken. Die Bestände in der Nordsee haben sich dank strenger Schutzabkommen erholt.
Warum haben Robbenbabys weißes Fell?
Das weiße „Lanugo-Fell“ dient in den ersten 2–3 Wochen der Tarnung auf dem Eis und wärmt extrem gut, da die Babys noch keine dicke Fettschicht (Blubber) haben.
Ist die Robbenjagd heute weltweit verboten?
Nein, nicht komplett. In Kanada und Norwegen findet noch Jagd statt, allerdings unter strengeren Quoten. Durch das EU-Handelsverbot ist der Absatzmarkt jedoch massiv geschrumpft.
Was ist der Unterschied zwischen Seehund und Sattelrobbe?
Seehunde leben eher küstennah (z. B. Nordsee) und haben ein geflecktes Fell ohne klare Muster. Sattelrobben leben in der Arktis und haben als erwachsene Tiere eine charakteristische, schwarze „Sattel“-Zeichnung auf dem Rücken.
Wie kann ich helfen?
Verzichten Sie im Urlaub (z. B. in Asien) auf Souvenirs aus Meeressäugern, unterstützen Sie Organisationen wie den IFAW oder WWF und achten Sie auf Klimaschutz, um das Meereis zu erhalten.
Obwohl der Klimawandel und das schwindende Meereis heute eine weit größere, fast unaufhaltsame Bedrohung für den Nachwuchs der Sattelrobben darstellen als die kommerzielle Jagd, zeigt die Geschichte dieses Gedenktages, dass politischer Druck und Konsumentenverhalten ganze Märkte austrocknen können. Genau das beweist, dass Artenschutz nicht vergeblich ist, sondern sich durch Hartnäckigkeit auszahlt.
Was bringt die Zukunft?
Wir werden erleben, dass sich der Fokus des Schutzes verschiebt: Weg vom Kampf gegen den Knüppel, hin zum Kampf gegen die Erderwärmung und die Verschmutzung der Ozeane.
Helfen Sie mit, das Bewusstsein zu schärfen:
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