Internationaler Holocaust-Gedenktag

Am 27. Januar ist der Internationaler Holocaust-Gedenktag. Warum dieser Tag uns alle etwas angeht. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Januar statt.

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Gedenken und Aufklärung: Der Internationale Holocaust-Gedenktag erinnert an die grausamen Verbrechen des Holocausts, bei dem Millionen unschuldiger Menschen ums Leben kamen.

Warum gedenken wir?

Was macht den 27. Januar so bedeutend? Er erinnert an Millionen Menschen, die vom nationalsozialistischen Terror verfolgt und ermordet wurden – darunter sechs Millionen Juden, viele Roma und Sinti, Menschen mit Behinderungen, politische Gegner und andere Verfolgte. Gedenken heißt: innehalten, verstehen, Verantwortung übernehmen. Die Frage „Was hat das mit mir zu tun?“ trifft den Kern. Erinnerung stellt eine Verbindung her – zwischen Vergangenheit, Gegenwart und unserer eigenen Haltung.

Historischer Überblick: Vom Ausschluss zur Vernichtung

1933–1938: Ausgrenzung wird Politik

  • 1933 ergreift Hitler die Macht. Jüdische Bürger verlieren Schritt für Schritt berufliche, soziale und rechtliche Rechte.

  • 1935 nehmen die Nürnberger Gesetze ihnen die Staatsbürgerschaft und verbieten Eheschließungen mit Nichtjuden.

  • 9./10. November 1938, die sogenannte Reichspogromnacht: Synagogen brennen, Geschäfte werden zerstört, rund 30.000 Menschen in Lager verschleppt. Gewalt wird Staatsdoktrin.

1939–1942: Isolation, Deportationen, Ghettos

Der gelbe Davidstern wird Pflicht, Menschen werden aus Wohnungen vertrieben und in Ghettos eingesperrt. Im Warschauer Ghetto leben zeitweise über 400.000 Menschen auf engstem Raum – Hunger, Krankheit und permanente Angst bestimmen den Alltag.

1942–1945: Die systematische Vernichtung

    1. Januar 1942: Die Wannsee-Konferenz koordiniert die sogenannte „Endlösung der Judenfrage“.

  • Auschwitz, Treblinka, Sobibor und andere Lager werden zu Orten industriellen Massenmords.

  • Deportationszüge fahren täglich. Menschen verlieren Besitz, Identität, Namen – und schließlich ihr Leben.

Befreiung und frühe Erinnerung

Am 27. Januar 1945 befreien sowjetische Soldaten das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau. Die Bilder der Überlebenden erschüttern die Welt. In den folgenden Jahren entstehen erste Mahnmale. Der Eichmann-Prozess 1961 rückt Täterschaft und Dimensionen des Verbrechens erneut ins öffentliche Bewusstsein.

Wie entstand der Internationale Holocaust-Gedenktag?

Am 1. November 2005 erklärt die UN-Generalversammlung den 27. Januar offiziell zum weltweiten Gedenktag. Ziele:

  • Aufklärung stärken: durch Schulen, Museen, Ausstellungen.

  • Völkermord verhindern: historische Lehren sichtbar machen.

  • Menschenwürde schützen: Ausgrenzung, Hass und Antisemitismus früh erkennen.

Gedenkformen im deutschsprachigen Raum

Deutschland

  • Gedenkstunden im Bundestag

  • Besuche an Orten wie Dachau, Bergen-Belsen oder Neuengamme

  • Reinigung und Pflege von Stolpersteinen in vielen Städten

Österreich

  • Mahnwachen am Heldenplatz

  • Bildungsprojekte und Gespräche mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen

  • Veranstaltungen in Gedenkstätten wie Mauthausen

Schweiz

  • Öffentliche Diskussionen in Zürich, Basel oder Luzern

  • Kunstinstallationen und mobile Ausstellungen in Gemeinden

  • Bildungsprogramme in Schulen und Kulturhäusern

Jom HaSchoah in Israel

In Israel findet das nationale Gedenken am 27. Nisan statt. Eine landesweite Sirene legt für zwei Minuten den Alltag lahm – Autos halten an, Menschen bleiben stehen. In Synagogen, Schulen und Familien erinnern Gedichte, Lichter und Zeremonien an die Opfer und an den Mut der Überlebenden.

Wie bleibt Erinnerung lebendig?

Erinnerung ist keine Pflichtübung. Sie ist aktives Handeln:

  • Widerspruch, wenn Menschen herabgewürdigt werden

  • Besuche in Gedenkstätten

  • Gespräche in Familien, Schulen und Unternehmen

  • Pflege von Erinnerungsorten wie Stolpersteinen

  • Auseinandersetzung mit Biografien, Tagebüchern und Kunst

Jede Handlung – so klein sie scheint – hält Verantwortung wach.

FAQ: Häufige Fragen zum Holocaust-Gedenktag

Warum wurde der 27. Januar gewählt?

Weil an diesem Tag 1945 Auschwitz-Birkenau befreit wurde, ein Symbol für den systematischen Massenmord.

Wen genau gedenkt der Tag?

Allen Opfern der nationalsozialistischen Verfolgung: Juden, Roma und Sinti, Menschen mit Behinderungen, politisch Verfolgten, Homosexuellen, Zeugen Jehovas und weiteren Gruppen.

Wie kann man privat gedenken?

Eine Kerze entzünden, eine Gedenkveranstaltung besuchen, ein Buch lesen, einen Stolperstein reinigen – vieles ist möglich.

Warum ist Erinnerung heute noch wichtig?

Weil Diskriminierung, Hass und Verschwörungsmythen auch heute existieren. Erinnerung hilft, sensibel zu bleiben und früh gegen Ausgrenzung einzutreten.

Was passiert, wenn es keine Zeitzeugen mehr gibt?

Digitale Archive, dokumentierte Interviews und pädagogische Projekte tragen ihr Vermächtnis weiter.

Die Zukunft wird’s zeigen

Der Holocaust-Gedenktag erinnert an die dunkelste Zeit Europas – und daran, wie wichtig Mut, Menschlichkeit und Wachsamkeit sind. Die Vergangenheit lässt sich nicht ändern, aber sie kann Orientierung geben.

Welche Form des Gedenkens möchten Sie in Ihrem Alltag verankern?

Entdecken Sie weitere Artikel zu Feiertagen, Geschichte und Erinnerungskultur – oder speichern Sie diese Seite, um am 27. Januar bewusst innezuhalten.

Internationaler Holocaust-Gedenktag im Kalender 2026, 2027

Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Deutschland, Israel, Jahrestage, Polen, UN-Feiertage, US Feiertage, Welttage, Österreich.

Was wird zusammen mit dem Internationaler Holocaust-Gedenktag gefeiert?

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