Honig‑Spas oder Makovei
Am 14. August ist der Honig‑Spas oder Makovei. Ein Tag zwischen Honigduft, Hoffnung und gelebter Tradition. Diese Veranstaltung findet jährlich in der zweiten Dekade des Monats August statt.

Manche Tage riechen nach Sommerwiesen und klingen nach leisen Kirchenliedern. Honig‑Spas – auch Makovei – ist so ein Tag: Er verbindet den Segen des Alltags mit alten Ritualen, die Herz und Heimatgefühl berühren. Für viele orthodoxe Christinnen und Christen markiert er den Auftakt einer stilleren, bewussteren Zeit.
Datum, Namen und Bedeutung
Kalender: 14. August (gregorianisch) – Beginn des Gottesmutter‑Fastens und Prozession des lebensspendenden Kreuzes; in der Volksfrömmigkeit „Honig‑Spas“/„Makovei“.
Namensherkunft: „Makovei“ erinnert an die Makkabäer (biblisches Gedenken); „Honig‑Spas“ an die traditionelle Honigweihe.
Kernmotiv: Dankbarkeit für Ernte und Bewahrung – ein spiritueller Neustart vor dem Spätsommer.
Wurzeln und Geschichte – Glaube, Ernte und leise Übergänge
Christliche Symbole trafen hier früh auf vorchristliche Naturverehrung. Das Kreuz wird mit Blumen geschmückt – ein Zeichen der Erneuerung. Honig und Mohn, Lebens‑ und Kraftspender der Saison, stehen für Süße, Heilung und Fülle. In orthodoxen Gemeinden ist der 14. August zudem der Start des Gottesmutter‑Fastens; vielerorts werden Honig, Wasser und Kräuter gesegnet.
Bräuche und Symbole im Überblick
Honig und Wasser
Ritual: Honiggläser werden zur Segnung in die Kirche getragen; in einigen Regionen wird auch Wasser geweiht.
Bedeutung: Honig steht für Labung und Heilung – „Süße des Lebens“, die geteilt werden will.
Tipp: Probieren Sie regionale Sorten (Wald-, Alpen‑, Kastanien‑, Akazienhonig) und notieren Sie Aromen wie bei einer Weinprobe.
Mohn und Brot
Ritual: Mohngebäck als Festmahl – vom osteuropäischen „Makownik“ bis zum DACH‑klassischen Mohnstrudel.
Bedeutung: Mohnkörner symbolisieren Fülle und die kleinen, unscheinbaren Momente, aus denen Halt entsteht.
Tipp: Backen Sie einen schnellen Mohn‑Quark‑Blechkuchen; verschenken Sie Stücke an Nachbarinnen und Nachbarn.
Das Kreuz – Hoffnung und Erneuerung
Brauch: Blumenschmuck am Kreuz verbindet Naturdank und Glaubensbekenntnis.
Impuls: Welche „alten Lasten“ legen Sie symbolisch ab, um Platz für Neues zu schaffen?
Das Christusbild – Trost in Krisenzeiten
Überlieferung: Legenden erzählen von Bildern, die in Kriegswirren zum Schutzzeichen wurden – weniger als „Magie“, mehr als Quelle von Mut und innerer Sammlung.
Hinweis: Das Fest „Erlöserbild, nicht von Menschenhand gemacht“ liegt traditionell am 29. August; die Motive greifen im August mehrfach ineinander.
Ikone der Gottesmutter von Wladimir – Schutz und Zuspruch
Geschichtsspur: Die Ikone gilt als Symbol des Beistands; Überlieferungen verbinden sie mit der Abwendung drohender Gefahren im späten Mittelalter.
Einordnung: Solche Geschichten sind Teil der Erinnerungskultur – sie stiften Identität und Zuversicht, auch wenn Historie und Legende sich berühren.
So feiern Sie Honig‑Spas im deutschsprachigen Raum
Orthodoxe Gemeinden besuchen:
Anlaufstellen: Russische, serbische, rumänische oder griechische Gemeinden in Großstädten wie Berlin, Wien, Zürich, München, Hamburg.
Erlebnis: Kurze Liturgie‑Sequenz mitnehmen, Kerze entzünden, Honigglas segnen lassen.
Kräuterweihe als Brücke:
Bezug: Am 15. August (Mariä Himmelfahrt) werden in vielen DACH‑Regionen Kräuterbuschen geweiht.
Praxis: Stellen Sie einen Kräuterstrauß (Johanniskraut, Salbei, Schafgarbe, Ringelblume) zusammen – als duftende Verbindung beider Tage.
Kulinarik mit Sinn:
Rezeptidee: Mohnstrudel oder Mohn‑Quark‑Blechkuchen, dazu Joghurt mit Waldhonig und Sommerbeeren.
Genuss mit Haltung: Kaufen Sie Honig direkt bei regionalen Imkereien; achten Sie auf Herkunft und Blüte.
Gutes tun, das bleibt:
Engagement: Spenden Sie an Bienen‑ und Artenschutzprojekte oder pflanzen Sie bienenfreundliche Gewächse auf Balkon und im Garten.
Ritual: Teilen Sie das erste gesegnete Honigbrot mit jemandem, der gerade Zuspruch braucht.
Reflexion für heute – kleine Fragen mit großer Wirkung
Alltag: Welche drei Dinge versüßen Ihnen gerade das Leben – und wie können Sie sie bewusst pflegen?
Gemeinschaft: Wo könnten Sie heute „Süße“ teilen – Zeit, Aufmerksamkeit, ein paar freundliche Worte?
Tradition: Welche Familienrituale geben Ihnen Halt, wenn die Welt lauter wird?
Kompakte Fakten für Schnellleser
Datum: 14. August (Honig‑Spas/Makovei), Start des Gottesmutter‑Fastens.
Symbole: Honig, Mohn, Blumen‑Kreuz, Christusbild, Gottesmutter‑Ikone.
DACH‑Brücken: Kräuterweihe (15. August), regionale Honig‑ und Kräutermärkte.
Kulinarik: Mohnstrudel, Mohn‑Quark‑Kuchen, Honig‑Joghurt, Honigbrot mit Sommerkräutern.
Geschenkideen: Regionaler Honig, Kräutersträuße, handgemachte Bienenwachskerzen.
Was bringt die Zukunft?
Honig‑Spas verbindet Erntedank, Erinnerung und einen achtsamen Start in die Spätsommerzeit – ein Tag, der Herz und Hände beschäftigt. Vielleicht wird er für Sie zum Anlass, kleine, tragfähige Rituale neu zu beleben. Welche Geste möchten Sie heute wählen, um „Süße“ weiterzugeben?
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Honig‑Spas oder Makovei im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Russland, Ukraine, Weißrussland.
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