Gedenktag für das Massaker von Lod in Puerto Rico
Am 30. Mai ist der Gedenktag für das Massaker von Lod in Puerto Rico. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Mai statt.
Am 30. Mai ist der Gedenktag für das Massaker von Lod in Puerto Rico. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Mai statt.

Können Sie sich vorstellen, dass ein entspannter Pilgerflug ins Heilige Land in einem der blutigsten Kapitel der Luftfahrtgeschichte endet? Am 30. Mai gedenkt Puerto Rico offiziell einer Tragödie, die sich tausende Kilometer entfernt ereignete und die Inselnation bis ins Mark erschütterte. Wir beleuchten die Hintergründe des Massakers am Flughafen Lod (heute Ben Gurion) von 1972 und erklären, warum dieses Ereignis auch für uns in Europa eine mahnende Bedeutung hat.
Es sollte eine Reise des Glaubens werden, doch sie endete in Gewalt. Am späten Abend des 30. Mai 1972 landete Air France Flug 132 am Flughafen Lod in Tel Aviv. An Bord: Eine große Gruppe christlicher Pilger aus Puerto Rico, voller Vorfreude auf Jerusalem.
Was dann geschah, veränderte die Wahrnehmung von Sicherheit an Flughäfen für immer:
Drei unauffällig gekleidete Männer holten ihr Gepäck vom Band.
Sie öffneten Geigenkästen, in denen jedoch keine Instrumente, sondern tschechoslowakische Sturmgewehre (Vz. 58) lagen.
Wahllos eröffneten sie das Feuer auf die wartende Menge und warfen Handgranaten.
Die Bilanz war verheerend: 26 Menschen starben, 80 wurden schwer verletzt. Unter den Toten befanden sich 17 Puerto-Ricaner, ein Kanadier und acht Israelis.
Der Anschlag wurde nicht von Palästinensern selbst ausgeführt, sondern im Auftrag der Volksfront zur Befreiung Palästinas (PFLP) von drei Mitgliedern der Japanischen Roten Armee (JRA). Dies war einer der ersten großen "Proxy-Terroranschläge", bei dem internationale Gruppen kooperierten.
Zwei der Attentäter starben noch am Flughafen. Der dritte, Kozo Okamoto, überlebte, wurde verhaftet und später im Rahmen eines Gefangenenaustauschs freigelassen – ein Umstand, der bis heute für Kontroversen sorgt.
Für die kleine Inselnation Puerto Rico war der Verlust von 17 Bürgern ein nationaler Schock, vergleichbar mit dem 11. September für die USA, gemessen an der Bevölkerungszahl.
Die Regierung von Puerto Rico reagierte sofort und erklärte den 30. Mai zum offiziellen Gedenktag („Día de Recordación de la Masacre de Lod“).
Rituale: Jährlich finden in San Juan Gedenkzeremonien statt, bei denen die Namen der Opfer, wie der bekannte Musiker Carmelo Paris, verlesen werden.
Identität: Das Ereignis stärkte das Zusammengehörigkeitsgefühl der Inselbewohner und ihre Verbindung zum christlichen Glauben, da die Opfer als "Märtyrer des Glaubens" angesehen wurden.
Für Leser aus Deutschland, Österreich und der Schweiz ordnet sich dieses Ereignis in einen düsteren historischen Kontext ein. Das Jahr 1972 markiert einen Wendepunkt im internationalen Terrorismus.
Nur wenige Monate nach dem Massaker von Lod, im September 1972, ereignete sich das Attentat auf die Olympischen Spiele in München. Beide Ereignisse zeigten der Weltöffentlichkeit schmerzhaft, dass Terroristen bereit waren, zivile Infrastruktur und internationale Veranstaltungen als Bühne für ihre Gewalt zu nutzen.
Was wir daraus lernen können:
Globale Vernetzung: Terrorismus kennt keine Grenzen – eine japanische Gruppe greift für eine arabische Sache lateinamerikanische Pilger in Israel an.
Sicherheitskultur: Die strengen Sicherheitskontrollen, die wir heute an Flughäfen als selbstverständlich erachten (Gepäckdurchleuchtung, Personenkontrollen), sind direkte Konsequenzen aus dieser Ära.
Warum waren Japaner in den Anschlag verwickelt?
Die Japanische Rote Armee (JRA) wollte durch die Unterstützung der palästinensischen Sache ihre internationale revolutionäre Solidarität beweisen und den Kampf gegen den "westlichen Imperialismus" global ausweiten.
Was geschah mit dem überlebenden Attentäter Kozo Okamoto?
Okamoto wurde in Israel zu lebenslanger Haft verurteilt, jedoch 1985 im Rahmen des Jibril-Abkommens gegen israelische Geiseln ausgetauscht. Er lebt heute vermutlich unter politischem Asyl im Libanon.
Gibt es heute noch Gefahren für Pilgerreisen nach Israel?
Israel hat seit den 70er Jahren die wohl strengsten Flughafensicherheitsvorkehrungen der Welt (Ben Gurion gilt als sicherster Flughafen). Pilgerreisen sind heute sehr sicher, dennoch rät das Auswärtige Amt stets dazu, aktuelle Sicherheitshinweise zu beachten.
Obwohl das Massaker von Lod ein grausames Zeugnis dafür ist, wie unschuldige Menschen unvorbereitet Opfer geopolitischer Konflikte werden können, zeigt die jahrzehntelange, würdevolle Erinnerungskultur Puerto Ricos, dass Gemeinschaft und Glaube stärker sind als Terror. Dies erinnert daran, dass das Gedenken nicht nur den Schmerz konserviert, sondern als Bollwerk gegen das Vergessen die Basis für eine wachsame, aber friedliche Zukunft bildet.
Welche Bedeutung hat das Gedenken an historische Ereignisse für Sie persönlich – ist es Pflicht oder innere Notwendigkeit?
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Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Jahrestage, Puerto Rico.
Gedenken an die Kämpfer für die Freiheit...
Ein Tag zwischen Verzweiflung und Hoffnung...
Ein globaler Gedenktag für Freiheit und Menschenrechte...