Gedenktag an den Heiligen Hüseyin
Am 10. Oktober ist der Gedenktag an den Heiligen Hüseyin. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats Oktober statt.

Ein Symbol für Mut und Zusammenhalt
Stellen Sie sich vor, ein Ereignis aus dem Jahr 680 prägt noch heute das soziale Gefüge in unseren Nachbarschaften von Berlin bis Wien. Der Gedenktag an den Heiligen Hüseyin ist kein bloßer Termin im Kalender. Er ist ein tiefes emotionales Versprechen: Der Einsatz für Gerechtigkeit lohnt sich, auch wenn der Preis hoch ist.
Wer war der Heilige Hüseyin?
Hüseyin ibn Ali, der Enkel des Propheten Mohammed, ist für Millionen Menschen weltweit – und besonders für die alevitische Gemeinschaft in Europa – ein Vorbild an Integrität. In der Schlacht von Kerbela (im heutigen Irak) stellte er sich mit einer kleinen Schar Getreuer gegen die Übermacht des Kalifen Yazid I.
Sein Tod am 10. Tag des Monats Muharram markiert einen Wendepunkt der Geschichte. Er entschied sich für das Martyrium, statt sich der Tyrannei zu beugen. Für uns heute bedeutet das: Haltung zeigen, auch wenn es unbequem wird.
Das Aşure-Fest: Wenn Trauer in Hoffnung umschlägt
Das Ende der zwölftägigen Fastenzeit (Muharram-Fasten) gipfelt im Aşure-Fest. Hierbei verschiebt sich das Datum jährlich um etwa elf Tage, da es sich am Mondkalender orientiert.
Was dieses Fest so besonders macht:
Die 12 Tage: Es wird der 12 Imame gedacht. In dieser Zeit wird oft auf Fleisch, Luxus und ausschweifende Freude verzichtet. Es ist eine Zeit der inneren Einkehr.
Die Symbolik des Wassers: Da Hüseyin und seine Familie in Kerbela vom Wasser abgeschnitten wurden, ist das bewusste Erleben von Durst und die Wertschätzung für das lebensspendende Nass ein zentrales Element.
Das Aşure-Gericht: Eine süße Suppe aus mindestens zwölf verschiedenen Zutaten wie Weizen, Kichererbsen, Nüssen und Früchten. Keine Zutat dominiert, jede behält ihren Charakter – ein perfektes Sinnbild für eine diverse, friedliche Gesellschaft.
Warum dieses Thema für uns heute so relevant ist
Besonders in der Altersgruppe der 35- bis 60-Jährigen stellen wir uns oft Fragen nach Werten und der Weitergabe von Traditionen. Der Gedenktag erfüllt hier wichtige Aufgaben:
Emotionale und soziale Bedeutung:
Zugehörigkeit: Das gemeinsame Kochen und Verteilen der Aşure-Suppe stärkt das Gefühl, Teil eines großen Ganzen zu sein.
Wertevermittlung: Eltern nutzen den Tag, um ihren Kindern Themen wie Zivilcourage und Mitgefühl näherzubringen.
Stressabbau durch Ritual: Die bewusste Verlangsamung während der Fastentage bietet einen Anker in unserer hektischen Arbeitswelt.
Regionale Identität in Deutschland, Österreich und der Schweiz:
In vielen deutschen Städten sind alevitische Gemeinden fester Bestandteil des kulturellen Lebens. Der "Tag der Aşure" ist oft ein öffentliches Ereignis, das Brücken zwischen den Kulturen baut. Er ist ein Moment des lokalen Stolzes, in dem Traditionen aus Anatolien im Herzen Europas eine neue, moderne Heimat gefunden haben.
Wirtschaftliche und gesellschaftliche Impulse
Auch wenn es ein spirituelles Fest ist, bewegt es die lokale Wirtschaft. Orientalische Lebensmittelhändler verzeichnen eine hohe Nachfrage nach den spezifischen Zutaten der Aşure-Suppe. Gastronomiebetriebe und Gemeindezentren nutzen die Zeit für kulturelle Abende, die den sozialen Austausch fördern. Für Unternehmen bietet dies Chancen für Kooperationen im Bereich interkulturelles Management und Diversity.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Warum fasten Aleviten 12 Tage lang?
Die 12 Tage symbolisieren die 12 Imame. Es ist eine Zeit des Mitfühlens mit dem Leid der Familie des Propheten und eine Übung in Bescheidenheit.
Darf jeder Aşure-Suppe essen?
Ja, unbedingt! Das Verteilen der Suppe an Nachbarn, Freunde und Bedürftige – unabhängig von deren Religion – ist Kern der Tradition.
Ist der Gedenktag immer am 10. Oktober?
Nein. Die Schlacht von Kerbela fand historisch am 10. Oktober 680 statt. Das religiöse Fest wandert jedoch mit dem Mondkalender durch das Jahr.
Was ist der Unterschied zwischen Ashura (sunnitisch/schiitisch) und dem alevitischen Aşure?
Während für Schiiten die Trauer im Vordergrund steht, betonen Aleviten beim Aşure-Fest stärker den Aspekt der Dankbarkeit für das Überleben von Hüseyins Sohn (Zeynel Abidin) und die Vielfalt der Gemeinschaft.
Die Zukunft wird’s zeigen
Während die Erinnerung an Kerbela die schmerzhaften Risse der Geschichte und die Gefahren religiöser Intoleranz offenlegt, verwandelt das heutige Aşure-Fest dieses Leid in eine kraftvolle Botschaft der Hoffnung und des gesellschaftlichen Zusammenhalts. Trotz der historischen Schwere überwiegt heute die verbindende Kraft eines gemeinsamen Essens, das Vielfalt feiert. Genau das zeigt, wie aus schmerzhafter Erinnerung lebendige, friedensstiftende Kultur entstehen kann.
Ausblick:
Wird es uns gelingen, diese Werte der Standhaftigkeit und des Teilens in einer immer individueller werdenden Gesellschaft zu bewahren? Vielleicht ist die Aşure-Suppe genau die Inspiration, die wir brauchen, um Vielfalt nicht als Belastung, sondern als Bereicherung zu verstehen.
Kennen Sie jemanden, der dieses Jahr Aşure kocht, oder haben Sie selbst eine besondere Erinnerung an dieses Fest? Teilen Sie diesen Artikel mit Freunden oder entdecken Sie unsere weiteren Beiträge über die faszinierenden Traditionen im deutschsprachigen Raum.
Keine Idee für den nächsten Post или das nächste Projekt? Mach mehr aus diesem Tag!
Lass dich von über 9.000 Gedenktagen weltweit inspirieren! Schnapp dir unseren interaktiven Planer und hab alle Hintergrundinfos direkt griffbereit. Schnell, einfach и übersichtlich. 👉 Zum Planer-Download
Gedenktag an den Heiligen Hüseyin im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Albanien, Deutschland, Türkei.
Was wird zusammen mit dem Gedenktag an den Heiligen Hüseyin gefeiert?
Wo Tradition und Herzklopfen im Ruhrgebiet verschmelzen...
Wo Tradition auf moderne Lebensfreude trifft...
Ein Naturerlebnis der besonderen Art...
Zweiter Sonntag im Oktober...
Warum er uns alle betrifft...
Ein Farbspektakel auf der Insel...










