Fest der Heiligen Unschuldigen und Els Enfarinats
Am 28. Dezember ist das Fest der Heiligen Unschuldigen und Els Enfarinats. Zwischen Bibel, Humor und Mehlschlacht. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Dezember statt.
Am 28. Dezember ist das Fest der Heiligen Unschuldigen und Els Enfarinats. Zwischen Bibel, Humor und Mehlschlacht. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Dezember statt.

Haben Sie schon einmal erlebt, wie eine ganze Stadt in eine Schlacht aus Mehl, Eiern und Feuerwerkskörpern versinkt? Am 28. Dezember geschieht genau das – und zwar in Spanien. Der Tag der Heiligen Unschuldigen verbindet ernste biblische Erinnerung mit ausgelassenem Humor und ausgelassenen Traditionen.
Der Gedenktag erinnert an das sogenannte „Massaker der Unschuldigen“, als König Herodes befahl, alle Knaben unter zwei Jahren in Bethlehem zu töten. Die katholische Kirche begeht diesen Tag seit Jahrhunderten am 28. Dezember. Trotz der tragischen Wurzeln hat sich das Fest im Laufe der Zeit zu einem Tag voller Lachen und Scherze entwickelt – Spaniens Antwort auf unseren Aprilscherz.
Streiche und Scherze: Zeitungen, Radiosender und heute auch Social Media verbreiten absichtlich kuriose Falschmeldungen. Wer darauf hereinfällt, wird mit einem „¡Inocente!“ ausgelacht.
Benefizgala „Inocente, Inocente“: Seit 1995 endet der Tag mit einer großen TV-Show, die Spenden für Kinderhilfsorganisationen sammelt.
Besonders spektakulär ist das Fest in der Stadt Ibi (Alicante). Dort übernehmen die „Enfarinats“ – verkleidet in Uniformen – symbolisch die Macht im Ort. Mit Mehl, Eiern und Böllern liefern sie sich eine anarchische „Schlacht“ gegen die Opposition. Dieses Spektakel hat über 200 Jahre Tradition und zieht jedes Jahr Besucher aus aller Welt an. Es ist Spaniens wohl chaotischste, aber auch fröhlichste „Rebellion“.
Jalance (Valencia): Hier lebt das „Fest der Narren“ aus dem 17. Jahrhundert fort, das heidnische Symbole mit christlichen Elementen verbindet.
Lateinamerika: Auch in Ländern wie Mexiko oder Venezuela ist der 28. Dezember ein Tag für Scherze – oft mit starkem Bezug zu lokalen Bräuchen.
Der Tag der Heiligen Unschuldigen zeigt, wie aus einem tragischen Ursprung ein Fest voller Lebensfreude entstehen kann. Er erinnert daran, dass Humor eine kulturelle Kraft ist, die Menschen verbindet – gerade zwischen Weihnachten und Neujahr, wenn Gemeinschaft und Leichtigkeit besonders geschätzt werden.
Ob ernste Bibelgeschichte, ausgelassene Streiche oder die legendäre Mehlschlacht von Ibi – dieser Tag ist ein Kaleidoskop aus Erinnerung, Humor und Gemeinschaft. Vielleicht ist es gerade diese Mischung, die ihn so einzigartig macht.
Und Sie? Würden Sie sich trauen, mitten in einer Mehlschlacht zu stehen – oder bleiben Sie lieber Zuschauer?
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