Das Vierte Universale: Die Geburtsstunde der modernen Ukraine
Am 22. Januar ist das Vierte Universale: Die Geburtsstunde der modernen Ukraine. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats Januar statt.
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Haben Sie sich schon einmal gefragt, wann genau eine Nation wirklich „geboren“ wird? Ist es der Moment, in dem die erste Flagge weht, oder der Augenblick, in dem ein ganzes Volk beschließt, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen? Am 22. Januar 1918 geschah in Kiew genau das. In einer Zeit, in der Europa in Flammen stand, wagte die Ukraine den entscheidenden Schritt in die Freiheit.
Ein Datum, das Geschichte schrieb
Wir schreiben den Januar 1918. Der Erste Weltkrieg hat Europa ausgezehrt. In Kiew, der Hauptstadt der Ukraine, ist die Stimmung angespannt. Draußen vor den Toren der Stadt rücken bolschewistische Truppen vor, Kanonendonner ist zu hören. Drinnen, im Gebäude des heutigen Lehrerhauses, tagt die Zentralrada – das revolutionäre Parlament der Ukraine.
Unter der Führung des Historikers und Politikers Mychajlo Hruschewskyj wird eine Entscheidung getroffen, die keinen Rückweg mehr zulässt. Mit dem sogenannten „Vierten Universale“ erklärt die Ukrainische Volksrepublik (UNR) ihre volle staatliche Unabhängigkeit. Die Botschaft an die Welt war klar: Die Ukraine ist ab sofort „ein unabhängiger, freier und souveräner Staat des ukrainischen Volkes“.
Was stand wirklich im Vierten Universale?
Das Dokument war weit mehr als nur ein Stück Papier mit schönen Worten. Es war ein verzweifelter und zugleich visionärer Handlungsplan, um das Überleben der jungen Nation zu sichern. Die wichtigsten Punkte waren revolutionär:
Vollständige Souveränität: Die formelle Loslösung von Russland.
Friedenswunsch: Der Auftrag an die Regierung, sofortige Friedensverhandlungen zu führen (was kurz darauf zum Friedensvertrag mit Deutschland und Österreich-Ungarn führte).
Landreform: Das Land sollte denen gehören, die es bearbeiten – eine direkte Ansprache an die Bauern.
Soziale Kontrolle: Der Staat übernahm die Aufsicht über Banken und den Handel, um das Chaos zu ordnen.
Experten-Hinweis: Ein interessantes, aber riskantes Detail war der Punkt zur Sicherheit. Das Universale sah vor, die reguläre Armee durch eine „Volksmiliz“ zu ersetzen. Inmitten eines Krieges war dies ein idealistischer Traum, der sich später als strategischer Fehler bei der Verteidigung gegen die Sowjettruppen erweisen sollte.
Die Verbindung zu Deutschland und Österreich
Warum ist dieser Tag auch für uns im deutschsprachigen Raum historisch relevant? Das Vierte Universale war die direkte Voraussetzung für den Frieden von Brest-Litowsk im Februar 1918.
Dies war der erste Friedensschluss des Ersten Weltkriegs überhaupt. Er wurde oft als „Brotfrieden“ bezeichnet, da die Ukraine Getreidelieferungen an die hungernden Mittelmächte (Deutschland und Österreich-Ungarn) zusagte, im Austausch gegen militärische Unterstützung und diplomatische Anerkennung. Berlin und Wien waren somit die ersten Hauptstädte, die die unabhängige Ukraine anerkannten.
Ein Symbol, das die Zeit überdauert
Der 22. Januar ist heute in der Ukraine der „Tag der Einheit“ (Den Sobornosti). Er erinnert nicht nur an das Vierte Universale von 1918, sondern auch an die symbolische Vereinigung der West- und Ostukraine genau ein Jahr später, am 22. Januar 1919.
Eine der bewegendsten Szenen in der modernen Geschichte ereignete sich an diesem Datum im Jahr 1990: Kurz vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion bildeten Millionen Ukrainer eine Menschenkette von Kiew bis Lwiw (Lemberg). Sie hielten sich an den Händen, um den Traum ihrer Großeltern von 1918 wiederaufleben zu lassen.
Häufige Fragen zum Vierten Universale (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen dem 22. Januar und dem 24. August?
Der 22. Januar (1918) markiert die erste Unabhängigkeitserklärung im 20. Jahrhundert. Der 24. August (1991) ist der heutige Nationalfeiertag, an dem die endgültige Loslösung von der Sowjetunion erfolgte. Beide Daten sind Eckpfeiler der ukrainischen Staatlichkeit.
Wer war die treibende Kraft hinter dem Dokument?
Die Zentralrada, das damalige Parlament, unter dem Vorsitz von Mychajlo Hruschewskyj. Auch der Schriftsteller Wolodymyr Wynnytschenko spielte eine zentrale Rolle bei der Ausarbeitung.
War das Vierte Universale erfolgreich?
Politisch ja, militärisch zunächst nein. Die junge Republik wurde kurz darauf von sowjetischen Truppen besetzt. Dennoch schuf das Dokument die völkerrechtliche Basis, auf die sich die Ukraine 1991 wieder berufen konnte.
Die Zukunft wird’s zeigen
Obwohl die junge Republik von 1918 unter dem massiven militärischen Druck und geopolitischen Interessen tragisch schnell zerrieben wurde und für Jahrzehnte von der Landkarte verschwand, legte das Vierte Universale das unzerstörbare rechtliche und moralische Fundament für die heutige Souveränität. Genau dies erinnert daran, dass der Weg zur Freiheit oft keine gerade Linie ist, sondern ein historischer Marathon, dessen wahre Bedeutung sich oft erst Generationen später offenbart.
Was denken Sie: Ist die Erinnerung an solche historischen Wurzeln in Krisenzeiten wichtiger denn je?
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Das Vierte Universale: Die Geburtsstunde der modernen Ukraine im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: Ukraine.
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