Blasheimer Markt in Lübbecke
Am 3. September ist der Blasheimer Markt in Lübbecke. Wenn Ostwestfalen seine „fünfte Jahreszeit“ feiert. Diese Veranstaltung findet jährlich in der ersten Dekade des Monats September statt.
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Wussten Sie, dass eine Bundesstraße zur Festmeile werden kann? Jedes Jahr am letzten Augustwochenende passiert in Lübbecke etwas Erstaunliches: Die B 65 verwandelt sich in den „BlaMa“. Für uns Ostwestfalen ist das kein gewöhnliches Volksfest – es ist ein tief verwurzeltes Stück Heimat, das über 450 Jahre Geschichte atmet.
Ein Fest mit Geschichte: Vom Viehmarkt zum Kult-Event
Der Blasheimer Markt ist kein künstliches Event-Produkt. Seine Wurzeln reichen bis in das Jahr 1569 zurück, als die Grafen von Rietberg das Marktrecht verliehen. Was einst als wichtiger Umschlagplatz für Vieh und Leinen begann, hat sich zu einem der größten Volksfeste in Nordrhein-Westfalen entwickelt.
Heute besuchen jährlich rund 300.000 Menschen das Gelände. Trotz Riesenrad und High-Tech-Fahrgeschäften ist der Geist des alten Jahrmarkts spürbar. Besonders deutlich wird das am Freitagmorgen auf dem traditionellen Kleintiermarkt – ein Muss für jeden, der das echte, ungeschönte Ostwestfalen erleben möchte.
Warum der „BlaMa“ für uns so wichtig ist
Für die Generation der 35- bis 60-Jährigen erfüllt der Markt ganz spezifische Aufgaben, die weit über das bloße Vergnügen hinausgehen:
Soziale Ankerpunkte: Der Markt fungiert als riesiges, informelles Klassentreffen. Man trifft Menschen, die man das ganze Jahr nicht sieht. Es stärkt das Zugehörigkeitsgefühl in einer sich schnell verändernden Welt.
Wirtschaftsmotor: Die Gewerbeschau (bis 22 Uhr geöffnet) ist eine wichtige Bühne für lokale Handwerksbetriebe und den Einzelhandel. Hier werden bei einem Kaltgetränk oft die Aufträge für das nächste Frühjahr besprochen.
Emotionale Stabilität: Die festen Rituale – das Feuerwerk am Donnerstag, der Marktgottesdienst, die Erbsensuppe – bieten Beständigkeit und Nostalgie, die besonders in stressigen Lebensphasen guttun.
Regionale Besonderheiten und Tipps für Ihren Besuch
Der Blasheimer Markt hat eine klare Struktur, die Sie kennen sollten, um das Beste herauszuholen:
Der Markt-Donnerstag: Der offizielle Startschuss. Mein Tipp: Sichern Sie sich frühzeitig einen Platz nahe der Festzelte, um das große Höhenfeuerwerk zu erleben. Es ist der emotionale Höhepunkt für viele Einheimische.
Der Kleintiermarkt (Freitag): Hier zeigt sich die landwirtschaftliche Seele der Region. Auch wenn Sie kein Kaninchen kaufen wollen, ist das Feilschen und Treiben ein Erlebnis, das an vergangene Jahrhunderte erinnert.
Die Gewerbeschau: Ideal für die Zielgruppe 40+. Hier kann man sich ohne Zeitdruck über Wärmepumpen, Wintergärten oder regionales Handwerk informieren, während die Jugend in den Fahrgeschäften ist.
Logistik für Genießer
Die Anreise über die B 65 ist während der Markttage eine Herausforderung. Nutzen Sie die bewährten Shuttle-Busse aus Minden, Espelkamp oder Rahden. Das spart Nerven und erlaubt ein Glas heimisches Bier ohne Reue.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann findet der Blasheimer Markt statt?
Immer am letzten vollen Augustwochenende (Donnerstag bis Sonntag).
Kostet der Eintritt zum Gelände etwas?
Nein, der Zugang zum Marktgelände und zur Gewerbeschau ist für alle Besucher kostenlos.
Ist der Markt für Familien mit Kindern geeignet?
Absolut. Besonders die Vormittage am Freitag und Samstag sind entspannter und ideal für Familien, um die Fahrgeschäfte ohne langes Anstehen zu nutzen.
Gibt es Parkmöglichkeiten vor Ort?
Ja, es werden zahlreiche Wiesen als temporäre Parkplätze ausgewiesen. Diese sind jedoch kostenpflichtig und bei Regenwetter oft schwierig zu befahren.
Tradition zwischen Wandel und Beständigkeit
Während die zunehmende Kommerzialisierung und Sicherheitsauflagen das ursprüngliche Markttreiben erschweren, bleibt der Blasheimer Markt ein unverzichtbarer Ankerpunkt für die regionale Identität Ostwestfalens. Trotz der Herausforderungen moderner Großveranstaltungen siegt hier Jahr für Jahr die Lust am Gemeinschaftserlebnis über die Anonymität des Alltags. Dies unterstreicht, wie tief das Bedürfnis nach echter, physischer Begegnung in unserer Kultur verwurzelt ist.
Die Chancen für die Zukunft liegen in der Verbindung von digitaler Information und analogem Erlebnis – der BlaMa wird auch in 50 Jahren noch Menschen verbinden.
Haben Sie eine besondere Erinnerung an Ihren ersten Besuch auf dem BlaMa? Teilen Sie Ihre Geschichte mit uns in den Kommentaren oder auf sozialen Medien!
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Blasheimer Markt in Lübbecke im Kalender 2026, 2027
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