Beginn der Weihnachtsfastenzeit
Am 28. November ist der Beginn der Weihnachtsfastenzeit. Ein spiritueller Countdown zur Geburt Christi. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats November statt.

Warum beginnt für viele Christen Weihnachten nicht erst am 24. Dezember?
Die Antwort liegt in einer jahrhundertealten Tradition: der Weihnachtsfastenzeit. Sie startet am 28. November, in den Kirchen mit julianischem Kalender am 15. November, und dauert 40 Tage. In dieser Zeit bereiten sich Gläubige innerlich auf die Geburt Christi vor – stiller, bewusster und mit Blick auf das Wesentliche.
Was ist die Weihnachtsfastenzeit?
Die Weihnachtsfastenzeit gehört zu den ältesten Fastenzeiten der christlichen Kirche. Schon früh bereitete man sich durch Fasten, Gebet und Besinnung auf die Geburt Jesu vor. Die Zahl 40 steht in der Bibel für Reinigung und Neuorientierung – sie erinnert an die 40 Tage Jesu in der Wüste oder an die lange Wüstenwanderung des Volkes Israel.
Weil die Fastenzeit am Tag nach dem Gedenktag des Apostels Philippus beginnt, nennt man sie auch Philippusfasten.
Traditionen und Regeln des Fastens
Für viele orthodoxe Christen ist diese Zeit die strengste Fastenperiode des Jahres. Häufig wird verzichtet auf:
Fleisch
Milchprodukte
manche Gläubige auch auf Fisch und Öl
Doch es geht nicht nur um Ernährung. Fasten heißt:
weniger Ablenkung
mehr Stille
bewusstes Gebet
Raum für Dankbarkeit
In Gemeinden finden oft Besinnungs- und Gebetsabende statt. Viele Christen besuchen die Kirche häufiger, entzünden Kerzen oder singen traditionelle Lieder, die den Blick auf die bevorstehende Geburt Christi richten.
Weihnachtsfastenzeit im deutschsprachigen Raum
Auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es Gläubige – vor allem in orthodoxen Gemeinden – die diese Tradition leben. Einige Familien gestalten die Wochen bis Weihnachten bewusster:
einfache Mahlzeiten, weniger Konsum
gemeinsames Gebet oder Vorlesen biblischer Geschichten
Spendenaktionen oder Unterstützung für Bedürftige
Kerzen, Lichter und Gesänge als Zeichen der Hoffnung
So wird die Zeit zu einem stillen Gegenpol zur hektischen Advents- und Geschenkesaison.
Nächstenliebe im Mittelpunkt
Fasten ist nicht nur eine persönliche Übung. Viele Gemeinden sammeln Spenden, besuchen ältere oder einsame Menschen oder unterstützen soziale Projekte. Diese Form der Nächstenliebe erinnert daran, dass die Geburt Christi ein Fest des Teilens ist.
Warum ist die Fastenzeit heute noch wichtig?
In einer Welt voller Termine, Werbung und Weihnachtsstress schenkt die Fastenzeit eine seltene Erfahrung: Langsamkeit.
Sie lädt ein, das Herz zu öffnen, Beziehungen zu stärken und Dankbarkeit neu zu entdecken. Für viele Menschen ist sie eine Art spiritueller Reset.
Interessante Fakten
Die Zahl 40 steht in der Bibel für Reinigung, Vertrauen und Neubeginn.
Im orthodoxen Christentum ist die Weihnachtsfastenzeit oft besonders streng.
In Russland trägt sie den Namen „Filippowskij post“ – Philippusfasten.
Viele Kirchen bieten während dieser Wochen regelmäßige Besinnungstreffen an.
FAQ – Häufige Fragen
Gibt es Unterschiede zur Adventszeit?
Ja. Die Adventszeit ist ein liturgischer Zeitraum im westlichen Christentum. Die Weihnachtsfastenzeit ist eine eigenständige Tradition, besonders im Osten verbreitet.
Muss man zwingend auf bestimmte Lebensmittel verzichten?
Das hängt von persönlicher Überzeugung und kirchlicher Praxis ab. Viele Christen wählen eine Form, die zu ihrem Alltag passt.
Können Familien mit Kindern fasten?
Oft gestalten Familien die Zeit kindgerecht: weniger Süßigkeiten, gemeinsame Rituale, soziale Aktionen.
Eine Einladung zur inneren Ruhe
Die Weihnachtsfastenzeit ist mehr als ein Verzicht. Sie ist ein Weg nach innen – eine stille Vorbereitung auf das Wunder von Weihnachten.
Mit jedem Tag wächst die Vorfreude: auf Licht, Frieden und Hoffnung.
Wie erleben Sie diese besondere Zeit?
Entdecken Sie weitere Bräuche und spirituelle Traditionen rund um das Weihnachtsfest – und teilen Sie den Artikel gern mit Menschen, die sich für Kultur und christliche Traditionen interessieren.
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