16 Tage gegen Gewalt
Am 25. November beginnen die 16 Tage gegen Gewalt. Warum dieses Zeichen heute wichtiger ist als je zuvor. Diese Veranstaltung findet jährlich in der dritten Dekade des Monats November statt.
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Haben Sie heute schon ein orange leuchtendes Gebäude gesehen? Was wie eine moderne Lichtinstallation wirkt, ist in Wahrheit ein stummer Schrei nach Gerechtigkeit. Jede Stunde werden in Deutschland durchschnittlich 13 Frauen Opfer von Gewalt durch ihren Partner. Die Kampagne „16 Tage gegen Gewalt“ bricht das Schweigen – und zeigt, wie wir gemeinsam einen Unterschied machen.
Vom 25. November bis zum 10. Dezember steht die Welt jedes Jahr im Zeichen der Solidarität. Was 1991 als Initiative von Frauenrechtlerinnen begann, ist heute eine globale Bewegung, die in über 180 Ländern – und besonders intensiv in Deutschland, Österreich und der Schweiz – aktiv ist. Es geht um mehr als nur Symbolik; es geht um den Schutz unserer Grundrechte.
Der Ursprung: Ein Erbe voller Mut
Alles begann mit dem Schicksal der drei Mirabal-Schwestern. Im Jahr 1960 wurden sie in der Dominikanischen Republik aufgrund ihres Widerstands gegen die Diktatur ermordet. Ihr Mut wurde zum Symbol. Heute verbindet die Kampagne den 25. November (Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen) mit dem 10. Dezember (Internationaler Tag der Menschenrechte). Diese Zeitspanne verdeutlicht: Gewalt gegen Frauen ist eine der massivsten Menschenrechtsverletzungen unserer Zeit.
Fakten, die uns alle angehen
Im deutschsprachigen Raum neigen wir dazu, Gewalt als Problem „anderswo“ zu sehen. Doch die Realität sieht anders aus:
In Deutschland versucht statistisch gesehen fast jeden Tag ein Partner oder Ex-Partner, seine Frau zu töten.
In Österreich gilt die Rate an Femiziden im europäischen Vergleich als besorgniserregend hoch.
In der Schweiz rückt die Umsetzung der Istanbul-Konvention – ein völkerrechtlicher Vertrag zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen – immer stärker in den Fokus der Politik.
Diese Zahlen sind keine bloße Statistik. Es sind unsere Nachbarinnen, Kolleginnen oder Freundinnen.
Warum das Thema für uns (35–60 Jahre) entscheidend ist
Für die Generation der 35- bis 60-Jährigen übernimmt das Thema eine besondere Rolle. Wir stehen mitten im Leben, tragen Verantwortung im Beruf und in der Familie.
Emotionale Aufgabe: Es geht um die Stabilität unseres sozialen Gefüges. Wer Gewalt erkennt und anspricht, schafft Sicherheit und Vertrauen in der Gemeinschaft.
Soziale Aufgabe: Als Eltern oder Mentoren prägen wir die nächste Generation. Wir lehren unsere Kinder, dass Respekt die Basis jeder Beziehung ist.
Kommunikative Aufgabe: Oft fehlt uns die Sprache für das Unaussprechliche. Die 16 Tage bieten den perfekten Aufhänger, um im Freundeskreis oder im Unternehmen über Grenzen und Zivilcourage zu sprechen.
Wirtschaftlicher Aspekt: Gewalt verursacht enorme Kosten durch Arbeitsausfälle und psychische Langzeitfolgen. Unternehmen, die sich positionieren, stärken ihre Unternehmenskultur und die Loyalität ihrer Mitarbeitenden.
Regionale Besonderheiten: Orange the World
In der DACH-Region hat sich die Aktion „Orange the World“ fest etabliert. Von Berlin über Wien bis Zürich werden öffentliche Gebäude orange beleuchtet.
Österreich: Hier beteiligen sich oft ganze Gemeinden und setzen mit gehissten Fahnen ein Zeichen gegen die hohe Zahl an Gewaltverbrechen.
Deutschland: Lokale Zonta-Clubs und UN Women Deutschland organisieren Mahnwachen und Informationsabende, die gezielt den ländlichen Raum miteinbeziehen.
Schweiz: Der Fokus liegt oft auf der rechtlichen Stärkung und der Prävention von häuslicher Gewalt durch kantonale Beratungsstellen.
Wie Sie konkret aktiv werden
Es muss nicht immer die große Demonstration sein. Oft sind es die kleinen Gesten, die Großes bewirken:
Hinhören: Wenn Sie im Umfeld Anzeichen von Gewalt bemerken, bieten Sie diskret Hilfe an. Das „Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen“ (116 016 in DE) ist eine erste Anlaufstelle.
Sichtbarkeit schaffen: Tragen Sie eine orangefarbene Schleife oder teilen Sie seriöse Informationen in Ihren sozialen Netzwerken.
Wissen vertiefen: Informieren Sie sich über die Istanbul-Konvention. Wissen ist die beste Waffe gegen Vorurteile.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Warum dauert die Kampagne genau 16 Tage?
Sie schlägt die Brücke vom 25. November (Frauenrechte) zum 10. Dezember (Menschenrechte), um zu zeigen, dass Frauenrechte unteilbare Menschenrechte sind.
Richtet sich die Kampagne nur gegen Gewalt an Frauen?
Der Fokus liegt auf geschlechtsspezifischer Gewalt, da Frauen überproportional betroffen sind. Dennoch sensibilisiert die Kampagne generell für ein respektvolles, gewaltfreies Miteinander aller Geschlechter.
Was kann ich tun, wenn ich selbst betroffen bin?
Zögern Sie nicht. Nutzen Sie die anonymen Beratungsangebote wie das Hilfetelefon (DE), den Frauennotruf (AT) oder die Opferhilfe (CH). Sie sind nicht allein.
Nützen die Beleuchtungen wirklich etwas?
Ja, denn sie schaffen Aufmerksamkeit für ein Thema, das sonst oft im Privaten versteckt bleibt. Sie signalisieren Betroffenen: Wir sehen dich, wir unterstützen dich.
Schauen wir mal, was passiert
Während die Gewaltstatistiken trotz jahrelanger Aufklärung in vielen Bereichen stagnieren oder sogar steigen, wächst gleichzeitig die globale Entschlossenheit, diese Strukturen durch strengere Gesetze und zivilgesellschaftliches Engagement aufzubrechen. Dies unterstreicht die bittere Notwendigkeit beharrlicher Arbeit, zeigt aber auch die Kraft einer solidarischen Gemeinschaft. Genau das zeigt die Kampagne jedes Jahr aufs Neue: Veränderung ist möglich, wenn wir nicht wegsehen.
Was ist Ihr nächster Schritt? Werden Sie dieses Jahr ein Zeichen setzen?
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16 Tage gegen Gewalt im Kalender 2026, 2027
Dieses jährlich wiederkehrende Ereignis ist in folgenden Kalendern enthalten: UN-Feiertage, Welttage.
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